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Umfassende Analyse des Familienvermögens

12. August 2014

Eine deutsche Unternehmerfamilie beschliesst, den Erlös aus dem Verkauf eines Unternehmensteils am Kapitalmarkt zu investieren. Ein Team aus Anlagespezialisten der LGT überzeugt die Familie mit einer auf das Gesamtvermögen abgestimmten Lösung.

Analysierten die komplexe Vermögenssituation der Unternehmerfamilie: Walter Pfaff, Andreas Loretz und Philipp Becker.
Analysierten die komplexe Vermögenssituation der Unternehmerfamilie: Walter Pfaff, Andreas Loretz und Philipp Becker.

Die zunehmende Globalisierung, die Schwierigkeit, weiteres Wachstum zu finanzieren, aber auch die Sicherung der Nachfolge veranlassen viele mittelständische Unternehmen, sich für die Zukunft neu auszurichten und allenfalls nicht betriebsnotwendige Teile zu verkaufen. Genau diesen Prozess hatte eine Unternehmerfamilie hinter sich, als sie sich im Frühjahr 2011 an die LGT wandte. Ein Teil des Verkaufserlöses sollte in die Wachstumsstrategie des Unternehmens reinvestiert werden, den anderen Teil in Höhe von rund 120 Millionen Euro wollte die Familie am Kapitalmarkt anlegen. Ziel war, das bis anhin ausschliesslich im Unternehmen gebundene Familienvermögen besser zu diversifizieren und für kommende Generationen freies Kapital aufzubauen. Die LGT wurde eingeladen, einen Vorschlag zu präsentieren, wie eine zukünftige Anlagestrategie erarbeitet und umgesetzt werden könnte. Sie stand dabei im Wettbewerb mit mehreren anderen Finanzhäusern. 

Déjà-vu

Die Ausgangslage für die Unternehmerfamilie präsentierte sich ähnlich wie einst für das Fürstenhaus von Liechtenstein. Die Eigentümerfamilie der LGT hatte ebenfalls vor gut 15 Jahren einen Unternehmensteil verkauft und wollte den Erlös am Kapitalmarkt investieren. Damals entwickelten die bankinternen Spezialisten als Lösung die Fürstliche Strategie, ein sehr langfristig orientiertes Anlagekonzept, welches traditionelle und alternative Anlagen auf innovative Art verbindet. Allerdings liessen sich die Erfahrungen aus dem damaligen Vorgehen nicht eins zu eins übertragen: "In unserem Fall waren die unternehmerische und die private Situation sehr vielschichtig", erklärt Andreas Loretz, Bereichsleiter Markt Deutschland bei der LGT. Er bildete deshalb ein bankinternes Team aus Anlage- und Kapitalmarktspezialisten, welches eine umfassende Analyse vornehmen sollte. 

Die Analyse musste beispielsweise berücksichtigen, dass das Familienunternehmen branchenspezifische Risiken und Chancen aufwies. Als metallverarbeitender Betrieb war es den Schwankungen der Rohstoffpreise ausgesetzt, mit den Hauptabsatzmärkten in der EU und den USA zudem auch Währungsrisiken. Die Finanzanlagen mussten in diesem Kontext analysiert werden und einen gewissen Risikoausgleich zum industriellen Vermögen sicherstellen. Dazu kam die persönliche Situation der Familie: Anspruchsberechtigt waren – zu jeweils unterschiedlichen Teilen – nicht weniger als fünf Familienzweige, deren Mitglieder in unterschiedlichen Ländern mit verschiedenen Währungen leben.

"In solchen Fällen reicht es nicht, nur das zu veranlagende Vermögen zu betrachten", sagt Andreas Loretz. "Man muss die gesamte Vermögenssituation der Familie berücksichtigen, da sonst beispielsweise die ausreichende Diversifikation des Vermögens nicht gewährleistet ist."

"Ein Anleger hat eine bessere Entscheidungsgrundlage, wenn er das Zusammenspiel der verschiedenen Anlageklassen kennt und deren Chancen und Risiken beurteilen kann."

Stephan Kind

 

Komplexe Ausgangslage

Gleicher Meinung ist Walter Pfaff, Head Asset Allocation & Research bei der LGT und ein wichtiges Mitglied des von Andreas Loretz gebildeten Teams: "Bei einer derartig komplexen Ausgangslage macht es keinen Sinn, ohne genaue Analyse einen Anlagevorschlag zu machen." Insbesondere galt es auch, die unterschiedlichen langfristigen Vermögensziele der Familienmitglieder unter einen Hut zu bringen. Bei den Gesprächen mit der Familie zeigte sich zudem, dass die Finanzmarktkenntnisse auf Kundenseite sehr unterschiedlich ausgeprägt waren. Während der Sohn des Firmengründers mit einem betriebswirtschaftlichen Doktortitel über ausgezeichnete Kapitalmarktkenntnisse verfügte, waren andere Familienmitglieder zwar erfolgreiche Unternehmer, hatten jedoch keinerlei Erfahrung mit Finanzanlagen. Dann gab es auch Familienmitglieder – etwa ein Historiker und eine Musikerin – die zur Wirtschaftswelt praktisch keinen Bezug hatten. "Ein solch grosser Know-how- Unterschied innerhalb einer Familie ist für uns eine Herausforderung", bestätigt Stephan Kind, Portfoliomanager der Fürstlichen Strategie und ebenfalls Teil des LGT Teams: "Ein Anleger hat eine bessere Entscheidungsgrundlage, wenn er das Zusammenspiel der verschiedenen Anlageklassen kennt und deren Chancen und Risiken beurteilen kann." Ebenso wichtig ist für Stephan Kind, dass seine Kunden das strategische Anlagekonzept und die erarbeiteten Vorschläge kritisch hinterfragen.

"Man muss die gesamte Vermögenssituation der Familie berücksichtigen, da sonst beispielsweise die ausreichende Diversifikation des Vermögens nicht gewährleistet ist."

Andreas Loretz

 

Daher analysierte das Team der LGT gemeinsam mit den Familienmitgliedern und deren externen Beratern nicht nur die gesamte Vermögenssituation, sondern vermittelte einzelnen Familienmitgliedern in Workshops zusätzliche Finanzmarktkenntnisse. Auf Basis der Analyse präsentierte das Team der LGT schliesslich eine Vermögensstrategie, deren Schwerpunkt bei den Anlagen und Währungen auf Asien und den Emerging Markets lag und so die Risiken des vornehmlich in Europa und den USA tätigen Familienunternehmens ausgleichen konnte.

Das aufwändige Vorgehen der LGT hat sich in diesem Fall für beide Seiten gelohnt: Die LGT gewann mit ihrem Konzept die Ausschreibung, und die Unternehmerfamilie ist mit den bisher erzielten Resultaten äusserst zufrieden. Dies zeigt sich für Andreas Loretz auch daran, dass sich mittlerweile drei Mitglieder der Familie entschieden haben, der LGT auch einen beträchtlichen Teil ihres Privatvermögens anzuvertrauen.

 

Vergleich ist erwünscht

Mithilfe der Szenario-Analyse entwickelt die LGT sogenannte "robuste Portfolios" mit dem bestmöglichen Risiko-Rendite-Verhältnis. Erklärtes Ziel ist dabei nicht die bestmögliche kurzfristige Performance, bei der das Verlustrisiko entsprechend grösser ist, sondern ein mittelfristig zufriedenstellender stabiler Ertrag. "Bei der Betrachtung über drei bis fünf Jahre müssen wir mit unseren Anlagelösungen keinen Vergleich scheuen", sagt Walter Pfaff, Head Asset Allocation & Research bei der LGT. "Wir schlagen unseren Kunden durchaus vor, einen Teil des zu veranlagenden Vermögens mit ähnlichem Risikoprofil bei einem anderen Institut anzulegen. So haben sie nicht nur eine zweite Fachmeinung, sondern vor allem auch eine Benchmark, mit der sie die Qualität unserer Arbeit bewerten können."

Der Beitrag ist im Porträt der LGT erschienen.

Weitere Informationen: LGT – Wir über uns