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LGT Navigator: Die Volatilität nimmt spürbar zu

28. Januar 2022

An den Kapitalmärkten bleibt zum Wochenschluss die Adjustierung an eine restriktivere Geldpolitik seitens der US-Notenbank das bestimmende Thema. Nachdem die «hawkishen» Aussagen des Fed-Vorsitzenden Powell eine möglicherweise forcierte Normalisierung der Geldpolitik andeutete – Beendigung der Anleihenkäufe, mehrfache Zinserhöhungen und Abbau der Zentralbankbilanz – schwindet damit einer der Haupttreiber an den Aktienmärkten. An den Börsen hat in der Folge die Volatilität spürbar zugenommen.

Die Volatilität nimmt spürbar zu

In New York schwankten die Aktienindizes am Donnerstag stark und der Dow verzeichnete zeitweise einen Tagesgewinn von +1.8%, schloss dann aber leicht im Minus. Unterstützung boten US-Konjunkturdaten, die ein überraschend starkes Wachstum der US-Wirtschaft im Schlussquartal 2021 zeigten. Der S&P 500 verlor ein gutes halbes Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. An der Technologiebörse Nasdaq bekamen die zinssensitiven Tech-Werte nochmals den Druck einer restriktiveren Ausrichtung der US-Notenbank zu spüren. Die Nasdaq-Indizes gaben um rund -1.2% nach. Investoren zeigten sich insbesondere enttäuscht über den von Tesla gelieferten Ausblick. CEO Elon Musk betonte, dass die globalen Lieferkettenprobleme den E-Autohersteller weiterhin belasten werden.

An Europas Börsen hielten sich die Verluste nach dem Zinsentscheid der Fed in Grenzen. Ein Grund ist, dass auf dieser Seite des Atlantiks die Europäische Zentralbank (EZB) weiterhin einen expansiven Kurs fährt und vor dem Hintergrund des EZB-Inflationsausblicks auch keine baldige Zinswende absehbar ist.

Apple erzielt Rekordergebnis

Apple profitierte im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres von einer starken Nachfrage nach iPhones, Macs sowie Wearables. Trotz des globalen Chipmangels und gestörter Lieferketten setzte Apple mit USD 123.95 Milliarden so viel um wie noch nie. Das sind +11% mehr als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Der Nettogewinn erreichte ebenfalls Rekordniveau mit USD 34.63 Milliarden, gegenüber USD 28.76 Milliarden im Jahr zuvor. Je Aktie waren es USD 2.10 (Vorjahr USD 1.68). Apple-CEO Tim Cook zeigte sich zuversichtlich im Ausblick. Er geht davon aus, dass die Engpässe bei Bauteilen sich bald entschärfen werden. Die Aktie legte nachbörslich um rund drei Prozent zu.

US-Wirtschaft zeigt zum Jahresende 2021 keine Schwäche

Das Wirtschaftswachstum in den USA ist im Schlussquartal des letzten Jahres deutlich stärker gewachsen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im vierten Quartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von +6.9%, verglichen mit einer Konsenserwartung von +5.5% und einem Wachstum von annualisiert +2.3% im dritten Quartal. Stark präsentierte sich im Q4 vor allem der Privatkonsum. Im Gesamtjahr 2021 expandierte die weltweit grösste Volkswirtschaft damit um +5.7%, getrieben von Konsumausgaben, Anlageinvestitionen, Exporten sowie Investitionen in Lagerbestände. Im Coronajahr 2020 war die US-Wirtschaft noch um -3.5% eingebrochen. Angesichts der restriktiveren Gangart der US-Notenbank dürfte sich das Wachstumstempo im Laufe dieses Jahres wieder abschwächen.

Ukraine-Konflikt bleibt ein heisses Eisen für Finanzmärkte

Nachdem die USA und die NATO dem Kreml «neue» Vorschläge zur Lösung des Ukraine-Konflikts vorgelegt haben, wartet man nun gespannt auf eine Antwort aus Moskau. Der Forderung Russlands nach Zusagen für ein Ende der Nato-Osterweiterung zeigten die NATO und die USA keinerlei Verhandlungsbereitschaft und warnten Russland erneut vor «massiven Konsequenzen» im Fall eines Einmarschs in die benachbarte Ukraine. In Paris trafen sich inzwischen Vertreter Russlands, der Ukraine, Frankreichs und Deutschlands zu Gesprächen, bisher ohne konkrete Ergebnisse. Für die Kapitalmärkte bedeutet dies einen anhaltenden Unsicherheitsfaktor, der stellenweise immer wieder für zunehmende Volatilität sorgen dürfte.

Deutsche Konsumenten leicht optimistischer

Den neusten Umfrageergebnissen des Nürnberger Konsumforschungsinstituts GfK hat sich die Stimmung der deutschen Verbraucher zu Jahresbeginn trotz steigender Covid-19-Inzidenzen und hoher Inflation wieder etwas aufgehellt. Der für Februar berechnete Konsumklimaindikator verbesserte sich dabei leicht um 0.2 auf minus 6.7 Punkte, während Analysten mit einem weiteren Rückgang auf minus 8.0 Zähler ausgegangen waren. Neben der Konjunktur- und Einkommenserwartung verbesserte sich auch die Anschaffungsneigung. Nach Einschätzung der GfK bleibt die Konsumneigung in Deutschland trotz des aktuellen Anstiegs bislang noch verhalten.

  

Wirtschaftskalender 28. Januar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
07:30 FR BIP Q4 (Q/Q) +3.0%
08:00 DE Importpreise (Dezember, J/J) +24.7%
09:00 CH KOF Konjunkturbarometer (Januar) 107.0
09:00 ESP BIP Q4 (Q/Q) +2.6%
09:00 AUT BIP Q4 (Q/Q) +3.8%
10:00 DE BIP Q4 (Q/Q) +1.7%
10:00 IT Geschäftsklima (Januar) 115.2
10:00 IT Konsumentenstimmung (Januar) 117.7
11:00 EZ Wirtschaftsstimmung (Januar)  115.3
11:00 EZ Geschäftsklima (Januar) +1.84
11:00 EZ Konsumentenstimmung (Januar) -8.5
14:30 USA Konsumausgaben (Dezember, M/M) +0.6%
14:30 USA Persönliche Einkommen (Dezember, M/M) +0.4%
14:30 USA PCE-Kern Preisindex (Dezember, M/M) +0.5%
16:00 USA Konsumentenstimmung (Januar) 68.8

 

Unternehmenskalender 28. Januar

Land Unternehmen Periode
CH Givaudan Jahreszahlen
IT UniCredit Jahreszahlen
NL Signify Jahreszahlen
SWE Volvo Jahreszahlen
SWE Electrolux Jahreszahlen
FIN Stora Enso Jahreszahlen
USA Chevron Q4
USA Caterpillar Q4
USA Colgate-Palmolive Q4

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.