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LGT Navigator: Britische Regierung in Aufruhr

20. Oktober 2022

Die britische Premierministerin Liz Truss verliert ein weiteres Kabinettsmitglied, einen Rücktritt lehnt sie jedoch ab. Derweil verharrt die Inflation in Grossbritannien auf einem Rekordhoch und auch im Euroraum beschleunigt sich das Preiswachstum erneut.

Deutsche Rezessionsängste

Die Aufholjagd an den US-Börsen währte nur kurz und hat nach zwei Tagen bereits wieder ein Ende gefunden. Der S&P 500 büsste am Mittwoch -0.7% ein und der Dow Jones verlor -0.3%. Der Nasdaq Composite gab -0.9% nach. Anleger behalten die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen im Auge, die am Mittwoch bis auf 4.136% geklettert sind und damit den höchsten Stand seit Juli 2008 erreicht haben. 

Auch die asiatischen Aktienmärkte verzeichnen am Donnerstag mehrheitlich Verluste. In Tokio verliert der Nikkei -1% und der Hang Seng notiert in Hongkong -0.7% schwächer. Der Shanghai Composite gewinnt 0.7%. 

Truss lehnt Rücktritt ab

Die angeschlagene britische Premierministerin Liz Truss will nicht zurücktreten. Die konservative Regierungschefin musste sich am Mittwoch im Unterhaus den Fragen von Parlamentariern stellen und geriet dabei schwer unter Druck. Politiker der Opposition forderten sie zum Rücktritt auf, nachdem das von ihr im September angekündigte Steuerpaket heftige Marktturbulenzen ausgelöst hatte. Sie sei eine Kämpferin, sagte Truss während der Fragestunde. Wenige Stunden später ist dafür Innenministerin Suella Braverman zurückgetreten. Als Begründung nannte sie einen Bruch von Geheimhaltungsregeln. Truss hat damit innerhalb weniger Tage bereits ihr zweites Kabinettsmitglied verloren, nachdem sie am Freitag ihren Finanzminister Kwasi Kwarteng gefeuert hatte. Sein Nachfolger Jeremy Hunt hat den Grossteil der Steuererleichterungen mittlerweile zurückgenommen. 

Die Lage am britischen Anleihenmarkt hat sich seither etwas entspannt und die Renditen dreissigjähriger Staatspapiere (Gilts) notierten am Mittwoch bei rund 4.35%. Damit liegen sie unter den jüngst erreichten Höchstwerten von über 5%, aber noch immer deutlich über dem Niveau von Mitte September, bevor die Regierung das Steuerpaket ankündigte (3.5%). Die Bank of England bleibt daher vorsichtig. Angesichts der Marktverwerfungen entschied sie bereits Anfang Oktober, den Startschuss zum Abbau der Notenbankbilanz bis Ende Monat hinauszuzögern: Ursprünglich wollte sie am 6. Oktober damit beginnen, Gilts zu verkaufen, die sie im Zuge der quantitativen Ausweitung erworben hatte. Nun erwägt die BoE, den Start erneut zu verschieben. 

Britische Inflation verharrt auf Rekordhoch

In Grossbritannien hat sich das Preiswachstum im September erneut beschleunigt. So ist die Jahresinflation auf +10.1% gestiegen, nachdem sie im Vormonat noch bei +9.9% lag. Das teilte das Statistikamt am Mittwoch in London mit. Bereits im Juli hatte die Teuerung 10.1% betragen. Es handelt sich dabei um die höchsten Werte seit Erfassung der Daten 1997. Insbesondere die steigenden Lebensmittelpreise haben zum jüngsten Anstieg beigetragen. Die britische Notenbank hat die Zinsen im Jahresverlauf bereits mehrfach erhöht, um die Inflation zu bekämpfen. Derzeit liegen die Leitzinsen bei 2.25%. Die nächste geldpolitische Sitzung findet am 3. November statt.

Preiswachstum im Euroraum beschleunigt sich

Auch im Euroraum bleibt die Inflation hartnäckig hoch. Die Preise haben sich im September gegenüber dem Vorjahr um +9.9% verteuert, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte. Damit wurde die erste Schätzung zwar etwas nach unten revidiert (+10%), dennoch handelt es sich um den höchsten Wert seit Einführung des Euro als Buchgeld 1999. Im Vormonat lag die Jahresteuerung bei +9.1%. Das Preiswachstum wurde einmal mehr von den Energie- und Lebensmittelkosten getrieben, die sich verglichen zum Vorjahr um +40.7% respektive +12.7% verteuert haben. Werden die Energie- und Lebensmittelpreise ausgeklammert, ergibt sich eine Kerninflation von +4.8%, nach +4.3% im August. Nach langem Zögern hat mittlerweile auch die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen erhöht, um die Teuerung zu dämpfen. Der nächste gelpolitische Entscheid folgt am 27. Oktober. 

 

 

Wirtschaftskalender 20. Oktober

MEZ Land Indikator Letzte Periode
03:15 China PBoC Zinsentscheid
08:00 DE Erzeugerpreisindex (September, M/M) +7.9%
14:30 USA Philly Fed Index (Oktober) -9.9
16:00 USA Verkäufe bestehender Häuser (September, M/M) -0.4%

 

Unternehmenskalender 20. Oktober

Land Unternehmen Periode
CH Schindler Q3
CH ABB Q3
CH Temenos Q3
NL Akzo Nobel Q3
SWE Nordea Q3
USA Philip Morris Q3
USA AT&T Q3

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: David Wolf, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.