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LGT Navigator: EZB-Chef Draghi zieht nochmals alle Register

13. September 2019

EZB-Präsident Mario Draghi sieht sich angesichts des eingetrübten Konjunkturausblicks für die Eurozone und die Weltwirtschaft gezwungen der expansiven Geldpolitik der EZB nochmals deutlich auszuweiten. Die Notenbank kündigte ein umfassendes Massnahmenpaket zur Stützung der Wirtschaft an, dass u.a. auch erneute Anleihenkäufe beinhaltet.

Kurz vor dem Ende seiner achtjährigen Amtszeit zeigte sich Mario Draghi entschlossen, mit allen der Notenbank zur Verfügung stehenden Mittel einen erneuten Konjunktureinbruch zu verhindern. So wird die EZB ab dem 1. November wieder monatlich EUR 20 Mrd. an Anleihen erwerben. Bis wann die Anleihenkäufe laufen sollen wurde dabei nicht festgelegt. Diese Massnahme sei im EZB-Rat besonders umstritten gewesen, so Draghi. Damit setzt der scheidende Notenbankpräsident ein klares Zeichen für seine designierte Nachfolgerin Christine Lagarde. Kritikern – aus den eigenen Reihen des EZB-Rats und insbesondere aus Deutschland – entgegnete Draghi an der gestrigen Pressekonferenz wie folgt: Die länger anhaltende Wirtschaftsabschwächung im Euroraum sei stärker ausgeprägt als erwartet. Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in der Eurozone sei zwar nach wie vor niedrig ist, jedoch steige das Risiko. Zudem liege die Inflationsrate nachhaltig unter dem Ziel der EZB. Unterstrichen werden die Ausführungen des Notenbankchefs durch eine Korrektur der Prognosen der EZB. Die Notenbank erwartet sowohl 2019 (+1,1%) als auch 2020 (+1,2%) weniger Wachstum für die Euro-Wirtschaft als wie vor drei Monaten prognostiziert. Die Inflationsrate wird sich mit +1,2% in diesem und +1,0% im nächsten Jahr wieder vom +2,0% Ziel entfernen. Während der Leitzins unverändert auf dem Rekordtief von null Prozent bleibt und eine erste Zinserhöhung auf unbestimmte Zeit verschoben wird, müssen Geschäftsbanken künftig 0,5% Strafzinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der EZB parkieren. Damit versucht die Notenbank die Banken dazu zu «zwingen», mehr Kredite an Unternehmen und Verbraucher zu vergeben, um die Wirtschaft anzukurbeln. Um die Banken etwas zu entlasten, führt die EZB einen Staffelzins ein, womit bestimmte Freibeträge von den Strafzinsen ausgenommen sind. An den Aktienbörsen sorgte das Massnahmenpaket der EZB einerseits für Kurssprünge, andererseits setzte es den Euro unter Druck.

Trump kritisiert die EZB und feuert erneut gegen die Fed

Unmittelbar auf den Entscheid der EZB meldete sich auch US-Präsident Donald Trump wie üblich per Twitter zu Wort. Trump warf der EZB vor, den Euro zu Lasten der US-Exportwirtschaft zu schwächen. Gleichzeitig warf der amerikanische Präsident der US-Notenbank (Fed) Untätigkeit vor und forderte erneut, die Zinsen zu senken. Bereits Mitte Woche hatte Trump auf eine drastische Lockerung der Zinsen durch die Fed auf «null oder weniger» gedrängt. Mit grösster Wahrscheinlichkeit dürfte die Fed am kommenden Mittwoch dem Präsidenten ein Stück weit entgegenkommen und den Leitzins um weitere 25 Basispunkte senken.

Handelskonflikt – Washington setzt Zeichen des guten Willens

Im anhaltenden Handelsstreit mit China kündigte US-Präsident Trump an, die avisierte  Erhöhung der Importzölle um zwei Wochen aufzuschieben. Die Strafzölle auf Waren im Wert von USD 250 Mrd. würden erst ab dem 15. Oktober erhoben. Ursprünglich sollte die Erhöhung auf 30 von 25 Prozent bereits am 1. Oktober in Kraft treten. Dies sei ein Zeichen des guten Willens, hiess es aus dem Weissen Haus. Die Verschiebung sei auf Antrag des chinesischen Vize-Ministerpräsident Liu He gewährt worden, bestätigte Trump. Zudem sollen die Handelsgespräche zwischen den beiden Konfliktparteien in den nächsten Tagen in Washington fortgesetzt werden und Anfang Oktober sei dann ein Treffen von Liu mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und US-Finanzminister Steven Mnuchin geplant. Die neu genährten Hoffnungen auf eine baldige Einigung zwischen Washington und Peking sorgten an der Wall Street für moderate Gewinne und für einen grösstenteils positiven Wochenausklang an Asiens Börsen.

Wirtschaftskalender 13. September

MEZ Land Indikator Aktuell
09:00 SP Verbraucherpreise (J/J) +0.4%
14:30 US Einzelhandelsumsätze (M/M) +0.7%
14:30 US Importpreise (J/J) -1.8%
16:00 US Michigan Konsumentenvertrauen 89.80

Unternehmenskalender 24. September

Land Unternehmen Periode
US Nike Q1

 

 

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Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 
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Konsumentenpreise (J/J)
MEZLandIndikatorAktuell09:15ESMarkit PMI52.109:45ITMarkit PMI50.109:50FRMarkit PMI51.709:55DEMarkit PMI51.410:00EUMarkit PMI51.510:30GBMarkit/CIPS PMI49.710:30EUSentix: Investorenvertrauen-5.815:45USMarkit PMI51.616:00USISM PMI: Dienstleistungen55.1