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LGT Beacon: Strategieangleichung an unseren konstruktiven Ausblick

14. Februar 2018

Im Januar traten diverse kurzfristige Marktexzesse verstärkt auf. Zum Glück erfolgte rechtzeitig eine scharfe Selbstkorrektur. Diese «kalte Dusche» wird helfen, die Erwartungen abzukühlen, vernünftigere Bewertungen wiederherzustellen und damit auch die Hausse zu verlängern. Da das Makrobild stabil blieb, nutzten wir die tieferen Aktienkurse für Käufe.

Unsere letzte vierteljährliche taktische Asset-Allokation (QTAA) bestätigte im Dezember ein gutes Konjunkturumfeld, gekennzeichnet von zunehmend selbsttragendem Wachstum in nahezu allen Volkswirtschaften sowie gedämpfter Inflation in den meisten Regionen. Im Hinblick auf die Finanzmärkte haben wir jedoch erste Anzeichen von Selbstzufriedenheit und Übermut auf Seiten der Investoren bemerkt – d.h. die typischen Phänomene in der späteren Phase einer jeden Hausse.

Aus diesem Grund nahmen wir trotz des positiven Konjunkturumfelds eine vergleichsweise defensive Haltung ein: Wir erhöhten unsere Barmittelreserven, indem wir unser damaliges Übergewicht in Aktien auf ein moderates Niveau reduzierten. Zudem verkauften wir Anleihen von Schwellenländern (Emerging Markets, EM) und erhöhten Hedgefonds wieder auf unsere neutrale (d.h. strategische) Quote.

In unserem Ganzjahresausblick vom Januar rieten wir Investoren zudem dazu, ihren Fokus auf Fundamentalanalyse der Märkte und die Qualität der Anlagen zu schärfen und sich auf extremere Marktbewegungen vorzubereiten, um entsprechend antizyklisch reagieren zu können. Schon Anfang Februar zeigte sich, dass unsere Bedenken berechtigt waren: Der erste globale Börsenausverkauf seit Jahren hatte immerhin fast die gesamten Aktienmarktgewinne seit Ende Dezember ausgelöscht.

US- und EM-Aktien: Kaufgelegenheit

Glücklicherweise «korrigierte» der Einbruch viele der potentiell selbstzerstörerischen Marktexzesse. Das gab uns mehr Zuversicht, unsere Investmentstrategie stärker mit unserem freundlichen Makroausblick in Einklang zu bringen. Wir entschlossen uns daher, einige der defensiven Massnahmen vom Dezember rückgängig zu machen. Rund ein Drittel der Barreserven haben wir nun wieder in Aktien aus den USA und den EM investiert (d.h. in jenen Märkten, die wir im Dezember abgebaut hatten).  
Der beschleunigte Aufbau der kurzfristig zu exzessiven Erwartungen begann sofort nach der Annahme der US-Steuer-reform am 21. Dezember. Mit dem jüngsten Volatilitätsschock sind die Preise in den USA jedoch zu sehr verfallen. Die EM gehören weiterhin zu den attraktiv bewerteten Märkten, geniessen einen freundlicheren Zinsausblick und verloren während den Turbulenzen am wenigsten an Wert. Beide Märkte sind also aus unterschiedlichen Gründen wieder attraktiver geworden: Die EM werden weiter sowohl von technischen als auch fundamentalen Faktoren begünstigt. In den USA ging die Korrektur im Verhältnis zum Ausblick zu weit. 

Wiederherstellung einer besseren Balance

Die unternehmensfreundliche Rhetorik im Zusammenhang mit der Steuerreform des US-Präsidenten Donald Trump hat eine Rolle dabei gespielt, die Erwartungen zu sehr und zu schnell anzuheizen. Selbstverständlich bedeutet dies nicht, dass die Reform keinen positiven Einfluss auf die US-Unternehmensgewinne haben wird – das wird sie. Das Problem betrifft das Tempo und die Dimension, mit denen sich die Erwartungen wandeln. Die grösste Herausforderung in der Spätphase einer Hausse tritt auf, wenn die Erwartungen der Marktteilnehmer plötzlich abheben, weil dies unvermeidlich zu zukünftigen Enttäuschungen führt. In diesem Kontext stachen seit unserer QTAA im Dezember die folgenden Entwicklungen hervor:

  • Global gesehen erhöhten sich die Ertragsrevisionen so schnell wie seit 1990 (Beginn der Daten für den Gewinn je Aktie des MSCI-Index) nicht, wobei die Aktienpreise im Januar zeitweise sogar noch schneller anstiegen als die Gewinnschätzungen.
  • In den USA übertraf die Rendite der zweijährigen Staatsanleihen zum ersten Mal seit der globalen Finanzkrise von 2008 das Niveau der S&P 500-Dividendenrendite: Damit gibt es erstmals seit einem Jahrzehnt wieder eine risikofreie kurzfristige und liquide Anlagealternative zum breiten Aktienmarkt.


Erfreulicherweise hat der Börsenausverkauf diesen zu schnellen Aufbau von Ungleichgewichten und Divergenzen vorerst gestoppt oder wenigstens auf einen vernünftigeren Pfad geführt.

Lesen Sie weiter im LGT Beacon

Welche Konsequenzen sich daraus für unsere Portfolios ergeben erfahren Sie, wenn Sie hier im LGT Beacon weiterlesen. Diese Publikation können Sie auch wöchentlich abonnieren: Publikationen abonnieren

Anmerkung: Die nächste Ausgabe des LGT Beacon erscheint voraussichtlich Mitte März 2018.

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