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Grosse Unterschiede im Verhalten von Anlegern in der Schweiz, Hongkong und Singapur

28. Januar 2013

Eine aktuelle Studie der LGT zeigt interkulturelle Unterschiede im Anlageverhalten, den Renditeerwartungen und in der Portfolioallokation von vermögenden Privatkunden aus der Schweiz, Hongkong und Singapur

Anleger aus Hongkong sind am risikofreudigsten und sachkundigsten, Schweizer investieren am wenigsten in Rohstoffe, Gold und andere Edelmetalle, während Anleger aus Singapur in ihrem Anlageverhalten am konservativsten sind. Dies sind die Ergebnisse einer von der LGT Group in Auftrag gegebenen und heute veröffentlichten Studie zu vermögenden Privatpersonen in Hongkong, Singapur und der Schweiz. Der LGT Private Banking Report Asia 2012/2013 ist eine Erweiterung der im Juni 2012 publizierten Studie zum Anlegerverhalten vermögender Privatpersonen in der Schweiz und in Österreich. Diese hatte unter anderem eine gegenüber 2010 markant gestiegene Kundenzufriedenheit in der Schweiz dokumentiert.

Laut dem LGT Private Banking Report Asia 2012/2013 rechnen 58 Prozent der in Hongkong befragten vermögenden Personen in den kommenden fünf Jahren mit einer jährlichen Rendite von 10 Prozent und mehr, während in Singapur 43 Prozent und in der Schweiz lediglich 6 Prozent derart hohe Erwartungen haben. Ein Zeichen für den eher konservativen Anlagestil in Singapur ist die Tatsache, dass die Anleger die Hälfte ihres verfügbaren Vermögens in Cash halten, während dies in Hongkong bei einem Drittel und in der Schweiz bei einem Viertel der Investoren der Fall ist. Die LGT Studie wurde von Prof. Dr. Teodoro D. Cocca, Professor für Asset Management an der Johannes Kepler Universität in Linz, geleitet und basiert auf Interviews, die im vergangenen Jahr mit 505 vermögenden Personen in den drei Märkten durchgeführt wurden. Die Ergebnisse wurden von Prof. Dr. Cocca, von Annie Koh, Associate Professor of Finance an der Singapore Management University und Academic Director des Business Families Institute und des Financial Training Institute, sowie von Kalok Chan, Professor of Finance und Head of Finance Department an der Hong Kong University of Science and Technology, unabhängig voneinander ausgewertet.

"Die Gründe für die höheren Renditeerwartungen der Anleger in Hongkong liegen darin, dass sie grösseres Vertrauen in ihr Anlagewissen haben und ihre Fähigkeiten beim Stock Picking (der selektiven Auswahl von Aktien) oder bei der Wahl der aussichtsreichsten Anlageklassen möglicherweise überschätzen", sagt Prof. Chan. Bei den Singapurer Anlegern gehören neben den relativ hohen Cash-Positionen auch Rohstoffe, Gold und andere Edelmetalle ins Portfolio. Der Anteil dieser Anlageklassen liegt bei 28 Prozent des Vermögens (ohne Cash), während er in Hongkong 14 Prozent und in der Schweiz 8 Prozent beträgt. "Barmittel werden von den risikoscheuen Singapurer Investoren in der Regel als eine sichere, attraktive und risikoarme Anlageklasse wahrgenommen, die ein hohes Mass an Liquidität gewährleistet und in den heutigen unsicheren Zeiten als eine Art Sicherheitsnetz fungiert", sagt Prof. Koh.

Cash am beliebtesten, Europa die am wenigsten beliebte Region
Der Cash-Anteil war in den Portfolios aller drei Märkte am grössten. Auf der anderen Seite genossen europäische Blue-Chip-Aktien sowie Euro-Anleihen im Hinblick auf das Risiko und die erwartete Rendite bei den Hongkonger und Singapurer Anlegern gemäss Studie das geringste Vertrauen.

Ungenügende Portfoliodiversifikation in allen drei Märkten
Die Studie hat weiter gezeigt, dass die Portfolios in allen drei Märkten eine geringe Diversifikation aufwiesen, wobei Singapur, wo über zwei Drittel (67 Prozent) der Portfolios ungenügend diversifiziert sind, d.h. weniger als vier Anlageklassen enthalten, diesbezüglich am schlechtesten abschnitt. In der Schweiz und in Hongkong liegen die entsprechenden Werte bei 53 Prozent bzw. bei 45 Prozent. Die Hongkonger Portfolios waren in Bezug auf die Anlageklassen gut diversifiziert. In diesem Markt wird im Durchschnitt in 3.5 Anlageklassen investiert, wobei 17 Prozent der Anleger weniger als zwei und 56 Prozent vier oder mehr Anlageklassen in ihren Portfolios halten.

In Hongkong haben 30 Prozent der Befragten angegeben, dass sie im Anlagebereich über ein sehr gutes Wissen verfügen; in Singapur waren es 7 Prozent und in der Schweiz 16 Prozent. "Der Unternehmergeist in Hongkong könnte eine mögliche Erklärung für die Bereitschaft der dortigen Anleger sein, höhere Risiken einzugehen", meint Prof. Cocca.

Hongkonger Anleger sind unabhängiger
Die Studie hat gezeigt, dass die Anleger in Hongkong in ihren Entscheidungen mit Abstand am unabhängigsten sind. 55 Prozent gaben nämlich an, dass sie ihre Anlageentscheidungen eigenständig und ohne Unterstützung von professionellen Beratern treffen. Im Vergleich dazu waren es in Singapur 33 Prozent und in der Schweiz 39 Prozent.