Skip navigation Scroll to top
LGT
VALUES WORTH SHARING
Scroll to top

LGT Navigator: Anleihenmärkte halten Börsen in Schach

21. Januar 2022

Zum Wochenschluss bleibt die Börsenstimmung angeschlagen. Die Erwartung einer restriktiveren Geldpolitik der US-Notenbank und steigende Renditen am Anleihenmarkt setzen die Aktienkurse verstärkt unter Druck. Für zunehmende Nervosität sorgt auch der verschärfte Ton im Ukraine-Konflikt. Heute trifft sich US-Aussenminister Blinken mit seinem russischen Amtskollegen Lawrow in Genf zu Gesprächen. Während die USA und ihre westlichen Verbündeten einen Rückzug der russischen Truppen fordern, verlangt Moskau Sicherheitsgarantien und ein Ende der Osterweiterung des westlichen Militärbündnisses Nato.

Anleihenmärkte halten Börsen in Schach

In New York mussten die Aktienindizes erneut Federn lassen und ein anfänglicher Erholungsversuch misslang. Der Dow Jones Industrial und der S&P 500 gaben nach bereits vier verlustreichen Tagen nochmals um rund ein Prozent nach. Vor dem Hintergrund gestiegener Anleihenrenditen waren die Abgaben an der Technologiebörse Nasdaq noch deutlicher. Die Indizes verloren am Donnerstag rund -1.3%. Die Rendite von US-Staatsanleihen notierten entlang der Kurve leicht tiefer, nachdem sie zu Beginn der Woche stark angestiegen waren und die Rendite zehnjähriger Treasuries mit rund 1.9% ein Zweijahreshoch erreicht hatte.

In Asien gaben die meisten Aktienindizes zum Ende dieser Woche nach und schlossen sich damit dem Trend der Wall Street an. Für Europas Börsen signalisieren die Futures-Märkte am Freitag ebenfalls eine negative Eröffnung. In den Fokus rückt nun die erste Sitzung des geldpolitischen Rates (FOMC) der US-Notenbank (Fed) am kommenden Mittwoch. Zudem wird die Unternehmensberichtssaison in der nächsten Woche deutlich an Fahrt aufnehmen.

Positives Zeichen für US-Industriesektor

Die Unternehmensstimmung in der Industrie im Grossraum Philadelphia hat sich zu Jahresbeginn gemäss der regelmässigen Umfrage der dortigen Notenbankniederlassung deutlich verbessert. Der Philly-Fed-Index legte dabei stärker als erwartet um 7.8 auf 23.2 Punkte zu (Konsens 19.0), womit der regionale Industriebarometer einen soliden Wachstumstrend signalisiert.

Schlechter als angenommen fielen hingegen die wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten aus. So erhöhten sich die Erstanträge auf Arbeitslosenentschädigung um 55'000 auf 286'000, während Analysten mit einem Rückgang auf 225'000 Jobless Claims gerechnet hatten.

EZB-Präsidentin Lagarde bleibt hinsichtlich der Inflation entspannt…

Sollte die Europäischen Zentralbank (EZB) die Leitzinsen zu schnell erhöhen, besteht die Gefahr, die Wirtschaftserholung auszubremsen, meinte Notenbankchefin Christine Lagarde in einem Interview. Gleichzeitig bekräftige die oberste europäische Währungshüterin, dass die EZB nach wie vor von einer Stabilisierung der Inflation und einem schrittweisen Rückgang im Laufe dieses Jahres ausgeht. Für 2021 prognostiziert die EZB eine Teuerungsrate von +3.2%.

Das Protokoll der letzten Zinssitzung der EZB vom 16. Dezember bestätigt die Einschätzung der EZB-Vorsitzenden und zeigte, dass sich die Ratsmitglieder im Basisszenario in Bezug auf den Inflationsausblick einig waren. Demzufolge geht die Notenbank davon aus, dass der stark gestiegene Inflationsdruck vorübergehender Natur sein wird und sich im Laufe des Jahres 2022 abschwächen sollte. Da aber ein nachhaltigerer Anstieg der Lebenshaltungskosten in der Eurozone nicht ausgeschlossen werden kann, müsse sich die EZB die Flexibilität bewahren, um sicherzustellen, dass die Inflationserwartungen in beiden Richtungen verankert bleiben und damit die Glaubwürdigkeit der EZB gewahrt wird.

…während Inflationsrate im Euroraum ein neues Rekordhoch erreicht

Die Jahresteuerungsrate der Verbraucherpreise in der Eurozone ist im Dezember auf +5.0% von +4.9% im Monat zuvor angestiegen und erreichte damit einen neuen Rekordwert, respektive ist auf dem höchsten Niveau seit Einführung des Euros. Hintergrund des Preisanstiegs bleiben hauptsächlich die Energiepreise, die auf Jahressicht um rund +25% zugelegt haben. Ohne Berücksichtigung der Energiekomponente betrug die Kerninflationsrate +2.6%. 

Deutsche Erzeugerpreise mit stärkstem Anstieg seit 73 Jahren

Die Preise auf Produzentenebene sind in Deutschland Ende des letzten Jahres um +24% gegenüber der Vorjahresperiode gestiegen (Konsens +19%). Im Monatsvergleich stiegen die Erzeugerpreise kräftig an, nämlich um +5.0% (Konsens +0.6%). Damit wurde sowohl auf Jahres- wie auch auf Monatssicht der stärkste Anstieg seit Beginn der Datenreihe 1949 beobachtet. Die deutschen Unternehmen berichteten, dass sie im Dezember für Energie knapp +70% mehr bezahlen mussten als ein Jahr zuvor. Auf das Gesamtjahr 2021 betrachtet, erhöhten sich die Erzeugerpreise in Deutschland um +10.5%.

  

Wirtschaftskalender 21. Januar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
07:00 GB Einzelhandelumsätze (Dezember, M/M) +1.4%
13:30 EZ EZB Präsidentin Lagarde
16:00 EZ Konsumentenstimmung (Januar) -8.3
16:00 USA Frühindikator (Dezember, M/M) +1.1%

 

Unternehmenskalender 21. Januar

Land Unternehmen Periode
SWE Investor Jahreszahlen
USA Schlumberger Q4 
USA  Ally Financial Q4

  

Treffen Sie fundierte Anlageentscheide mit LGT

Globale Markt- und Wirtschaftsentwicklungen auf einen Blick

Abonnieren Sie die aktuellen Marktinformationen als Newsletter

Folgen Sie uns auch auf Facebook oder LinkedIn – oder besuchen Sie MAG/NET und entdecken Sie spannende Hintergrundartikel. Bei Fragen steht Ihnen ein Berater der Bank gerne zur Verfügung.

Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

Risikohinweis (Disclaimer)
Diese Publikation dient ausschliesslich zu Ihrer Information und stellt kein Angebot, keine Offerte oder Aufforderung zur Offertstellung und kein öffentliches Inserat zum Kaufoder Verkauf von Anlage- oder anderen spezifischen Produkten dar. Der Inhalt dieser Publikation ist von unseren Mitarbeitern verfasst und beruht auf Informationsquellen, welche wir als zuverlässig erachten. Wir können aber keine Zusicherung oder Garantie für dessen Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität abgeben. Die Umstände und Grundlagen, die Gegenstand der in dieser Publikation enthaltenen Informationen sind, können sich jederzeit ändern. Einmal publizierte Informationen dürfen daher nicht so verstanden werden, dass sich die Verhältnisse seit der Publikation nicht geändert haben oder dass die Informationen seit ihrer Publikation immer noch aktuell sind. Die Informationen in dieser Publikation stellen weder Entscheidungshilfen für wirtschaftliche, rechtliche, steuerliche oder andere Beratungsfragen dar, noch dürfen alleine aufgrund dieser Angaben Anlage- oder sonstige Entscheide getroffen werden. Eine Beratung durch eine qualifizierte Fachperson wird empfohlen. Anleger sollten sich bewusst sein, dass der Wert von Anlagen sowohl steigen als auch fallen kann. Eine positive Performance in der Vergangenheit ist daher keine Garantie für eine positive Performance in der Zukunft. Ausserdem unterliegen Anlagen in Fremdwährungen Devisenschwankungen. Wir schliessen uneingeschränkt jede Haftung für Verluste bzw. Schäden irgendwelcher Art aus – sei es für direkte, indirekte oder Folgeschäden –, die sich aus der Verwendung dieser Publikation ergeben sollten. Diese Publikation ist nicht für Personen bestimmt, die einer Rechtsordnung unterstehen, die die Verteilung dieser Publikation verbieten oder von einer Bewilligung abhängig machen. Personen, in deren Besitz diese Publikation gelangt, müssen sich daher über etwaige Beschränkungen informieren und diese einhalten. Den mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen ist es, im Rahmen interner Richtlinien, freigestellt, den in diesem Bericht erwähnten Titel zu kaufen, zu halten und zu verkaufen.

Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.