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Philanthropisches Engagement in Zeiten von COVID-19

29. April 2020

Lesezeit: 8 Minuten

von Sarah Murray (Gastautor)

Collaboration is a way of philanthropists to react on the challenge of COVID-19

Aufgrund der COVID-19-Pandemie überdenken viele Philanthropen ihr Engagement. Wie können sie ihre Mittel so einsetzen, damit sie maximalen Nutzen entfalten können?

Le Parisien, ein familiengeführtes Restaurant in Manhattan, hat eine GoFundMe-Kampagne gestartet; sein Ziel: 20 000 Dollar zu sammeln um die Angestellten und deren Familien während der Covid-19-Krise zu helfen. Der ehemalige Bürgermeister von New York City, Michael Bloomberg, hat der World Central Kitchen 6 Millionen Dollar gespendet, damit die an vorderster Front eingesetzten Mitarbeiter des Gesundheitswesens mit Mahlzeiten versorgt werden. Und die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations bittet dringend um 2 Milliarden Dollar Spenden für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen Covid-19.

Diese Initiativen zeigen, wie unterschiedlich der Unterstützungsbedarf in Art und Umfang ist, der seit Ausbruch von Covid-19 benötigt wird. Die Pandemie verursacht Massenarbeitslosigkeit in reichen Ländern und Chaos in Entwicklungsländern. Gerade Letztere haben bereits mit Konflikten oder Hungersnöten zu kämpfen. Insofern kann man sich gut vorstellen, wie überfordert sich Philanthropen angesichts dessen fühlen.

COVID-19 – wie meine Spende maximal wirkt

Portrait Natalie Ross, Vizepräsidentin für Ressourcenentwicklung und strategische Möglichkeiten, Council on Foundations (USA).
Natalie Ross, Vizepräsidentin beim Council on Foundations (USA).

Für diejenigen, die sicherstellen wollen, dass ihre Spenden maximale Wirkung erzielen, hat die Pandemie schwierige Fragen aufgeworfen: Wo fängt man angesichts der grossen Not an? Sollte, wer bisher Kunst finanziert hat, nun den Kurs ändern und sich global auf Gesundheit oder Armut konzentrieren?

Es ist wichtig, eine Entscheidung nicht zu überstürzen, sagt Natalie Ross. Sie ist Vizepräsidentin für Ressourcenentwicklung und strategische Möglichkeiten beim Council on Foundations in den USA. Ross weist darauf hin, dass Kunst jetzt zwar als weniger dringende Angelegenheit erscheinen mag. Künstler gehörten aber zu denjenigen, die mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hätten. "Nehmen Sie sich die Zeit zum Innehalten", rät sie. "Die Realität ist, dass das Ausmass dieser Katastrophe bedeutet, dass fast jeder Mensch in irgendeiner Weise betroffen ist."

Viele Philanthropen fangen zu Hause an, sagt Greg Ratliff, der bei Rockefeller Philanthropy Advisors in New York im Auftrag von Einzel-, Familien- und Firmenspendern Projekte verwaltet. "Ich habe so viele Spender, die an ihre Restaurants vor Ort spenden wollen", sagt er. "Sie gehen dreimal pro Woche dorthin und wollen nicht, dass diese ihr Geschäft aufgeben müssen.

Philanthropen ermöglichen mehr Flexibilität

Philanthropen passen auch die Art und Weise an, wie sie ihre Zuwendungen vergeben. Sie gewähren beispielsweise gemeinnützigen Organisationen mehr Flexibilität bei der Verwendung der Gelder. In den USA zum Beispiel haben 660 Geldgeber als Reaktion auf die Covid-19-Krise eine Zusage unterzeichnet, die u.a. die Umwandlung von projektbasierten Zuschüssen in unbeschränkte Mittel und die möglichst uneingeschränkte Gewährung neuer Zuschüsse vorsieht.

"Im Mittelpunkt des Versprechens steht die Idee des Vertrauens und die Stärkung der Empfänger", sagt Ross. "Es geht darum, die Einschränkungen und die Kontrolle rund um die Berichterstattung und Besuche vor Ort zu reduzieren, damit die Spendenempfänger bestimmen können, was benötigt wird.

Mehr Spenden hilft auch

Mehr zu geben ist auch eine Option. In den USA qualifizieren sich Stiftungen für Steuererleichterungen, wenn sie jährlich mindestens 5 Prozent ihres Stiftungswertes spenden. Einige erhöhen diesen Prozentsatz.

Im April kündigte der Wallace Global Fund, der vom ehemaligen US-Vizepräsidenten Henry A. Wallace gegründet wurde, an, dass er im Jahr 2020 20 Prozent seines 100-Millionen-Dollar-Vermögens zur Unterstützung der Hilfs- und Sanierungsbemühungen von Covid-19 ausgeben wird. Gleichzeitig hat er andere Stiftungen aufgefordert, seinem Beispiel zu folgen.

"Lebenswichtig": Stärkere Zusammenarbeit unter Philanthropen

In der Zwischenzeit wird durch die Pandemie ein weiterer philanthropischer Ansatz beliebter – das gemeinsame Engagement. In den letzten Jahren haben mehr Philanthropen ihre wohltätigen Gelder mit anderen zusammengelegt, um eine grössere Wirkung zu erzielen. Angesichts des Umfangs der Mittel, die zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie benötigt werden, ist diese Form des Gebens heute viel relevanter.

"Unter gewöhnlichen Umständen würde ich empfehlen, sich einer Gemeinschaft anzuschliessen, statt allein vorzugehen", sagt Natalie Rekstad, Gründerin und CEO von Black Fox Philanthropy, einer Firma für Fundraising-Strategie. "Jetzt ist es lebenswichtig."

Wissen teilen – effizienter werden

Dieser Ansatz hat noch einen weiteren Vorteil. Er ermöglicht den Spendern, Fachwissen und Ressourcen gemeinsam zu nutzen. Damit können sie in den verschiedenen Bereichen die effektivsten gemeinnützigen Organisationen ermitteln, um dann die Due Diligence rund um mögliche Spendenempfänger durchzuführen.

Ein Beispiel dafür ist das Maverick Collective, Teil der globalen gemeinnützigen Gesundheitsorganisation Population Services International (PSI). Die Mitglieder dieses Netzwerks weiblicher Philanthropen verpflichten sich, über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren einen siebenstelligen Betrag in Projekte zu investieren, die Mädchen und Frauen in Entwicklungsländern zugutekommen.

Ebenso wichtig ist jedoch auch der Austausch von Wissen, Erfahrungen und Best Practices. "Ganz gleich, ob sie 23 Jahre alt sind und gerade erst mit Philanthropie beginnen, oder ob sie 63 Jahre alt sind und seit jeher philanthropisch engagiert sind – wir sehen über alle Generationen hinweg ein starkes Bedürfnis, sich als Mentor einzubringen", sagt Rena Greifinger. Sie leitet die Abteilung "Experiential Philanthropy" der PSI, zu der auch das Maverick Collective und das MaverickNext-Stipendium gehören.

Greifinger weist auf einen weiteren starken Vorteil gemeinschaftlichen Engagements hin. "Wir sehen Frauen, die lebenslange Freundschaften schliessen", sagt sie. "Gemeinschaftliche Philanthropie ist nicht nur klug, sondern kann, wenn sie richtig gemacht wird, zu einigen der erfüllendsten und aufschlussreichsten Erfahrungen des Lebens führen."

Über die LGT Venture Philanthropy Foundation

LGT Venture Philanthropy (LGT VP) ist eine unabhängige gemeinnützige Stiftung, deren Ziel es ist, die Lebensqualität benachteiligter Menschen nachhaltig zu verbessern, und einen Beitrag zu gesunden Ökosystemen sowie zu widerstandsfähigen, florierenden und sozial integrativen Gemeinschaften zu leisten. LGT VP stellt Organisationen mit effektiven, innovativen und skalierbaren Lösungen für soziale und ökologische Herausforderungen philanthropisches Kapital zur Verfügung und trägt so direkt zu den «Sustainable Development Goals» bei. Die Stiftung unterstützt in erster Linie Organisationen mit Sitz in Schwellenländern, die sich auf Sektoren mit positiver Wirkung konzentrieren, darunter Bildung, Gesundheit und Umwelt. LGT VP ist der Venture Philanthropy-Bereich der LGT Gruppe, einer international führenden Private Banking und Asset Management Gruppe, die sich seit über 80 Jahren im Besitz der Fürstenfamilie Liechtenstein befindet.

Weitere Informationen finden Sie auf der LGT Webseite zu Philanthropie.

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