Skip navigation Scroll to top
Scroll to top

Der erste Eindruck von Biden als Präsident

18. Februar 2021

Lesezeit: 4 Minuten

von Wilson Cheung, CFA, Investment Strategist, LGT Private Banking Asia

The first days of the Biden administration - how do markets react?

Vor fast einem Monat wurde Joe Biden US-Präsident. Was waren seine ersten Schritte? Wie haben die Finanzmärkte darauf reagiert? 

Nach den politischen Turbulenzen in Washington DC Anfang Januar fand zur Amtseinführung Joe Bidens nur eine kleinere Zeremonie statt – unter noch nie dagewesenen Sicherheitsmassnahmen. Die neue Administration betritt auch in anderer Hinsicht Neuland: Wir haben den ältesten Präsidenten in der amerikanischen Geschichte, die erste weibliche Vizepräsidentin und die erste Frau als US-Finanzministerin. All das geschieht vor dem Hintergrund der ersten globalen Pandemie seit über einem Jahrhundert.

Die Pandemie und den darauffolgenden wirtschaftlichen Niedergang hat Präsident Joe Biden vererbt bekommen. Die Covid-19-Pandemie ist seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs womöglich die größte Herausforderung im Bereich der öffentlichen Gesundheit, da sie tatsächlich in der Lage ist, die Weltwirtschaft zu erschüttern. Dennoch wurde dieser wirtschaftliche Schock durch ein einzelnes Ereignis ausgelöst. Die Wirtschaft dürfte sich relativ schnell wieder erholen, sobald die Pandemie abgeklungen ist und die Einschränkungen überflüssig werden. Um die langfristigen Folgen (vor allem für den Arbeitsmarkt) zu begegnen, bevorzugt Präsident Joe Biden mit seiner Administration umfassende fiskalische Stimulierungsmassnahmen.

US Fahnen vor dem Capitol: Bidens Inauguration Zeremonie.
Bidens Start: "kleinere Zeremonie – unter noch nie dagewesenen Sicherheitsmassnahmen". Photo: © Keystone/AP Photo/Alex Brandon.

Bidens Covid-19-Hilfspaket

Stand heute haben die Demokraten eine hauchdünne Mehrheit in der Legislative. Damit sollte Präsident Joe Biden fiskalische Stimulierungsmassnahmen mit alleiniger Unterstützung der eigenen Partei verabschieden können. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels haben Ober- und Unterhaus das Budget des von Präsident Biden vorgeschlagenen Hilfspakets in Höhe von 1,9 Billionen US-Dollar verabschiedet.

Allerdings verzeichnet die US-Regierung auch ein Rekorddefizit, das fast so hoch ist wie zuletzt während des Zweiten Weltkriegs. Das bleibt nicht ohne Folgen. Insofern kann man sagen, dass der Trend zum schwächeren US-Dollar die sich verschlechternden fiskalischen Fundamentaldaten widerspiegelt. Angesichts der lockeren Fiskalpolitik und des erwarteten Erfolgs der Impfkampagne sind wir der Ansicht, dass sich die US-Wirtschaft vor dem Hintergrund der Reflation deutlich schneller erholen sollte als im Jahr 2008.

Wirtschaftliche Erholung nach Covid-19.

Bidens Ansatz in Sachen China

Einige Marktkommentatoren vermuten, dass die neue Administration einen "leichten" Ansatz gegenüber China verfolgen könnte. Wir sind in dieser Hinsicht etwas skeptisch - eine harte Haltung gegenüber China findet im gesamten politischen Spektrum der USA Unterstützung, und daher sehen wir in nächster Zeit keinen Kurswechsel.

Dennoch glauben wir, dass die Biden-Administration einen anderen Stil und Ton gegenüber China anschlagen könnte - vor allem eine Rückkehr zum Multilateralismus und die Suche nach Unterstützung durch traditionelle Verbündete, um verschiedene internationale Vereinbarungen zu treffen und so den Einfluss der USA zu stärken, könnten im Raum stehen.

Weitere Insights und Informationen

Als einer der Research Experten der LGT beobachtet Investment Strategist Wilson Cheung von Hong Kong aus die globalen Märkte. Weitere Insights zu den internationalen Finanzmärkten, Branchen und Unternehmen finden Sie unter:

Marktinformationen unserer Research-Experten

Ausblick hängt von der Impfung ab

Im kommenden Jahr sollte sich die Politik weiterhin auf die Eindämmung der Corona-Krise konzentrieren. Die Aussenpolitik könnte dabei in den Hintergrund treten. Letztlich ist es dringlicher, dass sich die Wirtschaft weltweit schnellstmöglich erholt und unser Alltag wieder normalisiert.

Dieser Prozess dürfte 2021 in der zweiten Jahreshälfte einsetzen; bis dahin könnte ein bedeutender Teil der Weltbevölkerung geimpft sein. Daher befürworten wir in unserer aktuellen Strategie für unsere Anleger eine zyklischere und höhere Beta-Positionierung und bevorzugen Aktien aus Europa, Asien und Japan. Diese Märkte werden unserer Meinung nach am meisten vom Ende der Pandemie profitieren, sobald sich der Nachfragestau von Verbrauchern und Unternehmen auflöst.

Titelbild: © Keystone/AP Photo/Carolyn Kaster.

Mehr vom LGT Online Magazin?

Hinterlassen Sie Ihre E-Mail-Adresse und erhalten per Newsletter regelmäßig das Aktuellste vom LGT Online Magazin.
Newsletter abonnieren