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LGT Navigator: Drohende Eskalation in Nahost und Ölpreisanstieg beunruhigt

17. September 2019

Die neusten geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, die sich nach dem Angriff auf Saudi-Arabische Ölraffinerien ergaben, sorgten für den stärksten Ölpreisanstieg seit dem Golfkrieg 1991 und belasten die Börsenstimmung. Da die USA den Iran für den Angriff verantwortlich machen, besteht die Gefahr einer weiteren Eskalation.

Der Drohnenangriff auf saudische Ölanlagen trieb den Ölpreis der Sorte Brent auf über USD 70 pro Barrel – ein Kurssprung von rund +17%. Da die USA den Iran für den Angriff verantwortlich machen und US-Präsident Trump mit einer möglichen militärischen Reaktion drohte, dürfte der Vorfall die geopolitischen Risiken wieder deutlich in den Vordergrund rücken und könnte für erhöhte Unsicherheit und Volatilität an den Kapitalmärkten sorgen. Saudi-Arabien ist mit einer Tagesproduktion von 9,6 Mio. B/T der drittgrösste Rohölproduzent der Welt und der grösste Exporteur. In der betroffenen Anlage werden fast 70% des Rohöls des Königreichs für den Export vorbereitet. Da die weltweiten Öllagerbestände seit einigen Monaten sinken, kommt die Unterbrechung der saudischen Ölproduktion in einer besonders schwierigen Zeit. Der Produktionsrückgang könnte denn auch die Internationale Energieagentur (IEA) dazu veranlassen, Notölvorräte freizusetzen. Die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft sollten aber nicht dramatisch sein, da die US-Wirtschaft weniger anfällig für globale Ölpreisschwankungen geworden ist. Die europäische Wirtschaft könnte hingegen durch den Mangel an Rohöl aus dem Nahen Osten zwar negativ beeinflusst werden, die erheblichen Mengen an Notvorräten an Rohöl in Europa sollten die negativen Auswirkungen aber ausgleichen. Profiteure des Ölpreisanstiegs waren die Aktien von Öl- und Gasproduzenten. So legte beispielsweise BP zeitweise um bis zu +5,5%, Royal Dutch Shell um bis zu +3,8%, oder Total um bis zu +3,5% zu. Gesucht waren auch Ausrüster der Öl- und Gasbranche.

Weniger Beachtung fanden hingegen neuste Hinweise auf den Verlauf der US-Wirtschaft. Der von der New Yorker Fed monatlich erstellte Empire State-Geschäftsklimaindex fiel im September etwas stärker als erwartet von +4,8 Punkten im Vormonat auf +2,0 Zähler. Ein Wert über null signalisiert eine Expansion, ein Stand darunter eine Kontraktion. Der New Yorker Konjunkturindex ist der erste regionale Indikator, der von den Fed-Filialen jeden Monat veröffentlicht wird. Das Barometer gewährt einen Einblick in die Lagebeurteilungen sowie die Erwartungen auf sechs Monate der befragten Industrieunternehmen.

USA und Japan vereinbaren Handelsabkommen

Nach monatelangen Handelsgesprächen erzielten die USA und Japan eine Einigung und kündigten den Abschluss eines Zollabkommens an, dass in den nächsten Wochen unterzeichnet werden soll. Einzelheiten wurden aber noch keine genannt. Bereits anlässlich des G7-Gipfels in Frankreich im August hatten sich Washington und Tokio auf Kernelemente eines Handelsabkommens geeinigt. Im Raum stehen nun nach wie vor die hart umkämpften Handelsgespräche zwischen den USA und China. Am Freitag sollen sich die chinesisch-amerikanischen Unterhändler in der US-Hauptstadt treffen. Der US-Handelsbeauftragter Robert Lightizer soll angedeutet haben, dass die chinesische Regierung die Bereitschaft zu Einfuhren amerikanischer Agrarprodukte und Kompromissbereitschaft in anderen Fragen signalisiert hat.

Handelskonflikt gefährdet zunehmend Chinas Wirtschaftsausblick

Für China werde es sehr schwer werden, ein Wachstum von sechs Prozent und mehr beizubehalten, meinte Chinas Ministerpräsident Li Keqiang. Während die Regierung in Peking noch an einer Wachstumsrate von +6,0% bis 6,5 Prozent für das Gesamtjahr festhält – verglichen mit erreichten +6,6% im 2018 – sank die Wachstumsrate im zweiten Quartal auf noch +6,2% und wies damit das geringste Wachstum seit 27 Jahren aus. Angesichts des anhaltenden Handelskriegs mit den USA sprach Li von einer «komplizierten internationalen Situation und der relativ hohen Ausgangsbasis». So war beispielsweise die Zunahme der Industrieproduktion Chinas im August mit +4,4% so schwach wie zuletzt vor 17 Jahren.

Brexit – keine greifbaren Fortschritte

Grossbritanniens Premierminister Boris Johnson und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker konnten bei ihrem gestrigen Treffen in Luxemburg keine greifbaren Fortschritte im Brexit-Streit erzielen. Die Verantwortung liege bei den Briten, rechtswirksame Lösungen zu finden, die mit dem Ausstiegsvertrag vereinbar sind. Solche Vorschläge seien noch nicht gemacht worden, kommentierte Juncker. Die EU-Kommission sei aber bereit zu prüfen, ob eventuelle Vorschläge der Briten mit der verabredeten Regelung zur irischen Grenze («Backstop») vereinbar seien. Johnson seinerseits will das Königreich am 31. Oktober aus der EU führen, notfalls auch ohne Abkommen. Allerdings steht Johnson durch das jüngst vom britischen Parlament verabschiedete neue Gesetz unter Druck, sodass er ohne Einigung mit Brüssel eine abermalige Brexit-Verschiebung beantragen muss. Der am 17. und 18. Oktober bevorstehende EU-Gipfel dürfte ein wichtiger Meilenstein darstellen. Sollte bis dahin keine Einigung gelingen, droht Johnson nach wie vor mit einem ungeregelten «harten» Brexit Ende Oktober. Heute wird zunächst das oberste britische Gericht mit der von Premier Johnson auferlegten Zwangspause des Parlaments beginnen.

Wirtschaftskalender 17. September

MEZ Land Indikator Aktuell
11:00 DE ZEW-Erwartungsindex -44.1
11:00 DE ZEW-Aktuelle Situation-Index -13.5
11:00 EZ ZEW-Erwartungsindex -43.6
15:15 US Industrieproduktion (M/M) -0.2%
16:00 US NAHB-Häusermarktindex  66.0

Unternehmenskalender 24. September

Land Unternehmen Periode
US Nike Q1

 

 

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Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 
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Konsumentenpreise (J/J)
MEZLandIndikatorAktuell09:15ESMarkit PMI52.109:45ITMarkit PMI50.109:50FRMarkit PMI51.709:55DEMarkit PMI51.410:00EUMarkit PMI51.510:30GBMarkit/CIPS PMI49.710:30EUSentix: Investorenvertrauen-5.815:45USMarkit PMI51.616:00USISM PMI: Dienstleistungen55.1