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LGT Navigator: EZB verschärft den Kampf gegen die Inflation

9. September 2022

Die Europäische Zentralbank (EZB) erfüllte die Markterwartungen und erhöhte ihren Leitzins wie erwartet um 75 Basispunkte. Damit setzt die EZB ein klares Zeichen im Kampf gegen den weiter steigenden Inflationsdruck. EZB-Präsidentin Lagarde betonte zudem, dass mit weiteren Zinsschritten zu rechnen sein wird. An den Kapitalmärkten wurde der Zinsentscheid in diesem Umfang erwartet und sorgte deshalb für nur relativ moderate Kursausschläge. US-Notenbankchef Powell unterstrich die Wichtigkeit, dass die Inflationserwartungen verankert bleiben. Das Fed werde diesbezüglich ihre Anstrengungen zur Eindämmung der Inflation weiterverfolgen, bis die Aufgabe erledigt sei.

EZB verschärft den Kampf gegen die Inflation

An der Wall Street setzte sich die Erholung fort, bleibt jedoch geprägt von der Zentralbankenpolitik. Unterstützung boten Bankwerte, die von der Aussicht auf steigende Zinsen profitierten. Der Dow Jones Industrial schloss +0.61% höher bei 31'774.52 Punkten und der S&P 500 legte um +0.66% auf 4'006.18 Punkte zu. An der Nasdaq stiegen die Indizes um rund +0.5%. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte nach dem Zinsentscheid der EZB auf 3.32%.

Die Märkte im asiatisch-pazifischen Raum legten zum Wochenschluss ebenfalls zu. In Japan steigt der Nikkei 225 um rund +0.5% und in Südkorea gewinnt der Kospi um +0.4%. Stark performte am Freitag der Hang Seng Index in Hongkong, der um +2.6% zulegt. Auf dem chinesischen Festland steigt der Shanghai Composite um +0.7%. Positive Impulse lieferten neuste Inflationsdaten aus China. So hat sich der Teuerungsdruck in China im August überraschend abgeschwächt. Die Verbraucherpreise stiegen auf Jahressicht um +2.5% und die Erzeugerpreise legten um +2.3% relativ moderat zu. Hintergrund dürfte ein geringerer Konsum sein. Der chinesischen Zentralbank eröffnet sich damit Spielraum für weitere Zinssenkungen, um die heimische Wirtschaft zu stützen.

EZB setzt mit der bisher grössten Zinserhöhung in ihrer Geschichte ein klares Signal

Mit der Erhöhung um 75 Basispunkte steigt der Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken im Euroraum frisches Geld bei der EZB leihen können, auf +1.25%. Der sogenannte Einlagensatz wurde auf +0.75% erhöht. Laut EZB «beschleunigt der Zinsschritt den Übergang von dem derzeitigen sehr akkommodierenden Niveau der Leitzinsen zu einem Niveau, das die rechtzeitige Rückkehr der Inflation zum mittelfristigen Ziel von zwei Prozent gewährleistet». Da damit zu rechnen ist, dass die Inflation laut EZB längerfristig auf hohem Niveau verharren wird, stellte EZB-Chefin Lagarde weitere Zinserhöhungen in den nächsten Monaten in Aussicht. Die Inflationsrate in der Eurozone erreichte zuletzt mit 9.1% einen Rekordwert. Angesichts des anhaltenden Drucks auf die Energiepreise muss damit gerechnet werden, dass die Teuerung in den kommenden Monaten zweistellige Werte erreichen wird, betonte Lagarde.

EZB-Projektionen: Hohe Inflation bei geringerem Wachstum

Nach Einschätzung der EZB ist mit einem weiteren Anstieg der Inflationsrate in der Eurozone zu rechnen. In ihren gestern publizierten Prognosen geht die Notenbank nun von einer Teuerungsrate in diesem Jahr von +8.1% aus, verglichen mit den noch im Juni antizipierten +6.8%. Im nächsten Jahr soll die Inflation dann auf durchschnittlich +5.5% sinken (Juni-Prognose: +3.5%). Für 2024 prognostiziert die EZB eine Jahresteuerung von noch +2.3% (+2.1%). Gleichzeitig werde die Euro-Wirtschaft im laufenden Jahr stärker als bisher erwartet wachsen, nämlich um +3.1% (Juni-Prognose: +2.8%). In den folgenden beiden Jahren wird aber eine klar schwächere BIP-Wachstumsrate von +0.9% (bisher +2.1%) und +1.9% (+2.1%) erwartet.

  

Wirtschaftskalender 9. September

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:45 FR Industrieproduktion (Juli, M/M) +1.4%

 

Unternehmenskalender 13. September

Land Unternehmen Periode
USA Twitter ausserordentliche GV
USA Starbucks Investorentag

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.