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LGT Navigator: Anleger nehmen einige Chips vom Tisch

12. August 2020

Gewinnmitnahmen beendeten gestern vorläufig die Rally an der Wall Street. Während die Aktienkurse zunächst noch von der durch US-Präsident Donald Trump ins Spiel gebrachten Senkung der Kapitalertragssteuer angetrieben wurden, bleibt das von den Anlegern antizipierte US-Konjunkturpaket in Washington umstritten und eine Einigung scheint noch nicht in Sicht. Höchst umstritten ist auch der von Russland angekündigte Covid-19-Impfstoff. Währenddessen setzte der demokratische Kandidat Biden mit der Wahl von Kamala Harris als Vize einen ersten Höhepunkt im US-Präsidentschaftswahlkampf.

Anleger nehmen einige Chips vom Tisch

An der New Yorker Börse hielt die jüngste Kursrally zunächst noch an, wurde dann aber vor allem durch Gewinnmitnahmen und die nach wie vor stockenden Verhandlungen zum neuen US-Konjunkturpaket belastet. Der Dow Jones Industrial knackte zu Handelsbeginn erstmals seit Ende Februar wieder die Marke von 28 000 Punkten, schloss dann aber -0.38% tiefer bei 27 686.91 Zählern. Der S&P 500 fiel um -0.8% auf 3333.69 Punkte zurück und der technologielastige Nasdaq-100-Index gab gar um -1.9% nach. Gewinnmitnahmen bestimmten auch den Goldhandel. So fiel der Preis für eine Feinunze nach einem Kursrutsch von über -5% gestern nochmals um rund -2% unter die Marke von USD 1900, während die Renditen von US-Staatsanleihen anzogen. Die Börsenplätze in Asien tendierten heute schwächer, mit Ausnahme des japanischen Aktienmarktes. Der Nikkei notiert +0.21% höher bei 22 799.12 Punkten. Dabei profitierten japanische Aktien von einem leicht schwächeren Yen, der gegenüber dem US-Dollar zeitweise auf einem Dreiwochentief notierte.

Biden setzt Kamala Harris auf das demokratische Präsidentschaftsticket

Der designierte demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden (78) kürte Senatorin Kamala Harris (55) zur Kandidatin für den Vizepräsidentenposten. Die ehemalige Staatsanwältin aus Kalifornien wäre nicht nur die erste Frau, sondern auch die erste Schwarze sowie die erste Amerikanerin mit asiatischen Wurzeln, die dieses Amt übernimmt. Offiziell nominiert werden sollen die beiden Kandidaten auf einem mehrtägigen Parteikongress der Demokraten in der kommenden Woche.

Kurzfristig erhöhter Inflationsdruck in den USA

Der Preisdruck in den USA hat im Juli stärker als erwartet zugenommen. Auf Erzeugerebene stiegen die Preise im Vergleich zum Vormonat um +0.6% und verzeichneten damit die kräftigste Zunahme seit Oktober 2018. Analysten hatten mit lediglich halb so starkem Anstieg gerechnet. Getrieben wurde der Preisauftrieb vor allem durch höhere Energiepreise. Anderseits zeigen die Daten auf Jahressicht, dass der Inflationstrend angesichts des rezessiven Konjunkturumfelds inmitten der Coronakrise moderat. So gingen die Erzeugerpreise im Vergleich zur Vorjahresperiode um -0.4% zurück und legten in der Kernrate, also ohne die vielfach schwankungsanfälligen Preise für Nahrungsmittel und Energie, um lediglich +0.1% zu. Die Erzeugerpreise geben einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Inflation, denn in der Regel schlagen die Erzeugerpreise früher oder später auf die Konsumentenpreise über. Einen Hinweis darauf liefern die heute Nachmittag anstehenden Daten zu den US-Verbraucherpreisen.

ZEW-Umfrage bekräftigt positive Konjunkturerwartungen

In der monatlichen Umfrage des Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigten sich die befragten Finanzmarktexperten und institutionellen Investoren optimistisch im Hinblick auf eine erwartete Wirtschaftserholung in Deutschland. Der ZEW-Erwartungsindex stieg im Juli stärker um 12.2 auf 71.5 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit Januar 2004. Währenddessen bleibt die momentane Unsicherheit aber spürbar, was sich in einem Rückgang des Indikators für die Einschätzung der aktuellen Wirtschaftslage ausdrückt. Laut ZEW habe sich die Hoffnung auf eine schnelle Konjunkturbelebung verstärkt.

Umstrittene weltweit erste Zulassung für Covid-19-Impfstoff

Russland hat als erstes Land der Welt einen Impfstoff gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 zugelassen. Der Impfstoff mit der Bezeichnung «Sputnik V» wurde vom Gamaleya-Institut in Moskau entwickelt und wird erst seit kurzem an Menschen getestet. Der Impfstoff sei wirksam und sicher, bekräftigte Kremlchef Wladimir Putin. Die Weltgesundheitsorganisation WHO erklärte, sie stehe in engem Kontakt mit den russischen Gesundheitsbehörden über einen möglichen «Präqualifizierungsprozess» für den Impfstoff. Es sei jedoch eine strenge Überprüfung erforderlich. Laut WHO befinden sich weltweit 167 Covid-19-Impfstoffprojekte in der Entwicklung, davon 28 in der klinischen Erprobung am Menschen. Sechs Projekte davon befinden sich in der entscheidenden dritten und letzten Phase.

Corona-Krise sorgt auch in Russland für Wirtschaftseinbruch

Die Pandemie und die Gegenmassnahmen hinterliessen deutliche Spuren in Russlands Wirtschaft. Im zweiten Quartal brach das BIP um -8.5% gegenüber dem Vorjahr ein, was in etwa auch den Erwartungen der meisten Ökonomen entsprach. Die russische Zentralbank geht im laufenden Jahr von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um bis zu -5.5% aus, gefolgt von einer Erholung im nächsten Jahr.

 

 

Wirtschaftskalender 12. August

MEZ Land Indikator Letzte Periode
10:30 GB Industrieproduktion (Juni, J/J) -20%
11:00 EZ Industrieproduktion (Juni, J/J) -20.9%
14:30 USA Verbraucherpreise (Juli, M/M) +0.6%
14:30 USA Verbraucherpreise (Juli, J/J) +0.6%
14:30 USA Kern-Verbraucherpreise (Juli, J/J) +1.2%

 

Unternehmenskalender 12. August

Land Unternehmen Periode
DE E.ON Q2
USA Cisco Systems Q4

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.