Skip navigation Scroll to top

Scroll to top

Aktuelles zu den Finanzmärkten

16. Oktober 2014

„Passend zum Wetter mit Hitzegewittern und Kaltfronten gab es jüngst auch an den Finanzmärkten grössere Temperaturschwankungen“, beschreibt LGT Chefökonom Dr. Alex Durrer die aktuelle Wirtschaftslage und erklärt im neuen LGT Investorenmagazin die Konsequenzen.

Wiederholt haben die zuvor lange ignorierten geopolitischen Risiken – die Kriege und Konflikte in der Ukraine, im Irak und Gazastreifen – für Unwetter und lokale Sturmschäden gesorgt. Solange sich diese Auseinandersetzungen nicht weiter ausdehnen, sollten ihre realwirtschaftlichen Konsequenzen jedoch beschränkt bleiben und keine zunehmende Gefahr für die Märkte darstellen – es sei denn, die für alle schädliche Sanktionsspirale dreht sich weiter.

Als weniger störend wahrgenommen werden – nach der jüngsten, fast schon schematisch-alltäglich vonstattengegangenen Bankenrettung in Portugal nachvollziehbar – die Schuldenkrisen dies- und jenseits des Atlantiks, obschon bekanntlich im Bereich der strukturellen Rahmenbedingungen weder hüben noch drüben substanzielle Besserung, sondern nur oberflächliche Überkleisterung auszumachen ist. Insgesamt ist der negative Einfluss sämtlicher Strukturfaktoren auf die Märkte dennoch nicht mehr nur unterschwellig latent, sondern wieder etwas virulenter geworden.

Vor diesem Hintergrund wirkt der konjunkturelle Ausblick für die Weltwirtschaft vergleichsweise unproblematisch, wenngleich leider wieder etwas divergenter: Die von den USA angeführte zyklische Erholung festigt sich weiter; aufgehellt hat sich das Bild aber nur ausserhalb der Eurozone. Immerhin bleibt das Risiko eines Rückfalls in die Rezession auf den alten Kontinent beschränkt. Zu diesem Schluss kommt, wer sich an die einschlägigen Frühindikatoren hält, die sich von den USA über China bis Indien klar über jenen kritischen Marken stabilisiert haben, welche Expansion von Rezession abgrenzen. Ob bzw. wann die bessere Konjunktur in Übersee und Asien die Eurozone mitziehen kann, bleibt derzeit ungewiss.

Als fast sicher gilt entsprechend eine geldpolitische Entkoppelung zwischen USA/UK und Europa/Japan: In ersteren werden allmählich erste Leitzinserhöhungen eingepreist, während die EZB und die Bank of Japan weitere Lockerungen signalisieren. Noch bewegen sich freilich die Inflation wie auch die noch wichtigeren Inflationserwartungen seitwärts, weil sich die entgegengesetzten Extremkräfte (Deflationsdruck infolge der öffentlichen Schuldenberge contra Inflationspotential der ultra-expansiven monetären Bedingungen) in einem labilen Gleichgewicht neutralisieren.

In unserem globalen Hauptszenario divergiert die Weltwirtschaft wieder mehr, bleibt aber insgesamt auf Kurs – allen strukturellen Schlagseiten und geopolitischen Störfaktoren zum Trotz. Das Inflationspotential bleibt durch Deflationskräfte gezähmt. Im Risikoszenario könnte es erneut zu einem konjunkturellen Durchhänger kommen. Der zwar betagte, aber bislang robuste Bullmarkt dürfte fortan von temporären Stimmungsschwankungen nicht verschont bleiben. Dennoch hat das Anlagestrategieteam der LGT Capital Partners immer noch eine recht «sportliche» taktische Positionierung unserer Portfolios beschlossen und die Aktienübergewichtung nur geringfügig reduziert. Das Resultat gründet nicht nur auf der fundamentalökonomischen Lagebeurteilung, sondern ebenso stark auf technischen Marktfaktoren.

LGT Investorama zum Download

Mehr zur aktuellen Wirtschaftslage, zum Ausblick und zur taktischen Positionierung der LGT finden sie im aktuellen LGT Investorenmagazin. Das LGT Investorama finden sie hier unter Publikationen.

Aufgrund rechtlicher Einschränkungen müssen Sie dort zuerst Ihr Domizilland auswählen, bevor Sie das aktuelle Investorama in der Lasche "Marktinformationen" als PDF öffnen können.