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LGT Beacon: Taktische Asset-Allokation für das Q1/2018

13. Dezember 2017

Wir rechnen weiterhin mit einer weltweit anhaltend freundlichen Konjunkturlage mit allenfalls nur moderatem Inflationsdruck. Nach den starken und sorglosen Kursrallyes des auslaufenden Jahres halten wir jetzt eine moderate Reduktion des Aktienübergewichts jedoch für angebracht.

Bei Währungen ziehen wir wieder tendenziell den US-Dollar vor.

Nachfolgend stellen wir unsere Markteinschätzung und Anlagepolitik für die nächsten drei bis sechs Monate vor. Die hier erwähnten Entscheidungen betreffen die von LGT Capital Partners verwalteten diversifizierten Strategien.

Synchrones Wachstum und niedrige Inflation

Unser Makro-Hauptszenario ist weitgehend unverändert: Wir gehen auch für die kommenden Monate von einem global synchronen Wirtschaftswachstum mit gedämpfter Inflation aus. Die dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) vorauslaufenden Einkaufsmanagerindizes (PMIs) signalisieren beispielsweise für die USA eine Erholung des Realwachstums auf die historische Norm von 3 bis 3.5 Prozent pro Jahr (Grafik 1). Auch die internationalen PMI-Umfragen bestätigen dieses Bild (Grafik 2), wobei der Aufschwung in den entwickelten Volkswirtschaften nach wie vor eine stärkere (relative) Dynamik aufweist, als in den Emerging Markets (EM). 

Die Inflationsraten haben sich zugleich zwar teilweise erholt, bleiben aber im Allgemeinen tiefer als angestrebt (Grafik 3). Zugleich sind die geldpolitischen Rahmenbedingungen in den meisten grossen Volkswirtschaften derzeit genau richtig kalibriert, sodass inflationäre Ängste ebenso ungerechtfertigt erscheinen wie disinflationäre Gespenster.

Risiko: Wachstumsdynamik könnte zunehmen

Sollte sich die Wachstumsdynamik jedoch weiter beschleunigen, besteht natürlich die Gefahr, dass (einige) Zentralbanken zu aggressiv reagieren und ihre Straffungspläne vorziehen oder verstärken. Wir behalten daher auch unser alternatives (und eher unwahrscheinliches) Risikoszenario einer desinflationären Verlangsamung des Wirtschaftswachstums bei.

Bisher ist die US-Notenbank bei ihrer Zinserhöhungspolitik behutsam vorgegangen. Im globalen Vergleich bleibt sie allerdings immer noch am ehesten dazu geneigt, gegebenenfalls ihr Straffungstempo über das derzeit bereits eingepreiste Ausmass hinaus zu beschleunigen - insbesondere, wenn der US-Kongress in den kommenden Wochen eine Steuerreform verabschieden sollte. Im Frühjahr wird Jerome Powell zudem den Fed-Vorstand von Janet Yellen übernehmen, was neue Anhaltspunkte für den künftigen Kurs liefern könnte. Die US-Wirtschaft ist schliesslich immer noch dem Inflationsziel von 2% pro Jahr am nächsten, wobei die Kerninflationsrate ein guter Indikator für den mittelfristigen Inflationstrend ist. Im Vergleich dazu sind die anderen Notenbanken noch weit von ihren Zielen entfernt, auch wenn es zuletzt wieder in die richtige Richtung ging (Grafik 3).

Auch die bekannten geo- bzw. politischen Risiken bleiben weiterhin soweit vernachlässigbar, als dass sie einfach nicht gross genug sind, um das globale Wirtschaftsgefüge in naher Zukunft zu beschädigen. Der fundamentale Ausblick für Risikoanlagen bleibt daher insgesamt grundsätzlich gut.

Vorsicht ist gerechtfertigt

Zur gleichen Zeit beobachten wir allerdings zunehmend einige typisch spätzyklische Phänomene: Die Stimmungsindikatoren deuten auf erhöhten Optimismus hin, während Branchenumfragen zeigen, dass sich viele institutionelle Anleger in einer unangenehmen Position sehen - d.h. sie sind in Risikoanlagen übergewichtet, erkennen aber gleichzeitig an, dass diese Risiken nicht mehr angemessen entschädigt werden (Aktienbewertungen werden als erhöht angesehen, die Kreditrisikoaufschläge sind historisch sehr niedrig, usw.). Es gibt auch Anzeichen für aufkeimende Übertreibungen, wie zum Beispiel den Hype rund um die Kryptowährungen oder der Anstieg der sogenannten Short-Volatility-Carry-Trades¹.

Taktische Positionierung: Aktienübergewicht halten

Wir müssen hier allerdings auch festhalten, dass Zeiten der (zunehmenden) Markeuphorie bereichsweise tendenziell auch die höchsten Renditen bieten - und dass solche Phasen auch Jahre andauern können (Grafik 4). Diese Tatsache, kombiniert mit unserer positiven Einschätzung der wirtschaftlichen Fundamentalentwicklung, veranlasst uns, in den diversifizierten Portfolios generell ein Aktienübergewicht beizubehalten. Das Strategieteam hielt es aber dennoch für sinnvoll, jetzt zumindest vorübergehend die Bargeldreserven zu erhöhen - auch, um bei stimmungsbasierten Korrekturen Opportunitäten besser nützen zu können (lesen Sie weiter im LGT Beacon). 

Lesen Sie weiter im LGT Beacon

Welche Konsequenzen sich daraus für unsere Portfolios ergeben erfahren Sie, wenn Sie hier im LGT Beacon weiterlesen. Diese Publikation können Sie auch wöchentlich abonnieren: Publikationen abonnieren

Anmerkung: Die nächste Ausgabe des LGT Beacon erscheint voraussichtlich Mitte Januar 2018.