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LGT Navigator: Die US-Notenbank wird zuversichtlicher, signalisiert aber keinen Kurswechsel

8. April 2021

Das gestern Abend veröffentlichte Protokoll des letzten geldpolitischen Entscheids der US-Notenbank bekräftigte die optimistischere Sichtweise hinsichtlich der weiteren Konjunkturentwicklung und lieferte jedoch keine Hinweise auf eine in naher Zukunft zu erwartende Kursänderung. Zudem bleibt die amerikanische Zentralbank weiterhin entspannt mit Blick auf die Renditeentwicklung am Anleihenmarkt.

Die US-Notenbank wird zuversichtlicher, signalisiert aber keinen Kurswechsel

An der Wall Street vermochten die FOMC-Minutes keine Impulse zu setzen und so schloss der Dow Jones Industrial bei 33’446.26 Punkten (+0.05%) praktisch unverändert zum Vortag. Der marktbreite S&P 500 legte moderat um +0.15% auf 4’079.95 Punkte zu. Damit halten sich aber beide Indizes in unmittelbarer Nähe ihrer jüngst erreichten Rekordstände. Die auch von der Fed betonten, verbesserten Perspektiven der US-Wirtschaft dank des dualen Stimulus (Geld- und Fiskalpolitik) und den Erfolgen der Impfkampagne in den USA dürften den Aktienmärkten Unterstützung bieten. Zudem bleibt die US-Notenbank hinsichtlich des Anstiegs der Renditen am Anleihenmarkt bisher sehr entspannt, was den Börsianern zusätzliches Vertrauen geben dürfte. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen notiert derzeit bei 1.66% klar unter den zuletzt erreichten Höchstwerten von über 1.75%.

In Asien zeigen sich die Aktienmärkte uneinheitlich. In Tokio gibt der Nikkei 225 um rund -0.5% nach, während in Hongkong der Hang Seng-Index um +0.8% zulegt. Für die Börseneröffnung in Europa signalisieren die Futures einen freundlichen Start.

Fed bekräftigt optimistischeren Blick auf die US-Wirtschaft

Das Protokoll der letzten Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) der US-Notenbank (Fed) vom 17. März bestätigte die positivere Einschätzung hinsichtlich der Konjunkturentwicklung in den USA. Die expansive Geldpolitik im Zusammenspiel mit den Konjunkturpaketen der Regierung stützten die Wirtschaft. Trotzdem betont die Fed, dass die Pandemie weiterhin ein hohes Risiko darstelle und die wirtschaftliche Entwicklung noch weit von den langfristigen Zielen der Fed entfernt sei. Damit schliesst die Fed eine Anpassung ihrer Geldpolitik vorerst aus. Mit Blick auf die jüngst gestiegenen Renditen an den Anleihemärkten zeigte sich die Zentralbank nach wie vor gelassen.

Erholungskurs in der Privatwirtschaft der Eurozone gewinnt an Fahrt

Die Stimmung der Unternehmen in der Privatwirtschaft hat sich im März den letzten Umfrageergebnissen des britischen Forschungsinstituts IHS Markit deutlich verbessert. Der für den Dienstleistungs- und Industriesektor zusammengefasste Einkaufsmanagerindex (PMI Composite) kletterte dabei von 48.8 Punkten im Februar auf 53.2 Zähler im März und präsentierte sich damit klar stärker als von Analysten im Schnitt mit 52.5 Punkten erwartet. Nach wie vor belasten die Pandemie-bedingten Beschränkungen des öffentlichen Lebens hauptsächlich die Dienstleistungsbranche, jedoch verbesserte sich der entsprechende PMI im März ebenfalls deutlich von 45.7 auf 49.6 Punkte. «Der schwer gebeutelte Servicesektor stabilisiert sich und der Industriesektor boomt», kommentierte IHS Markit-Chefökonom Chris Williamson und fügte hinzu, dass die Wirtschaft im Euroraum die jüngsten Lockdowns weitaus besser verkraftet hat als von vielen erwartet worden sei.

Auch in Grossbritannien hat sich die Unternehmensstimmung im März aufgehellt. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtshaft von IHS Markit legte um 6.8 Punkte gegenüber dem Vormonat auf 56.4 Zähler zu. Wie auch im Euroraum ist positiv, dass sich insbesondere die Situation im Dienstleistungssektor verbessert hat – der entsprechende PMI notiert hier mit 56.3 Punkten sogar kräftig über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Der PMI für die britische Industrie stieg von 55.1 auf 58.9 Punkte. IHS Markit spricht von wachsendem Optimismus im Bereich Dienstleistungen, der erstmals seit Beginn der Coronakrise zu beobachten sei

G20 diskutiert globale Unternehmenssteuerreform

Die von US-Finanzministerin Janet Yellen angestossene Diskussion um eine Einführung einer globalen Mindeststeuer für international tätige Unternehmen, wird nun auch auf Ebene der G20 aufgenommen. Bei dem virtuellen Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der 20 führenden Wirtschaftsnationen geht es vornehmlich um die Bekämpfung der Corona-Pandemie, jedoch dürfte das Thema einer globalen Unternehmenssteuerreform ebenfalls ganz oben auf der Agenda stehen. Diskutiert werden soll einerseits eine Mindeststeuer für international tätige Konzerne und andererseits eine Digitalsteuer, die Internet-Riesen wie Apple, Google oder Amazon zwingen würde, ihre Steuern nicht nur am Firmensitz zu entrichten, sondern auch in den Ländern, wo sie ihre Umsätze erzielen.

 

Wirtschaftskalender 8. April

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE Auftragseingang Industrie (Februar, M/M) +1.4%
11:00 EZ Erzeugerpreise (Februar, J/J) +1.4%
13:30 EZ EZB-Protokoll (v. 11. März)
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenversicherung (wöchentlich) 719'000
18:00 USA Fed-Chef Jerome Powell Rede

 

Unternehmenskalender 9. April

Land Unternehmen Periode
CH Ems Chemie  Q1 Umsatz

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.