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TEDxZurich: Vom Silicon Valley in die Schweiz

3. Dezember 2021

Lesezeit: 10 Minuten

von Laura Gianesi, LGT

TEDxZurich

Hanna Brahme und Florian Bucher, Co-Leiter von TEDxZurich, über die besten TED Talks, die Auswahl der Redner und ihre ehrenamtliche Arbeit.

Dies ist eine Geschichte der Leidenschaft. Leidenschaft für den Austausch von Ideen, für das Zusammenbringen von Menschen jeder Couleur, für das Teilen und Erweitern von Wissen. Wenn man mit Florian Bucher und Hanna Brahme spricht – selbst wenn es nur online ist – strahlt ihre Begeisterung direkt durch den Bildschirm. Bucher und Brahme leiten gemeinsam TEDxZurich: Sie organisieren lokale TEDx-Konferenzen in Zürich als Teil der globalen Marke TED.

TEDxZurich
Die TED-Konferenzen gibt es nur dank Freiwilligen. © TEDxZurich, Martina Piteo

"Wir tun das alles ehrenamtlich, daher müssen wir alle mit vollem Herzen dabei sein", erklärt Brahme. Und Bucher ergänzt: "Der Lohn unserer Freiwilligen ist der Event – dieses besondere Gefühl während der Konferenz und der Endorphinrausch danach sind unglaublich." Ohne echte Begeisterung wäre das Arbeitspensum nicht zu bewältigen: Neben der Organisation von rund sechs TEDxZurich-Veranstaltungen pro Jahr arbeiten Bucher und Brahme beide Vollzeit – als Produktmanager und Ingenieurin.

Von Bill Gates bis Elizabeth Gilbert

Wer hat noch nicht von TED gehört? Bill Gates, Sir Richard Branson und Elizabeth Gilbert haben auf TED-Konferenzen geredet. Zu den populärsten TED-Vorträgen gehören der des britischen Autors Sir Ken Robinson "Do schools kill creativity?", der allein auf der TED-Website über 70 Millionen Mal aufgerufen wurde, und Psychologin Amy Cuddys "Your body language may shape who you are", den mehr als 60 Millionen Menschen geschaut haben. TED-Talks inspirieren, informieren, begeistern, unterhalten – ihr Motto ist treffend gewählt: "Ideas worth spreading".

TED: Ideen werden weltweit zugänglich

TED wurde vor rund 30 Jahren im Silicon Valley gegründet und ist eine amerikanische Medienorganisation, die 18-minütige Vorträge organisiert, meist zu Themen aus den Bereichen Technologie, Unterhaltung und Design. Die Organisation veröffentlicht ihre 18-minütigen Vorträge täglich auf TED.com und macht sie so einem weltweiten Publikum zugänglich. Die jährliche TED-Konferenz findet jedes Frühjahr in Vancouver statt, aber unabhängig organisierte TEDx-Konferenzen sind auf der ganzen Welt entstanden und machen die Veranstaltung lokaler und zugänglicher. Obwohl viele Vorträge in der globalen Lingua franca Englisch gehalten sind, werden die Vorträge in 115 Sprachen übersetzt, damit die Ideen Sprachen und Grenzen überschreiten.

Um als Redner zu einer TED-Konferenz eingeladen zu werden, muss man natürlich auf einem Gebiet äusserst kompetent sein. Aber genauso wichtig ist die Fähigkeit, komplexe Themen innerhalb von 18 Minuten in Worten auszudrücken, die jeder versteht, vom praktischen Schreiner bis zum kreativen Musiker, vom Unternehmer bis zum zerstreuten Professor. Und noch eine weitere Zutat ist entscheidend: Leidenschaft für die eigene Sache. Was auch immer das sein mag.

Hanna Brahme
Neben der Organisation von rund sechs TEDxZurich-Veranstaltungen pro Jahr arbeiten Bucher und Brahme beide Vollzeit. © TEDxZurich, Martina Piteo

Wie hat TED seinen Weg vom Silicon Valley in die kleine Stadt Zürich gefunden? "Die ursprüngliche TED-Konferenz findet nur einmal im Jahr in Vancouver statt. Das bedeutet: Die Anzahl Menschen, die diese erstaunliche und inspirierende Konferenz erreicht, ist sehr begrenzt", erklärt Bucher. "Indem sie das Franchise über ein Lizenzsystem öffnen, macht sich TED für ein breiteres Publikum zugänglich. TED teilt das Eigentumsrecht – und damit auch die Verantwortung." TED gibt seinen lokalen TEDx-Konferenzen einige Regeln vor, die sie befolgen müssen – aber lässt auch viele Freiräume bei der Gestaltung der lokalen Versionen und Identitäten. TEDxZürich war eine der ersten 300 Konferenzen, die eine Lizenz erhielten. Heute finden jährlich rund 3000 TED-Veranstaltungen auf der ganzen Welt statt.

Die Werte von TED

Die meisten TED-Freiwilligen haben einen Vollzeitjob, aber dennoch ist Brahme bei weitem nicht die einzige, die sich zweimal bewerben musste, um Teil der TED-Familie zu werden: Trotz der zusätzlichen Arbeitsbelastung, die das Engagement mit sich bringt, hat TEDxZurich keine Probleme, Freiwillige zu finden. "TED ist eine so starke Marke, dass es einfach ist, gute Leute zu rekrutieren", stellt Bucher fest.

Florian Bucher
"Wenn Sie wollen, dass man Ihnen zuhört, müssen Sie sich die Mühe machen, sich verständlich auszudrücken." © TEDxZurich, Martina Piteo

"Bei unserer Arbeit als Leiter geht es viel um Strategisches und Ideen, aber auch um Menschen", erklärt Brahme. "Wir wollen sicherstellen, dass wir unsere Freiwillige so gut es geht ganzheitlich unterstützen können. Dieser menschliche Faktor nimmt viel Zeit in Anspruch, aber es ist etwas, das wir gerne tun. Und es steht im Einklang mit den Werten von TED."

Wie wählen die Leiter von TEDxZurich die Themen ihrer Vorträge aus? "Das Thema sollte möglichst viele Menschen betreffen – am besten ein lokales Anliegen mit globalem Bezug", erklärt Bucher. "Wir suchen in der Regel nach neuen oder noch unbekannten Ideen, die wissenschaftlich belegt sind." Brahmes und Buchers Lieblings-TED-Talks erfüllen beide diese Kriterien: Hans Roslings "The best stats you've ever seen" und B.J. Millers "What really matters at the end of life". 

TED bedeutet Wissenschaft in 18 Minuten

Noch unbekannte und wissenschaftlich bewiesene Ideen, die unsere Sicht auf die Welt verändern – und das in nur 18 Minuten? Ist es überhaupt möglich, in so kurzer Zeit Lösungen für komplexe Fragen zu präsentieren? "Nun, wenn Sie wollen, dass man Ihnen zuhört, müssen Sie sich die Mühe machen, sich verständlich auszudrücken", entgegnet Bucher. "Natürlich geht dabei Komplexität verloren, aber Komplexität ist nicht unser Ziel. Das Ziel ist es, Ihre zentrale Idee einem breiten Publikum zu vermitteln. Wenn man seine Arbeit als Denker und Redner macht, dann kann man auch aus den kompliziertesten Themen einen tollen 18-Minuten-Vortrag machen." Und Brahme fügt hinzu: "Diese Debatte erinnert mich an ein Zitat von Mark Twain: "Ich entschuldige mich für den langen Brief – ich hatte keine Zeit, einen kurzen zu schreiben." Gleich zum Kern zu kommen ist nicht oberflächlich, sondern extrem anspruchsvoll."

Ausserdem weist Brahme darauf hin, dass die kurze Dauer der Vorträge nicht über den Arbeitsaufwand hinwegtäuschen sollte, der für jeden einzelnen Talk erforderlich ist: Die Rednerinnen und Redner müssen ihr Skript beim TEDxZurich-Team einreichen, das dann viel Zeit und Mühe in das Korrekturlesen und gründliche Überprüfen des Textes steckt. "Wir wollen, dass jeder einzelne Vortrag unseren rhetorischen und wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht wird."

Die LGT sponsert TEDxZurich

Die LGT ist seit 2015 Sponsor von TEDxZurich und hilft damit, neue und inspirierende Ideen zu diskutieren und zu fördern. Heinrich Henckel, CEO LGT Bank Schweiz: «TEDxZurich bietet eine tolle Bühne für die Denker von heute. Mit ihren innovativen Ideen geben sie Impulse und zeigen Lösungen auf, um die Herausforderungen unserer Gesellschaft zu meistern. Es freut mich sehr, diese Plattform zu unterstützen.»

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