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LGT Navigator: Fed drückt aufs Tempo

6. Januar 2022

Im Protokoll der letzten Zinssitzung betont die US-Notenbank (Fed) die Notwendigkeit eines baldigen Ausstiegs aus der lockeren Geldpolitik angesichts der Feststellung, dass sich die Inflationsgefahr als höher und hartnäckiger erweist als angenommen. Während die Renditen amerikanischer Staatsanleihen und der US-Doller von den steigenden Zinserwartungen profitierten, setzen die Zinserwartungen die Aktienbörsen unter Druck.

Fed drückt aufs Tempo

An der New Yorker Börse setzten die «Minutes» des Offenmarktausschusses (FOMC) der US-Notenbank die Aktienindizes am Dienstag unter Druck. Der Dow Jones Industrial verlor rund ein Prozent und der S&P 500 gab gar um knapp zwei Prozent nach. Am stärksten traf es wiederum die Technologiebörse Nasdaq, wo die Indizes gut drei Prozent einbüssten. Gleichzeitig zogen die US-Staatsanleihenrenditen an und der US-Dollar legte zu. Zweijährige US-Treasury-Renditen, die die kurzfristigen Zinserwartungen spiegeln, stiegen um fast 3 Basispunkte auf ein 22-Monats-Hoch von 0.8580%, und am langen Ende kletterten die 30-jährigen Renditen in ähnlichem Masse auf einen Zehnwochen-Höchststand von 2.1220%. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen legte um 1.4 Basispunkte auf 1.7140% zu und notiert damit auf dem höchsten Stand seit April 2021. Auch an Asiens Börsen sorgten die steigenden Zinserwartungen für teils heftige Verluste. So verliert die Tokioter Börse heute fast drei Prozent.

FOMC-Minutes: Schnellere Anhebung der Zinsen scheint gerechtfertigt

Die Wirtschafts- und Inflationsentwicklung rechtfertigt nach Einschätzung der US-Notenbank einen schnelleren Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik. Die Inflationsentwicklung sei hartnäckiger als angenommen, weshalb eine schnellere Erhöhung der Leitzinsen als bisher erwartet gerechtfertigt sein könnte, hiess es im gestern Abend veröffentlichten Protokoll (Minutes) der Sitzung des geldpolitischen Rates der US-Notenbank vom 15. Dezember. Das Fed beschloss an seiner letzten Sitzung, das milliardenschwere Anleihenkaufprogramm schneller zurückzufahren und voraussichtlich im März auslaufen zu lassen und stellte angesichts der hohen Inflation bereits eine frühere und raschere Zinsanhebungen in Aussicht. Derzeit wird im laufenden Jahr mit drei Zinserhöhungen gerechnet.

Kräftiges Stellenwachstum in US-Privatwirtschaft

In den Vereinigten Staaten hat die Beschäftigung in der Privatwirtschaft Ende des letzten Jahres deutlich stärker zugenommen als erwartet. Im Dezember wurden der Arbeitsmarktdienstleistungsfirma Automatic Data Processing (ADP) zufolge 807'000 neue Stellen geschaffen. Die Konsenserwartung lag bei 375'000 Jobs, und im November betrug der Zuwachs 505'000 Arbeitsplätze. Der monatliche Bericht von ADP gilt als Indikator für den am Freitag anstehenden offiziellen Arbeitsmarktbericht und basiert auf einer Umfrage unter 460’000 Unternehmen mit rund 26 Millionen Arbeitnehmern.

Unternehmensstimmung im Euroraum leidet

Die Stimmung in den Unternehmen der Euroländer hat sich im Dezember 2021 wieder verschlechtert. Gemäss dem Londoner Forschungsunternehmen IHS Markit gab der für den Dienstleistungs- und Industriesektor zusammengefasste Einkaufsmanagerindex (PMI Composite) Ende des vergangenen Jahres von 55.4 auf 53.3 Punkte nach. Insbesondere im Dienstleistungssektor sei vor dem Hintergrund der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante die Zurückhaltung der Kundschaft spürbar, hiess es. In Deutschland sank der Dienstleistungs-PMI sogar wieder unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Hinsichtlich der Preisentwicklung bei den Unternehmen wurde laut IHS Markit der bisher zweitstärkste Anstieg der Einkaufs- und Verkaufspreise gemessen.

EZB wird auf steigende Inflationserwartungen reagieren

Martins Kazaks, EZB-Ratsmitglied und Notenbankpräsident von Lettland, betonte, dass die EZB im Fall steigender Inflationserwartungen handeln werde. Ein mögliches Szenario könnte sein, dass die gesamten Anleihekäufe der EZB bis zum Ende dieses Jahres eingestellt werden und Anfang 2023 eine erste Anhebung der Leitzinsen folgen könnte.

Italiens Inflationsrate erreicht höchsten Stand seit gut 13 Jahren

In Italien kletterte die Jahresteuerungsrate der Verbraucherpreise im Dezember auf +4.2% von +3.2% im November und notiert damit nach dem fünften Anstieg in Folge auf dem höchsten Niveau seit August 2008.

 

Wirtschaftskalender 6. Januar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE Auftragseingang Industrie (November, M/M) -6.9%
10:30 GB Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (Dezember) 53.2
11:00 EZ Erzeugerpreise (Dezember, J/J) +21.9%
14:00 DE Verbraucherpreise (Dezember, J/J) +6.0%
14:30 USA Handelsbilanz (November) USD -67.1 Mrd.
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenversicherung (wöchentlich) 198'000
16:00 USA Auftragseingang dauerhafte Güter (November, M/M) +1.0%
16:00 USA ISM Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor (Dezember) 69.1

 

Unternehmenskalender 6. Januar

Land Unternehmen Periode
FR Sodexo  Q1 Umsatz
GB Next Q4 Umsatz
USA Walgreens Boot Alliance Q1

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.