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Ahead of the curve: Wirtschaftliche Konsequenzen der chaotischen Entwicklungen im US-Wahlkampf

10. September 2020

Ein Kommentar von Jürgen Lukasser, Chief Investment Officer der LGT Bank Österreich, zur schockierenden Nachricht, dass der amtierende US-Präsident Donald Trump am Corona-Virus erkrankt ist und wie das im Hinblick auf die US-Wahlen am 3. November für erhebliche Unsicherheit sorgt.

Ahead of the curve: Wirtschaftliche Konsequenzen der chaotischen Entwicklungen im US-Wahlkampf

Der Monat Oktober hielt einige Überraschungen parat, wobei die Erkrankung des US-Präsidenten mit Sicherheit die schwerwiegendste ist. In den letzten Wochen haben wir versucht Szenarien für mögliche Wahlergebnisse und deren Auswirkungen auf die Kapitalmärkte zu zeichnen. Diese sind nun weitgehend Makulatur. Donald Trump kann man an dieser Stelle einfach nur gute Besserung wünschen.

Welchen Einfluss könnten die aktuellen Ereignisse auf den Ausgang der Wahl haben? Als der britische Premierminister Boris Johnson im Frühjahr 2020 mit Covid infiziert wurde und die Erkrankung bei ihm einen ernsten Verlauf zeigte, regierte das Land mit einer Welle der Sympathie – auch wenn diese seither deutlich abgeflaut ist. Könnte Donald Trump mit einer ähnlichen Entwicklung rechnen? Boris Johnson zog sich für eine Weile aus dem Tagesgeschäft zurück. Ist das rund einen Monat vor der Wahl überhaupt eine ernsthafte Option? Die aktuellen Entwicklungen werden zweifellos wirtschaftliche Folgen haben.

An dieser Stelle soll versucht werden die wichtigsten Konsequenzen abzuschätzen:

Aus konjunktureller Sicht scheinen die aktuellen Entwicklungen mit hoher Wahrscheinlichkeit negativen Charakter zu haben, da mit der Cluster-Bildung im Weissen Haus eine weitere Lockerung der Ausgangsbeschränkungen sehr unwahrscheinlich wird. Es war sicherlich sehr viel einfacher für eine Lockerung der Massnahmen zu argumentieren, als breite Schichten der Bevölkerung diese Massnahmen für völlig übertrieben gehalten hat. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich diese Einschätzung gerade ändert. Auf individueller Ebene für dies zu einer Verhaltensänderung, unabhängig von offiziellen Regeln und Vorschriften.

 

Die Chancen in Hinblick auf einen weiteren fiskalischen Stimulus erscheinen andererseits deutlich gestiegen zu sein. Demokraten und Republikaner sind gefordert den der Situation angemessenen Beitrag der öffentlichen Hand zu leisten.  Es erscheint als sehr wahrscheinlich, dass die Herausforderungen durch die Pandemie aktuell deutlich ernster genommen werden als noch vor wenigen Tagen. Ein weiterhin schwacher Arbeitsmarkt deutet ebenfalls in diese Richtung. Der amtierende Präsident hat allerdings zu erkennen gegeben, dass er zu keinen weiteren Verhandlungen mit den Demokraten vor der Wahl bereit ist.

Für die Aktienmärkte ist zu erwarten, dass die Volatilität ansteigen wird. Dieses Umfeld könnte einmal mehr dazu führen, dass sich Qualitätsaktien besser entwickeln können als der Rest des Marktes. Vor der Erkrankung Donald Trumps deuteten sowohl die TV-Debatte zwischen dem aktuellen Präsidenten und seinem Herausforderer als auch der mögliche Gewinn des Senat-Sitzes für Iowa durch die Demokraten auf eine Verbesserung der Chancen für Joe Biden. Die Aktienmärkte hatten auf diese Entwicklungen jedoch kaum reagiert. Demnach scheint der Markt bereits die Möglichkeit eines Biden-Sieges diskontiert zu haben.

Besonders interessant ist die Situation für den US-Dollar. Kann der Greenback auch in der aktuellen Situation als sicherer Hafen dienen, selbst dann, wenn die Unsicherheit wie derzeit von den USA selbst ausgehen? Vielfach wurden Argumente für eine längere Schwächeperiode des US-Dollar aufgezählt. Extrem tiefe Zinsen in den USA und eine konjunkturelle Erholung in Europa wurden in diesem Kontext häufig angeführt. Sind das gute Nachrichten? Ein schwächerer Dollar nimmt Druck von den Schwellenländern, deren Währungen weitaus schwächer sind gegenüber dem Dollar als die wichtigsten G-10-Währungen. Es hilft auch amerikanische Exporte wettbewerbsfähiger zu machen und erhöht die US-Lagerbestände durch Anhebung der in Dollar bewerteten Einkünfte aus Übersee. Diese Entwicklungen schätzt, die die derzeitige Führung in Washington als positiv ein. Andererseits es besteht damit auch die Sorge, dass ein schwächerer Dollar das Ungleichgewicht einer, inzwischen bereits sehr unausgewogene Welt, weiter verstärkt. Eine Dollarschwäche würde die US-Inflation durch steigende Importpreise tendenziell erhöhen, während sich die deflationären Probleme jener Länder, die in die USA exportieren weiter verstärken. Die US-Notenbank hält sich aktuell mit Kommentaren zu diesem Thema auffällig zurück. Während in der Vergangenheit deutlich zum Ausdruck gebracht wurde, dass die Fed mit einem starken Greenback unglücklich war, betont man heute lediglich das Risiko des Imports ausländischer Krisen.

               

 

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