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ISM-Einkaufsmanagerindex - bewährter US-Konjunkturindikator

14. September 2022

Lesezeit: 4 Minuten

von Alessandro Fezzi (LGT)

ISM-Einkaufsmanagerindex - bewährter US-Konjunkturindikator

Der ISM-Einkaufsmanagerindex ist für die Kapitalmärkte ein wichtiger Gradmesser, wenn es darum geht die zukünftige Entwicklung der US-Wirtschaft einzuschätzen.

Der Einkaufsmanagerindex (Purchasing Manager's Index, PMI) wird häufig von Analysten, Wirtschaftsjournalisten und anderen Anlageexperten zitiert, die über die US-Wirtschaft berichten. Aber was genau ist dieser vielbeachtete Wirtschaftsindikator und worauf basiert er? Alessandro Fezzi, Senior Investment Writer bei LGT Private Banking Europe, erklärt, was Sie darüber wissen sollten.

Der PMI wird monatlich vom Institute for Supply Management (ISM), der weltweit ältesten und grössten Organisation für Lieferketten (Supply Chain) Management, veröffentlicht. Er spielt eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, die Einschätzungen der Anleger auf Aktien- und Anleihenkurse mit Fakten zu untermauern. Grundsätzlich ist der PMI einer der zuverlässigsten Indikatoren für die Wachstumsentwicklung der amerikanischen Wirtschaft.

ISM-Index: Zuverlässiges Frühwarnzeichen

Das ISM schlägt oft frühzeitig Alarm, wenn sich bestimmte Faktoren so entwickeln, dass Anleger beunruhigt sein könnten. Denn die weltweit mehr als 50.000 Einkaufsmanager des ISM haben ein feines Gespür für Veränderungen der Wirtschaftslage, schliesslich kaufen sie für ihre Unternehmen tagtäglich Waren und Rohstoffe.

Diese Einschätzungen der Einkäufer liefern für Unternehmen frühzeitig eine belastbare Basis für die Entscheidung, wo sie zum Beispiel Produkte und Dienstleistungen kaufen können. Ebenso haben sie Einfluss auf die Preisgestaltung oder zeigen Problemen in der Lieferkette auf, die die Produktion behindern könnten.

Die vom ISM befragten Einkaufsmanager unterhalten in der Regel sehr enge Beziehungen zu ihren Zulieferern und koordinieren die Logistik in Bezug auf Lagerhaltung, Budgetierung und Personalverwaltung – alles Faktoren, die sicherstellen, dass die Unternehmen pünktlich und innerhalb des Budgets produzieren können.

«Die Marktbeobachter interessieren sich eher für die Werte aus der US-Industrie, da diese in der Vergangenheit ein zuverlässigerer Indikator für die Entwicklung der US-Gesamtwirtschaft waren.»
«Die Marktbeobachter interessieren sich eher für die Werte aus der US-Industrie.» Photo © Getty Images / Andy Sacks.

Einer der am meisten beachteten Werte des ISM zeigt, welche Wirtschaftssektoren mit einem Anstieg der Preise von Waren und Rohstoffe zu kämpfen haben. Investoren interpretieren jeden Preisanstieg als Hinweis auf ein knappes Angebot in einem Sektor. Diese Verankerung in der Realwirtschaft macht die monatliche Umfrage unter Einkäufern und den daraus resultierenden ISM-Werten zu einer wichtigen Information für jeden, der die Finanzmärkte verfolgt – ob Profi oder Laie.

Seit 1915 stets aktuell

Das Institute for Supply Management wurde ursprünglich 1915 gegründet, ist aber für Marktbeobachter immer noch von Bedeutung. Die Werte des ISM-Index drücken Wachstum (über 50 Punkte), eine Kontraktion (unter 50 Punkte) oder einen unveränderten Zustand (genau 50) eines Sektors aus. Für die Erstellung des PMI fragt das ISM jeweils die Einkaufsmanager, ob die Aktivität in ihrem Unternehmen zunimmt, sich verlangsamt oder stagniert.

Die beiden am meisten beachteten Einkaufsmanagerindizes des ISM erfassen das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor der USA. Letzterer macht zwar einen weitaus grösseren Teil der Wirtschaft aus, doch die Marktbeobachter interessieren sich eher für die Werte aus der US-Industrie, da diese in der Vergangenheit ein zuverlässigerer Indikator für die Entwicklung der US-Gesamtwirtschaft waren.

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Einer der am meisten beachteten Werte des ISM zeigt, welche Wirtschaftssektoren mit einem Anstieg der Preise von Waren und Rohstoffe zu kämpfen haben. Investoren interpretieren jeden Preisanstieg als Hinweis auf ein knappes Angebot in einem Sektor. Diese Verankerung in der Realwirtschaft macht die monatliche Umfrage unter Einkäufern und den daraus resultierenden ISM-Werten zu einer wichtigen Information für jeden, der die Finanzmärkte verfolgt – ob Profi oder Laie.

Bringt bei Aktien Bewegung

Der zweite wichtige Einkaufsmanagerindex des ISM spiegelt die Stimmung im amerikanischen Dienstleistungssektor wider – dem grössten Wirtschaftssektor in den USA. Der «ISM Non-Manufacturing» befragt mehr als 400 Unternehmen in mehr als 15 Sektoren zu Beschäftigung, Preisgestaltung oder ihren Lagerbeständen.

Die monatlichen Umfragen des ISM haben sich in den letzten Jahren zu einem der meistbeachteten Indikatoren an den Finanzmärkten entwickelt. Ein positiver PMI – mehr als 50 Punkte – signalisiert im Allgemeinen Wachstum. Da Anleger dies als Zeichen für höhere Gewinne der befragten Unternehmen werten, kann dies zu einer Steigerung der Handelsaktivitäten führen. Wichtiger Hinweis fürs Timing: Das ISM veröffentlicht den Index für das verarbeitende Gewerbe immer am ersten Arbeitstag des Monats und den Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe jeweils zwei Tage später.

Header Visual © GettyImages / Marco Bottigelli. 

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