Skip navigation Scroll to top

VALUES WORTH SHARING
Scroll to top

LGT Beacon: Taktische Asset-Allokation für das Q3/2017

14. Juni 2017

Die seit Anfang 2016 anhaltende reflationäre Erholung verliert inzwischen weltweit etwas an Dynamik, während die Inflationserwartungen wieder abflachen. Zudem hinkt der tatsächliche Konjunkturaufschwung den stärker aufgehellten Stimmungsindikatoren oft hinterher. Wir wollen daher eine etwas vorsichtigere Gesamtstrategie fahren und nehmen bei Risikoanlagen selektiv Gewinne mit.

Im Folgenden stellen wir die Ergebnisse der am vergangenen Freitag abgeschlossenen vierteljährlichen Überprüfung der taktischen Asset Allokation (TAA) der von LGT Capital Partners verwalteten Portfolios vor. Die TAA repräsentiert unsere Marktbewertung für die nächsten drei bis sechs Monate und wird als positive oder negative Abweichung gegenüber unserer strategischen Allokation (SAA) ausgedrückt. Die SAA widerspiegelt unsere Hausmeinung für die kommenden Jahre.

Das makroökonomische Basisszenario bleibt gutartig, aber...

Das globale Konjunkturumfeld bleibt gutartig: Es gibt ausreichend Wachstum und wenig Inflation. Die Wirtschaftsdaten haben sich allerdings weniger gut erholt, als der starke Aufschwung der Stimmungsindikatoren vermuten liesse (wobei die robusten Unternehmensgewinne diesbezüglich die Ausnahme darstellen). Insbesondere in den USA wurden die Hoffnungen betreffend der Präsidentschaft von Donald Trump bisher enttäuscht (Steuerreform, Infrastrukturprogramm).

Doch auch in der Europäischen Union (EU) könnte es zu einer ähnlichen Entwicklung kommen. Nachdem sich in einer Reihe von Wahlen die europafreundlichen Kräfte durchsetzen konnten, wurde das Risiko eines EU-Zerfalls prompt ausgepreist und die regionalen Geschäfts- und Konsumstimmungsbarometer haben Rekordhöhen erklommen. Obwohl wir den EU-Konjunkturausblick weiterhin positiv beurteilen, bleibt es doch abzuwarten, wie stark und wie schnell sich dieser Vertrauensvorschuss tatsächlich in den harten Daten niederschlagen wird. Zudem dürfte die Inflation in der industrialisierten Welt weiterhin anämisch bleiben, weil der Ausblick für die Energiepriese mittelfristig schwach bleibt, während der Lohnauftrieb bestenfalls sehr zahm ausfallen dürfte.

Die Aussichten für die Schwellenländer bleiben im Schlepptau des nicht mehr starken US-Dollars und der Aufhellung des Welthandels generell positiv. Das Spektrum bleibt freilich breit: Im kritischen Bereich leidet Brasilien unter einem neuen Korruptionsskandal, welcher aber keinen Einfluss auf andere Länder haben dürfte, während China mit dem erneuten Versuch einer kontrollierten Kreditverknappung gezwungenermassen erneut das Risiko eingeht, kurzfristig wieder etwas zu fest auf die Bremse zu steigen. Andererseits profitiert Osteuropa vom EU-Aufschwung, Indien von seinen mutigen Reformen und Südkorea vom stabilisierten Welthandel. Dieses EM-Segment profitiert vom schwächeren US-Dollar, dem gutartigen Konjunkturausblick und der Stabilisierung des Welthandels. Relativ hohe Realzinsen und unterbewertete Währungen bieten ebenfalls Unterstützung.

Gewinnmitnahmen bei Risikoanlagen zur Erhöhung der Cashquote

Unter dem Strich gehen wir weiter davon aus, dass die Hausse sich fortsetzen wird, da sie durch robuste Fundamentaldaten untermauert bleibt: Die Unternehmensgewinne weisen schliesslich in der Regel wieder zweistellige Wachstumsraten aus, Schuldenklemmen sind selten oder rückläufig, während die fiskal- und geldpolitische Grundausrichtung global wachstumsfreundlich bleibt.

Die Stimmung und Positionierung der Anleger stellt kurzfristig allerdings ein Risiko dar. Trotz eines bemerkenswerten Niveaus an politischem Lärm steigen die Kurse bekanntlich schon seit Anfang 2016 stetig und stabil weiter. Die meisten Anleger sind daher inzwischen bereits überdurchschnittlich stark gegenüber Aktien exponiert und zeigen sich mitunter zu sorglos, während es insbesondere in Ostasien und dem Nahen Osten an geopolitischen Spannungen nach wie vor nicht mangelt. Die Voraussetzungen für einen temporären Rückschlag an den Märkten sind daher inzwischen gegeben. Wir haben uns deshalb entschlossen, unsere besonders ausgeprägten Aktienübergewichte in Europa, Japan und Asien-Pazifik etwas zu reduzieren, primär zugunsten von Cash. Damit wären wir auch besser in der Lage, bei etwaigen Marktturbulenzen wieder zuzukaufen.

Aktien: reduziertes Gesamtübergewicht und weniger ausgeprägte regionale Präferenzen

Wir reduzieren leicht unsere drei bisher am stärksten ausgeprägten aktiven Positionen, nämlich Europa, Japan und Asien-Pazifik. Insgesamt bleibt das Gesamtgewicht von Aktien damit aber immer noch klar über unserer strategischen Neutralquote. Europa und Japan bewerten wir weiterhin attraktiver als die anderen Märkte, wenn auch etwas weniger stark ausgeprägt als zuvor. Die Positionen in den USA und den Emerging Markets (EM) bleiben unverändert. Bei Listed Private Equity (LPE) sind wir unverändert deutlich untergewichtet - die Abschläge gegenüber den Nettoinventarwerten sind kleiner als im historischen Durchschnitt, was wir als teuer empfinden. Immobilien- (REITs) und Infrastrukturaktien (MLPs) bleiben leicht übergewichtet, weil sie hohe und stabile Dividendenrenditen bieten. Rohstoffaktien werden bei ihrer kleinen taktischen Untergewichtung belassen, da wir insbesondere bei den längerfristigen Aussichten für Rohstoffpreise, vor allem Rohöl, vorsichtig bleiben.

Anleihen: Gewichtsverlagerung von High Yield zu EM-Lokalwährungsanleihen

Wir behalten unsere starke Untergewichtung von Staatsanleihen und damit auch unsere unterdurchschnittliche Portfolio-Duration bei. Gleichzeitig reduzieren wir High Yield Credit (HY) auf ein deutliches Untergewicht. Aufgrund der prägnanten Spread-Verengung ist das HY-Segment inzwischen zu teuer bewertet. Schwellenländeranleihen, die in lokalen Währungen ausgegeben werden, betrachten wir hingegen weiterhin als attraktiv und bauen unsere leicht übergewichtete Position weiter vorsichtig aus. Dieses EM-Segment profitiert vom schwächeren US-Dollar, dem gutartigen Konjunkturausblick und der Stabilisierung des Welthandels.

Moderate Risikoreduktion des Gesamtportfolios

Zusammengefasst reduzieren wir also mit dem Verkauf von Aktien und hochverzinslichen Anleihen das Risikoprofil unserer Portfolios, vorerst zugunsten von Cash.

Präferenz für die schwedische Krone beibehalten 

Bei den Währungen behalten wir nunmehr unsere im letzten Quartal eröffnete aktive Position zugunsten der schwedischen Krone (SEK) gegenüber dem überbewerteten Schweizer Franken bei. Das bisherige (zwischenzeitlich bereits reduzierte) Übergewicht im US-Dollar wird vollständig geschlossen. Die Währungen der Schwellenländer und des asiatisch-pazifischen Raums (ohne Japan) bleiben aufgrund unserer Aktien- und Anleihenpositionen in den genannten Märkten wie bisher moderat übergewichtet.

Lesen Sie weiter im LGT Beacon

Welche Konsequenzen sich daraus für unsere Portfolios ergeben erfahren Sie, wenn Sie hier im LGT Beacon weiterlesen. Diese Publikation können Sie auch wöchentlich abonnieren: Publikationen abonnieren

Anmerkung: Die nächste Ausgabe des LGT Beacon erscheint voraussichtlich am 28. Juni 2017.