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Die nächste Revolution

2. April 2020

Lesezeit: 4 Minuten

von Stefan Hofer, LGT

Vegan Burger Investment Essen

Fleischersatzprodukte befinden sich noch in der Nischenphase – aber die Zahlen steigen. Was veranlasst Konsumenten, pflanzliche Alternativen Fleisch vorzuziehen? Und was sollten Investoren beachten?

Auf der ganzen Welt finden Restaurantbesucher immer mehr Fleischalternativen auf der Menükarte. Eiweissersatz für Fleisch – insbesondere Produkte aus Sojabohnen – gibt es schon lange, aber sobald es um Geschmack und Konsistenz ging, mussten Konsumenten erhebliche Kompromisse eingehen. Die Zeiten haben sich jedoch geändert, und dank Innovationen werden die heutigen Fleischersatzprodukte auch anspruchsvollen kulinarischen Standards gerecht.

Die Zahlen deuten darauf hin, dass sich diese neuen Produkte noch in der Nischenphase befinden. Laut der UBS Investment Bank beispielsweise beträgt der jährliche Einzelhandelsumsatz mit Fleisch in den Vereinigten Staaten etwa 79,4 Milliarden US-Dollar. Im Jahr 2018 wurde mit neuen pflanzlichen Produkten ein Umsatz von 600 Millionen US-Dollar erzielt. Diese Zahlen sind relativ gesehen zwar gering, aber die Schweizer Bank prognostiziert ein beträchtliches Wachstum: Bis 2025 könnte das pflanzliche Eiweissfleisch 2.5% des weltweiten Fleischumsatzes ausmachen. Überlegungen zum Tierschutz, zu ethischen Standards und zur Nachhaltigkeit spielen bei diesen wachsenden Zahlen sicherlich eine Rolle.

Was Konsumenten wollen

Konzentrieren wir uns auf die Präferenzen der Konsumenten in Bezug auf Geschmack, Konsistenz und gesundheitliche Vorteile. Dann werden die neuen pflanzlichen Proteine interessant. Nehmen wir als Beispiel die von einer globalen Kette angebotenen Hamburger auf Pflanzen- und Fleischbasis und nehmen an, dass Geschmack und Konsistenz der beiden Varianten gleichwertig sind. Ist es tatsächlich gesünder, die pflanzliche Proteinalternative zu essen? Eine genaue Analyse zeigt, dass die beiden Optionen effektiv gleich kalorienreich sind. Der pflanzliche Burger enthält weniger Fett, aber mehr Natrium. Was den Fleischersatz jedoch zu einer gesünderen Wahl macht, sind sein niedriger Cholesterinspiegel und sein fast gleich hoher Proteingehalt.

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Auch Investoren interessieren sich für den Geschmack von Burgern.

Welche Möglichkeiten gibt es für Investoren, die an Fleischersatz interessiert sind? Ein interessanter Ansatz besteht darin, sich auf den Anbieter des wohl kritischsten Faktors zu konzentrieren, der die Aufmerksamkeit der Verbraucher auf sich ziehen wird: der Geschmack, der tierisches Eiweiss nachahmt. Namen wie das führende Schweizer Chemieunternehmen Givaudan stechen hervor, da es die Aromen verkauft, die in einigen der führenden Pflanzenprotein-Burger-Marken enthalten sind. Ein weiterer wichtiger Name ist der niederländisch-britische Konzern Unilever. Der Nahrungsmittelhersteller hat Berichten zufolge einen Vertrag mit grossen Hamburgerketten unterzeichnet.

Aufgrund ihrer überlegenen Marketing- und Vertriebskanäle ist es wahrscheinlich, dass die grossen Chemie- und Lebensmittelkonzerne der Welt den Markt für Fleisch aus pflanzlichen Rohstoffen letztendlich dominieren werden. Oder haben auch Start-ups eine Chance? Die Zeit wird es zeigen.

Bild: Unsplash, Laula Vermeulen 

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