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Alexander von Humboldt: Ein Nachhaltigkeitspionier?

28. September 2021

Lesezeit: 7 Minuten

von Tilmann Schaal, LGT

Ursula Finsterwald

Der Universalgelehrte Alexander von Humboldt inspiriert mit seiner Weitsicht Nachhaltigkeitsexpertin Ursula Finsterwald.

Das Konzept der Nachhaltigkeit hat es erst in den vergangenen Jahrzehnten in den gesellschaftlichen Mainstream geschafft. Umso erstaunlicher, dass Alexander von Humboldt (1769-1859) viele zentrale Zusammenhänge rund um das Thema Nachhaltigkeit bereits vor langer Zeit erkannte. Ursula Finsterwald, Head Sustainability Management bei LGT Private Banking, hat sich näher mit dem Naturforscher beschäftigt – und ist seither von seiner visionären Schaffenskraft überzeugt.

Tableau Physique
Mit dem «Tableau Physique» aus dem Jahr 1807 stellte Alexander von Humboldt erstmals dar, wie die Lebensräume von Pflanzen in den Anden von der Höhe abhängen. © KEYSTONE/akg-images

1. Alexander von Humboldt lebte vor rund 200 Jahren. Was war das für ein Mensch?
Alexander von Humboldt war der letzte Universalgelehrte und zu seiner Zeit eine Berühmtheit. Er war ein unermüdlicher Naturforscher, wissbegierig bis ins hohe Alter. Er hat die Natur als Lebensnetz begriffen – als lebendiges Ganzes, als Kosmos. Humboldt war ein Gegner der – zu seiner Zeit in den USA weit verbreiteten – Sklaverei, und es bedrückte ihn, dass er keinen Einfluss hatte, dies zu ändern. Sein Naturgemälde des Chimborazo und die Ideen, auf denen es beruht, beeinflusste das Naturverständnis der darauffolgenden Generationen nachhaltig.

2. Warum ist Alexander von Humboldt heute immer noch aktuell und was können wir von ihm lernen?
Alexander von Humboldt hat bereits zu seiner Lebzeit vor Umweltverschmutzung, Abholzung und Umweltzerstörung gewarnt. Er begriff die Zusammenhänge zwischen Umweltzerstörung und dem Klima. Aus heutiger Sicht könnte man ihn im Sinne von Nachhaltigkeit und Ökologie als Visionär bezeichnen.

 3. Was würde Alexander von Humboldt vermutlich sagen, könnte er die heutige Zeit kommentieren?
Humboldt würde erschrecken, dass sein Naturverständnis zwar weiterentwickelt wurde, die Zerstörung der Umwelt aber trotzdem immer rasanter voranschreitet. Es würde ihn schmerzen, dass Profit und Gier so viel Einfluss haben, dass Klimaerwärmung wie auch Biodiversitätsverlust von vielen einfach hingenommen werden und dass der Mensch heute wie damals nicht bereit ist, der unberührten Natur die Bedeutung beizumessen, die ihr zusteht.

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