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Europäischer Wealth Report: Pandemie führt zu Vermögenskonzentration

7. Januar 2022

Lesezeit: 10 Minuten

von MAG/NET Redaktion

European Wealth Report

Eine neue Studie eines Schweizer Thinktanks nimmt die Auswirkungen der Covid-Pandemie auf das Nettovermögen in Europa unter die Lupe. 

Die wichtigsten Ergebnisse der aktuellen Studie von Redesigning Financial Services (RFS) zeigen, dass das private Nettovermögen in Europa im Jahr 2020 schneller gewachsen ist (+3.9%) als das europäische BIP (-6.4%). Das Privatvermögen in Europa hat im Jahr 2020 ein Allzeithoch von EUR 69 Billionen erreicht. Das bedeutet, dass sich der Reichtum in Europa zunehmend auf eine immer kleinere Anzahl von Menschen konzentriert, wodurch die wirtschaftlichen Ungleichheiten zunehmen.

Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Fragen, welche die Studie beantwortet. Bitte beachten Sie, dass die Studie das Vermögen eines Haushalts nicht als frei verfügbares Anlagevermögen definiert, sondern als Gesamtvermögen inkl. Verbindlichkeiten, die ein Haushalt hat, einschliesslich z. B. Immobilien.

Welche europäischen Länder sind heute am reichsten?

Mehr als 70% des gesamten Nettovermögens in Europa entfallen auf ein paar wenige Kernländer, darunter Deutschland (16,4 Billionen EUR), Frankreich (12,6 Billionen EUR), das Vereinigte Königreich (10 Billionen EUR) und Italien (10 Billionen EUR).

Welches europäische Land verzeichnete in den letzten 10 Jahren den grössten durchschnittlichen Vermögenszuwachs?

Das ist die Schweiz, die in den letzten zehn Jahren fast 2 Billionen EUR an Vermögen zugelegt hat, was einer Verdoppelung des Nettovermögens in diesem Zeitraum entspricht.

Konzentriert sich das Vermögen in Europa zunehmend?

Ja. Die reichsten 10% der europäischen Haushalte besitzen mehr als 51% des gesamten europäischen Nettovermögens. Die reichsten 1% der Europäer verfügen über 19% des gesamten europäischen Vermögens. Es wird sogar erwartet, dass sich dieser Trend fortsetzt, was zunehmende Probleme für die Gesellschaft und die Wirtschaft bedeutet. Diese Vermögenskonzentration macht den europäischen Markt aber auch für Privatbanken attraktiver

Welches europäische Land hat die meisten Millionäre?

Deutschland, das Vereinigte Königreich, Frankreich und Italien haben in absoluten Zahlen die meisten Millionäre. In Deutschland gibt es 2,9 Millionen Millionäre, im Vereinigten Königreich 2,5 Millionen, in Frankreich 2,5 Millionen und in Italien 1,5 Millionen. Zu den Ländern mit der höchsten Millionärsdichte gehören die Schweiz (14,1%) und die Niederlande (7,1%).

Wie sind die reichsten Europäer zu ihrem Wohlstand gekommen?

Im Gegensatz zu den reichsten Familien in den USA haben die reichsten Europäer ihren Reichtum nicht durch Technologieunternehmen erworben. Stattdessen erwirtschaften die meisten ihren Wohlstand mit Luxusgütern und im Einzelhandel.

Wird sich der europäische Trend der zunehmenden Ungleichheit auch in Zukunft fortsetzen? Mit anderen Worten: Werden die Reichen noch reicher und die Armen noch ärmer?

Ja, dieser Trend beobachtet die Studie. Die hohe Wahrscheinlichkeit eines weiteren Anstiegs der Ungleichheit ist auf drei Hauptgründe zurückzuführen:

  • Erstens wird das europäische Wirtschaftswachstum aufgrund der Pandemie wahrscheinlich auch in Zukunft relativ niedrig bleiben. Im Jahr 2020 schrumpfte das europäische BIP um 6,4%.
    Der Reichtum hingegen wächst im Allgemeinen schneller als die Wirtschaft. Das bedeutet, dass europäische Familien, die Kapital besitzen, ihren Wohlstand höchstwahrscheinlich beibehalten und vergrössern werden, während diejenigen, die über wenig Vermögen verfügen, kaum Chancen haben, ihr Los zu verbessern.
  • Zweitens hat die Pandemie die Ungleichheiten in den meisten Ländern bereits verschärft, so dass es für weniger wohlhabende Familien noch schwieriger wird, einen grösseren Anteil am europäischen Wohlstand zu ergattern.
  • Wenn man drittens davon ausgeht, dass die Kapitalrendite in der Nähe ihres 200-Jahres-Durchschnitts von 4 bis 5% pro Jahr bleibt, liegt es auf der Hand, dass die Vermögenskonzentration in Europa in den kommenden Jahren wahrscheinlich weiter zunehmen wird.

Mehr Informationen finden Sie in der vollständigen Studie.

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