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LGT Beacon: Der «Handelskrieg» spricht für einen antizyklischen Ansatz

6. August 2018

Langfristig könnten die derzeitigen Handelskonflikte am Ende durchaus zu weiteren Marktöffnungen führen - zumindest zwischen verbündeten Ländern mit ähnlichen strategischen Interessen. In der Zwischenzeit dürfte die aggressive Vorgangsweise Washingtons die Börsen jedoch immer wieder belasten. Wir neigen daher weiterhin dazu, Aktien bei Stärke abzubauen.

Inmitten sich verschärfender internationaler Handelsspannungen haben die US-Aktienindizes im Juni ein dreimonatiges Hoch erreicht, während die meisten anderen Märkte nachgegeben haben. Dann beschloss China, auf die jüngste Reihe von US-Zolltarifdrohungen vorläufig nicht zu reagieren. So konnte man zuletzt bei Aktien wieder eine Aufwärts-dynamik oder Erholungen beobachten.

Vor diesem Hintergrund stellen wir folgendes fest: 

  • Der sogenannte Handelskrieg ist nicht vorbei und dürfte wieder für Marktturbulenzen sorgen
  • Die Streitigkeiten zwischen den USA und China sind langfristig-struktureller Natur und daher sehr schwierig zu lösen; die Handelsspannungen können stattdessen auf andere strategische Interessensbereiche übergreifen
  • Die meisten industrialisierten Demokratien in Europa und Asien sind jahrzehntelange politische und militärische Vertragsverbündete der USA und teilen im Kern weitgehend deren strategischen Bedenken gegenüber China –  sie haben letztlich eine grössere Motivation, eine Einigung mit Washington zu erzielen
  • Die Verhandlungstaktiken des US-Präsidenten Donald Trump erschweren aber den Prozess und könnten zu Spaltungen und Rückschlägen innerhalb des alliierten Lagers führen
  • Die schrittweise Einführung von Importzöllen durch die USA und von Gegentarifen durch Kanada, Mexiko, Chi-na und die Europäische Union (EU) werden zunehmend ihren Weg in die Produktions- und Lieferketten der Unternehmen finden. Dann werden die Gewinnmargen schrumpfen und/oder die Kosten auf die Verbraucher umgewälzt, was letztlich der Nachfrage schaden könnte 
  • Die aktuelle Börsenerholung ist zu einem Grossteil auf die Erwartung einer weiteren guten Unternehmensgewinnsaison zurückzuführen. Dazu kommen Anzeichen einer sich beschleunigenden US-Wirtschaft und einer guten Weltkonjunktur. Auslöser war Chinas Entscheidung, auf die jüngsten US-Zollandrohungen vorerst gelassen zu reagieren und die Situation zu entspannt an-zugehen

Antizyklischer Trading-Ansatz

Die US-Handelspolitik erhöht die politische und wirtschaftliche Unsicherheit und belastet die Märkte deutlich. In einem derart guten Makroumfeld müssten Aktien eigentlich signifikant höher notieren.

Die bevorstehende Berichtssaison dürfte allerdings wieder positiv überraschen und die Anleger eine Weile vom Handelskrieg ablenken. Das würde Gelegenheit bieten, die Aktienquote zu reduzieren – insbesondere in jenen Segmenten, die wahrscheinlich von der Ungewissheit und dem drohen-den Protektionismus am meisten zu verlieren hätten.

Wir neigen seit einiger Zeit dazu, Perioden mit starken Kursauftrieb zur Reduzierung unserer Aktienposition zu nutzen und liquide Reserven für zukünftige Investitionen aufzubauen. Dieser antizyklische Ansatz bleibt angemessen – im Rahmen unserer konstruktiven, aber gleichzeitig defensiv ausgerichteten breiteren Anlagestrategie.

Lesen Sie weiter im LGT Beacon

Welche Konsequenzen sich daraus für unsere Portfolios ergeben erfahren Sie, wenn Sie hier im LGT Beacon weiterlesen. Diese Publikation können Sie auch wöchentlich abonnieren: Publikationen abonnieren

Anmerkung: Die nächste Ausgabe des LGT Beacon erscheint voraussichtlich Mitte August 2018.