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LGT Investorama: Sind Einkäufe in Private Equity Unternehmen teuer oder günstig?

17. Februar 2017

Im Zuge der Erholung von der globalen Finanzkrise hat sich der Einkauf in Private Equity Zielunternehmen deutlich verteuert. Es stellt sich deshalb die Frage: Sind Private Equity Anlagen im aktuellen Umfeld eher zu meiden? Im Vergleich zu den Bewertungen an der Börse kaufen sich jedoch Private Equity Manager deutlich günstiger in Unternehmen ein.

 

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Gerade im Bereich von Small Buyout Transaktionen werden oft zwei- bis dreimal EBITDA weniger bezahlt. Zudem wachsen viele Private Equity Unternehmen deutlich schneller und profitabler. Bezahlt ein Private Equity Manager z.B. siebenmal EBITDA für ein Unternehmen, welches den Umsatz jährlich mit 10% und EBITDA um 15% steigert, so muss ein Aktieninvestor oft über zehnmal EBITDA bezahlen für Unternehmen, welche allenfalls gar unter schrumpfenden Umsätzen und Gewinneinbussen leiden. Für schnell wachsende Unternehmen werden teils exorbitant hohe Aktienpreise beobachtet.

Jeder Investor weiss, dass ein Verkauf bzw. das Nichthalten von einem Asset den Kauf bzw. das Halten von anderen Anlagen impliziert, allenfalls einfach in Cash. Es ist somit weniger relevant, ob eine Anlage für sich allein genommen und absolut teuer ist, oder teurer als in der Vergangenheit. Viel wichtiger ist, wie sich die Preise, welche ich für eine Anlage bezahle, mit jenen vergleichen, welche für alternative Anlagen verlangt werden. Und noch entscheidender ist, was ich für den investierten Preis tatsächlich erhalte. Entsprechend sollte dort investiert werden, wo Renditepotentiale in Relation zu den damit verbundenen Risiken und unter Berücksichtigung des Einkaufspreises am günstigsten erscheinen. Relative Preissignale sind entscheidend für wirtschaftliche Handlungen. Diese Signale scheinen auch im aktuell teuren Umfeld für Anlagen in Private Equity zu sprechen.

Viele Investoren glauben wohl an attraktive Private Equity Renditen in guten Zeiten. Es mögen sich aber auch viele fragen, wie gut man mit Private Equity Anlagen aufgestellt wäre, wenn z.B. zu rasch steigende Zinsen zu einem Platzen von spekulativen Blasen führen würden. Immerhin nährt die Erfahrung auch für den Fall von Finanzkrisen die Hoffnung, dass zumindest kleinere Verluste als z.B. mit Aktienanlagen zu verkraften wären. So beliefen sich etwa auch die Verluste in der letzten Krise für viele Private Equity Investoren auf kaum die Hälfte im Vergleich zu den Abschlägen an den Börsen

Autor: Dr. Jürg Burkhard, Head PE Portfolio Controlling, LGT Capital Partners

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