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Solarenergie für Millionen

18. Dezember 2014

Die Organisation M-KOPA will bis zum Jahr 2018 Millionen Haushalte in Kenia mit Solarstrom versorgen. Eine nachhaltige Geschäftsidee mit grossem Wachstumspotenzial - lesen Sie hier welchen Beitrag LGT Venture Philanthropy leistet und wie Nathaniel Kiman Wainaina und seine Frau Grace zu Strom-Selbstversorgern wurden.

Sind Strom-Selbstversorger: Nathaniel Kiman Wainaina und seine Frau Grace.
Sind Strom-Selbstversorger: Nathaniel Kiman Wainaina und seine Frau Grace.

Nathaniel Kiman Wainaina und seine Frau Grace haben sieben Kinder. Als ihre älteste Tochter in die Sekundarschule ging, musste sie jeweils morgens um fünf Uhr aufstehen, um ihre Hausaufgaben bei Tageslicht machen zu können. Der Haushalt der Wainainas ist wie Millionen andere in Kenia nicht ans öffentliche Stromnetz angeschlossen. Wenn es dunkel ist, werden in diesen Häusern stattdessen Kerosinlampen angezündet, die nur wenig Licht spenden. Die Anschlussgebühr ans Stromnetz kostet eine Familie mindestens 40 000 Kenia-Schilling (über 450 US-Dollar). Unbezahlbar für Nathaniel Kiman Wainaina.

Seit letztem Jahr können sich die Wainainas trotzdem elektrisches Licht für alle drei Zimmer ihres Hauses leisten. Dank M-KOPA, eine Organisation, die einkommensschwache und folglich nicht kreditwürdige Kenianer mit Solarstrom versorgt: M steht im Namen für mobil, und Kopa heisst borgen auf Swahili. Nathaniel Kiman Wainaina hat bei M-KOPA eine Solaranlage, drei Lampen und ein mobiles Solar-Ladegerät erworben. Auf Kredit. Die Anzahlung von 2 500 Kenia-Schilling leistet er sofort. Den Rest des Gesamtbetrags von 18 000 Kenia-Schilling bezahlt er nun ein Jahr lang ab. In kleinen Beträgen, die auf sein Einkommen abgestimmt sind: Pro Tag sind es zirka 50 Kenia-Schilling (0.60 US-Dollar), die direkt vom Guthaben seines Mobiltelefons abgebucht werden.

So viel kostete in etwa auch das Kerosin, das Nathaniel Kiman Wainaina bislang gekauft hatte. «Aber mit der Solaranlage haben die Wainainas nach einem Jahr überhaupt keine Kosten mehr», sagt Jesse Moore, Managing Director bei M-KOPA. «Die Anlage gehört ihnen, und sie können den benötigten Strom über die Solarpanels selbst produzieren.» Zudem seien sie nicht von einem Stromnetz abhängig. Der 38-jährige Brite hat die Organisation M-KOPA 2012 zusammen mit seinen beiden Freunden Nick Hughes und Chad Larson gegründet. Bislang hat M-KOPA über 50 000 Solaranlagen verkauft. «Jede Woche kommen 1000 hinzu», sagt Jesse Moore. Bis 2018 wollen die drei Sozialunternehmer über eine Million Haushalte in Kenia mit Solarstrom versorgen.

«Wir erhalten von LGT Venture Philanthropy nicht nur finanzielle Mittel, sondern vor allem auch Know-how, Kontakte und Management-Erfahrung.» Jesse Moore
 

Mit Vermögen Positives bewirken

Damit dieses Ziel erreicht werden kann, braucht es neben einem realistischen Businessplan, engagierten Mitarbeitenden und solidem Eigenkapital auch Partner, die in M-KOPA investieren. Hier hilft die LGT Venture Philanthropy Initiative, die 2007 von S.D. Prinz Max von und zu Liechtenstein, CEO der LGT Group, ins Leben gerufen wurde. LGT Venture Philanthropy unterstützt weltweit Organisationen, die sich für die Verbesserung der Lebensqualität von benachteiligten Menschen einsetzen. Die Auswahl ist streng: «Über 5 000 Social Entrepreneurs haben sich bisher bei uns beworben. Beteiligt haben wir uns bislang nur an 35 Sozialunternehmen», betonen die Verantwortlichen bei LGT Venture Philanthropy. «Im Gegenzug begleiten wir die ausgewählten Organisationen sehr eng.» Davon profitiert auch M-KOPA. «Wir erhalten von LGT Venture Philanthropy nicht nur finanzielle Mittel, sondern vor allem auch Know-how, Kontakte und Management-Erfahrung », sagt Jesse Moore.

Wie wichtig professionelle Hilfe auch vor Ort ist, weiss Nathaniel Kiman Wainaina: Bei Fragen zur Solaranlage oder bei Problemen kann er den Kundenservice von M-KOPA kontaktieren oder den Verkaufsladen der Organisation im Dorf aufsuchen. Dienstleistungen, die in industrialisierten Ländern normal sind – nicht aber im Entwicklungsland Kenia.

Nutzen von LGT Venture Philanthropy

Venture Philanthropy hat wenig mit herkömmlicher Entwicklungshilfe zu tun. «Im Gegensatz zu traditionellen wohltätigen Spenden, die meist nur in einzelne Aktionen, Projekte und Programme fliessen, investieren wir langfristig und direkt in junge, stark wachsende Organisationen, die mit einem unternehmerischen Ansatz einen sozialen oder ökologischen Mehrwert für benachteiligte Menschen schaffen», sagt Wolfgang Hafenmayer, Managing Partner bei LGT Venture Philanthropy. LGT Kunden können sich wie die Fürstliche Familie mit einem Teil ihres Vermögens bei Organisationen von LGT Venture Philanthropy engagieren. Die Fürstliche Familie unterstützt M-KOPA mit einer Million US-Dollar.