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LGT Navigator: Der Druck auf die US-Notenbank nimmt zu

3. Juni 2021

Gemäss aktuellen Einschätzungen der US-Notenbank hat sich die Wirtschaftserholung in den USA dank der mehrheitlichen Aufhebung der Corona-Beschränkungen und der erfolgreichen Impfkampagne fortgesetzt. Einige Spitzenvertreter sehen aufgrund eines steigenden Preisdrucks auch bald die Zeit gekommen, um über eine Reduktion des monetären Stimulus zu diskutieren. Noch hält das Fed aber an ihrer expansiven Ausrichtung fest und bleibt damit eine der tragenden Säulen der Börsenentwicklung.

Der Druck auf die US-Notenbank nimmt zu

An den Aktienmärkten bleibt die Verunsicherung hinsichtlich des zukünftigen geldpolitischen Kurses spürbar und die Anleger befinden sich in einem Spannungsfeld zwischen der Hoffnung auf eine starke Konjunkturerholung und der Sorge vor einer zu stark anziehenden Inflation, die wiederum die Fed und auch die EZB zwingen könnte, ihre Zinspolitik anzupassen. An der Wall Street schlossen die Indizes am Mittwoch nur wenig verändert und konnten erneut den anfänglichen Schwung nicht über die Ziellinie retten. Der Dow Jones Industrial beendete den Handel bei 34'600.38 Punkten (+0.07%) und der S&P 500 legte um +0.14% auf 4'208.12 Zähler zu. Auch an der Technologiebörse tendierten die Indizes seitwärts: Der Nasdaq 100 schloss auf 13'675.79 Punkten (+0.16%) und Nasdaq Composite auf 13’756.33 Punkten (+0.14%). Währenddessen notiert die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bei rund 1.6%. Im Zentrum steht nun der am Freitag erwartete US-Arbeitsmarktbericht.

In Asien konnten an den Aktienmärkten zumeist leichte Gewinne beobachtet werden. In Tokio legt der Nikkei 225 um +0.4% und der breiter gefasste Topix um +0.8% zu. In Hongkong verliert der Hang Seng Index hingegen -0.4%, während auf dem chinesischen Festland der CSI 300 rund +0.3% zulegt und der Shanghai Composite um +0.4% avanciert.

Beige Book der Fed zeigt fortschreitende Konjunkturerholung und spürbar erhöhten Preisdruck

Die amerikanische Wirtschaft erholt sich weiter und profitiert vor allem von den breiten Lockerungen der Pandemiemassnahmen dank der schnell fortgeschrittenen Covid-19-Impfkampagne, was sich in einem verstärkten Konsum spiegelt. Gemäss dem gestern Abend veröffentlichten Konjunkturbericht, dem sogenannten Beige Book, schreitet die Wirtschaftserholung in den USA in «moderatem Tempo» fort. Die Situation am Arbeitsmarkt bleibe aber angespannt und der Preisdruck habe spürbar zugenommen – vor allem bei Preisen für Baumaterialien und Industrierohstoffen, heisst es im Bericht. An der Notenbankspitze mehren sich inzwischen die Stimmen, die zumindest eine Reduktion der Anleihenkäufe erwägen wollen. Mit einer unmittelbaren Kurswende dürfte derzeit aber noch nicht gerechnet werden müssen und die Fed dürfte bemüht sein, den Finanzmärkten frühzeitig eine Zinswende zu signalisieren.

Anstieg der Erzeugerpreise deuten auf weitere Zunahme des Inflationsdrucks im Euroraum hin

Auf Produktionsebene sind die Preise im April auf Jahressicht um +7.6% (Konsens +7.4%) und gegenüber dem Vormonat um +1.0% gestiegen. Getrieben wurden die Preise auch hier insbesondere von den höheren Energiepreisen, die auf Jahressicht um +20.4% anzogen. In der Regel geben Unternehmen höhere Einkaufskosten an die Kunden weiter, womit die Produzentenpreise tendenziell die Richtung der Verbraucherpreise vorgeben.

Euro behauptet Rolle als zweitwichtigste Weltwährung

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) Christine Lagarde zeigt sich überzeugt, dass der Euro seine Rolle als eine der wichtigsten Währungen der Welt auch während der Coronakrise erfolgreich verteidigt hat und nach dem US-Dollar global die am zweitstärksten genutzte Währung ist. 2020 blieb der Anteil des Euros an den weltweiten Währungsreserven laut EZB mit 21.2% (-0.7%) praktisch unverändert. Der Greenback kommt auf einen Anteil von knapp 60%. Lagarde betonte, dass der Euro – im Gegensatz zur Periode der Euro-Schuldenkrise 2009 – nun eine weitgehend stabile internationale Rolle innehabe.

Wirtschaftskalender 3. Juni 

MEZ Land Indikator Letzte Periode
09:15 SP IHS Markit Einkaufsmanagerindex Dienstleister (Mai) 54.6
09:45 IT IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Mai) 51.2
09:50 FR IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Mai) 57.0
09:55 DE IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Mai) 56.2
10:00 EZ IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Mai) 56.9
10:30 GB IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Mai) 62.0
14:15 USA ADP-Beschäftigung Privatwirtschaft (Mai) +742'000
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenversicherung (wöchentlich) 406'000
14:30 USA Produktivität Q1 (ex-Agrar) +5.4%
15:45 USA IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Mai) 68.1
16:00 USA ISM Einkaufsmanagerindex Dienstleister (Mai) 62.7

 

Unternehmenskalender 7. Juni

Land Unternehmen Periode
USA Apple Entwicklerkonferenz WWDC 
USA Pharmakonferenz ASCO 

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.