Skip navigation Scroll to top
LGT
VALUES WORTH SHARING
Scroll to top

Formel E: "Das will ich machen"

21. Juni 2019

Mit Mitte 20 gehört Daniel Abt bereits zu den Routiniers in der noch jungen Formel E. Auch abseits der Rennstrecke geht er neue Wege.

Das Team Audi Sport ABT Schaeffler hat weiter gute Chancen auf den Gewinn beider Titel in der Formel E. Beim spektakulären E-Prix in der französischen Hauptstadt Paris belegten Daniel Abt und Lucas di Grassi die Plätze drei und vier.
Am Samstag (22. Juni) trägt die Elektrorennserie in Bern den 11. von insgesamt 13 Saisonläufen aus. In der Team- und Fahrerwertung liegen Audi Sport ABT Schaeffler und Lucas di Grassi jeweils auf dem zweiten Platz

"Seit ich denken kann, spielt der Motorsport in unserer Familie eine grosse Rolle. Mein Onkel war Rennfahrer, mein Vater leitet nicht nur unser Familienunternehmen ABT Sportsline, sondern ist auch Rennstallbesitzer. Schon als ganz kleines Kind war ich bei vielen Rennen dabei. Selbst in einem Kart sass ich das erste Mal mit fünf, zwei Jahre später fuhr ich mein erstes Rennen. Während die anderen Kinder in meiner Klasse Fussball spielten, war mein Hobby eben das Kartfahren.

Der Wunsch, Rennfahrer zu werden, kam aber erst viel später. Als ich mit 14 Jahren zum ersten Mal in einem Formel-Auto sass und mit 220 Stundenkilometern über einen Ring gedonnert bin, wusste ist: Das will ich machen. Danach habe ich meine ganze Energie in dieses Vorhaben gesteckt. Es war mir zwar wichtig, die Schule ordentlich zu beenden, und ich hatte durchaus auch andere Interessen. Aber es gab nichts, das mir mehr Spass gemacht hat. Meine Familie stand mir dabei von Anfang an zur Seite.

Karriereleiter

Eine vorgegebene Ausbildung zum Rennfahrer gibt es nicht. Der Weg ist wie eine Leiter, die man hochklettert. Das Kartfahren gibt dir ein Grundgespür für das Rennenfahren, danach kommen die Formel-Junior-Klassen. Hier beginnst du, das Handwerk zu lernen und die technischen Zusammenhänge zu verstehen. Erst jetzt arbeitest du mit Ingenieuren zusammen, die das Auto für dich einstellen. Danach geht es Schritt für Schritt weiter. Die Autos werden grösser und schneller. In welchen Serien man als Fahrer landet, ist sehr individuell. Ich beispielsweise bin in der Formel 3 gefahren, der GP3, der GP2 und bei den 24 Stunden von Le Mans. Mein grösster Erfolg während dieser Lehrjahre war 2012 der Vizemeistertitel in der renommierten GP3.

Danach kam für mich eine Durststrecke. Vor allem meinen eigenen Anforderungen wurde ich nicht mehr gerecht. Irgendwann fing ich an, an mir zu zweifeln. Das war eine schwierige Phase, die wahrscheinlich viele Sportler kennen. Aber diese Zeit hat mich auch extrem gestärkt.

Skepsis und Euphorie

Im Jahr 2013 habe ich das erste Mal von der Formel E gehört. Eine Motorsportserie mit Elektrorennwagen war ein absolutes Novum. Weil unsere Firma ABT Sportsline schon damals stark in die elektrische Antriebstechnologie investiert hatte, haben wir uns für einen Startplatz als Team beworben und den Zuschlag bekommen. Anfangs haben mich die Fahrer anderer Serien dafür noch belächelt. Du mit deinem Elektrozeug, hiess es. Das ist doch gar kein richtiger Motorsport. Tatsächlich wussten wir nicht, wie sich dieses Projekt entwickeln würde. Aber wir haben alle daran geglaubt. Die Atmosphäre im Fahrerlager war genial – ganz anders als bei anderen Rennserien. Wir waren stolz, Teil der Formel E zu sein, und haben gemeinsam daran gearbeitet, sie voranzubringen.

Mittlerweile sind wir schon in der fünften Saison. Die Formel E hat sich durchgesetzt und ist um ein Vielfaches reifer und professioneller geworden. Alle grossen Automobilhersteller sind mit einem eigenen Team vertreten oder steigen bis Ende 2019 ein – das gibt es in keiner anderen Serie. Die Zweifler sind verstummt. Für mich ist es ein ungewohntes Gefühl, mit Mitte 20 schon zu den alten Hasen im Feld zu gehören. Bis jetzt war ich sehr oft der Frischling im Fahrerlager, aber hier in der Formel E kenne ich alle Abläufe und Personen. Das gibt mir sehr viel Sicherheit. Vor zwei Jahren hat Audi den Startplatz von ABT Sportsline übernommen, unsere Firma betreut die Audi-Rennwagen nun als Einsatzteam. Ich bin sehr stolz, dass ich von Audi unter Vertrag genommen wurde. Solch eine Marke als Werksfahrer zu repräsentieren, ist der Traum vieler junger Piloten.

Der perfekte Tag

Höhepunkt meiner bisherigen Karriere war das Rennen in Berlin im Mai 2018. Pole-Position, schnellste Rennrunde und Start-Ziel-Sieg – und das alles vor heimischem Publikum. Besser kann ein Rennen nicht laufen. Das war der bisher schönste Tag meiner Motorsportkarriere. Nicht nur, weil ich gewonnen habe, sondern auch, weil er für Audi und unser Team ein absoluter Höhepunkt war. Bis zum Ende der Saison zeigten wir eine starke Teamleistung und holten am Ende die Team-Meisterschaft – eine tolle Saison.

Um mich optimal auf die Rennen vorzubereiten, trainiere ich in Simulatoren und halte mich natürlich auch körperlich fit. Das nimmt einiges an Zeit in Anspruch. Daneben nehme ich regelmässig Termine für und bei Sponsoren und Partnern wahr. Dadurch bekomme ich Einblicke in völlig andere Bereiche und Geschäftsfelder und lerne eine Menge neuer Menschen kennen. Ich trete gerne vor Leuten auf und war bereits auf Mitarbeiter- und Kundenveranstaltungen der LGT, auf Veranstaltungen vieler weiterer Partner und treffe bei den Rennen vor Ort die Gäste meiner Sponsoren.

Vom Hobby zum zweiten Job

Aus einer spontanen Idee heraus hat sich für mich ein weiteres,sehr intensives Beschäftigungsfeld ergeben. Vor vier Jahren habe ich begonnen, Video-Clips zu drehen und in den sozialen Medien zu veröffentlichen. Ich wollte meinen Fans etwas mehr aus dem Leben eines Rennfahrers erzählen. Was als Hobby begonnen hat, ist mittlerweile zu meinem zweiten Job geworden. Mit zwei Kameraleuten und einer Person für die Organisation veröffentliche ich zweimal pro Woche neuen Content. Ich zeige, was in meinem Leben passiert, und präsentiere auch andere Bereiche des Motorsports, unsere Firma und die Audi-Produkte. Mittlerweile habe ich über 250 000 Abonnenten auf Youtube, meine meistgeklickten Videos haben 1.7 Millionen Aufrufe. Ich bin überzeugt, solch ein Format hat Zukunft, und auch andere Rennfahrer werden bald aktiv werden. Die Fans wollen näher am Geschehen dran sein und immer neuen Content erleben. Mir macht es unglaublichen Spass zu überlegen, was wir als Nächstes machen können.

Meine Erfahrungen in der Formel E und mit meinem Social-Media-Projekt haben mir gezeigt, dass man sich manchmal trauen muss, Risiken einzugehen und Neues auszuprobieren– solange man davon überzeugt ist und sich voll dafür einsetzt."

Seit 2015 sponsert die LGT das Formel-E-Team Audi Sport ABT Schaeffler. Daniel Abt ist einer der beiden Fahrer des Teams und LGT Markenbotschafter.