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LGT Navigator: Börsen im Banne der geldpolitischen Risiken

8. Juni 2022

An den Aktienmärkten ist derzeit keine klare Tendenz erkennbar, was die Unsicherheiten hinsichtlich des weiteren Inflations- und Konjunkturverlaufs sowie der Geldpolitik der Zentralbanken widerspiegelt. Die Notenbanken könnten in der Inflationsbekämpfung ins Hintertreffen gelangen oder aber durch eine zu aggressive Vorgehensweise das Wirtschaftswachstum «ersticken». Angesichts dessen steigt auch die Spannung vor dem wegweisenden Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank am Donnerstag. Vor dem Hintergrund der rekordhohen Inflation im Euroraum muss sich die EZB für eine baldige Zinswende positionieren.

Börsen im Banne der geldpolitischen Risiken

Am New Yorker Aktienmarkt drehten die Indizes nach einem schwachen Start und schlossen mit ansehnlichen Tagesgewinnen. Der Dow Jones Industrial legte um +0.8% auf 33'180.14 Punkte zu und der S&P 500 beendete den Handel bei 4'160.68 Punkten (+0.95%). Die Stimmung auf dem Börsenparkett bleibt aber fragil und schwankt zwischen Optimismus und Pessimismus.

Die asiatischen Märkte blieben auch am Dienstag ohne klar erkennbare Tendenz. In Tokio gewinnt der Nikkei 225-Index +0.8% und in Hongkong handelt der Hang Seng-Index kurz vor Schluss +1.8% höher. Währenddessen notiert der Shanghai Composite rund -0.5% tiefer.

Leicht verbesserte Wirtschaftsstimmung im Euroraum

Gemäss neusten Umfrageergebnissen des deutschen Finanzmarktanalyseunternehmens Sentix hat sich die Stimmung der befragten Investoren hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung in der Eurozone im Juni erstmals nach drei aufeinanderfolgenden Rückgängen wieder aufgehellt. Das Konjunkturbarometer verbesserte sich dabei um 6.8 auf minus 15.8 Punkte und löste sich damit von dem im Mai erreichten Zweijahrestief. Der Einschätzung von Sentix zufolge seien zwar Anzeichen einer Stabilisierung zu erkennen, jedoch bleibe die Konjunktur im Euroraum weiter im Abschwung. Hintergrund seien die Spätfolgen der Pandemie sowie die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs.

Australiens Zentralbank mit zweitem Zinsschritt

Die australische Notenbank erhöhte ihren Leitzins zum zweiten Mal seit der Coronakrise. Mit der erneuten Straffung um 50 Basispunkte auf +0.85% wurden die meisten Analysten überrascht, denn der Konsens hatte überwiegend mit einem moderateren Zinsschritt um einen viertel Prozentpunkt gerechnet.

Indiens Notenbank erhöht ebenfalls die Zinsen

Die Reserve Bank of India straffte am Mittwoch wie erwartet ihren Leitzins um 50 Basispunkte auf +4.9%. Mit der zweiten Anhebung innert zwei Monaten soll der anhaltend hohen Inflation entgegengewirkt werden.

US-Handelsdefizit auf hohem Niveau geschrumpft

Das Aussenhandelsdefizit der Vereinigten Staaten hat sich im April verringert, allerdings von einem Rekordhoch im Monat zuvor. Das Defizit betrug zuletzt USD 87.1 Mrd. verglichen mit USD 107.7 Mrd. im März. Analysten waren von einem Rückgang auf USD 89.5 Mrd. ausgegangen. Hintergrund waren nicht nur um +3.5% höhere Exporte, sondern auch weniger Importe (-3.4%).

Wirtschaftskalender 8. Juni 

MEZ Land Indikator Letzte Periode
07:45 CH Arbeitslosenrate (Mai) 2.2%
08:00 DE Industrieproduktion (April, M/M) -3.9%
11:00 EZ BIP Q1 (Revision, Q/Q) +0.3%

Unternehmenskalender 8. Juni

Land Unternehmen Periode
AUT Voestalpine  Jahreszahlen
ESP Inditex Q1
FR Pernod Ricard Kapitalmarkttag
USA Spotify Investorentag

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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