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LGT Navigator: Fed signalisiert baldige QE-Drosselung – SNB und BoE im Fokus

23. September 2021

Die US-Notenbank (Fed) erfüllte in etwa die Erwartungen an den Finanzmärkten. Das Fed steuert demnach behutsam auf eine geldpolitische Wende zu und stellt hierfür als erstes in Aussicht, die konjunkturstützenden Massnahmen in Form ihres Wertpapierkaufprogramms zu drosseln. Gleichzeitig hält US-Notenbankchef Powell die Leitzinsen aber auf rekordtiefem Niveau. Heute werden mit Spannung auch die geldpolitischen Entscheide der Schweizerischen Nationalbank und der Bank of England erwartet.

Fed signalisiert baldige QE-Drosselung – SNB und BoE im Fokus

Das Fed stellte gestern eine Reduzierung seiner quantitativen Massnahmen noch vor Ende dieses Jahres in Aussicht. Bereits an der folgenden Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) Anfang November könnte eine Drosselung der milliardenschweren Wertpapierkäufe beschlossen  und dann bis Mitte 2022 schrittweise eingestellt werden, bestätigte der Fed-Vorsitzende Jerome Powell. Das Tempo der QE-Drosselung hänge aber weiterhin vom Wirtschafts- und Inflationsverlauf sowie der Entwicklung der Pandemie ab. Gleichzeitig hält das Fed aber an seiner lockeren Geldpolitik fest und beliess den Leitzins unverändert in einer Bandbreite von 0.0 bis 0.25%. Das rekordtiefe Zinsniveau bleibe gerechtfertigt, bis am Arbeitsmarkt Vollbeschäftigung herrsche und das Inflationsziel von rund zwei Prozent erreicht worden sei, erklärte Powell. Die nun konkreter in Aussicht gestellte Reduzierung der Wertpapierkäufe dürfe aber nicht mit einer ersten Zinserhöhung gleichgestellt werden. Mit Spannung wurden auch die neusten Prognosen des Fed erwartet. In diesem Jahr rechnet die Notenbank nun mit einem BIP-Wachstum von +5.9% (Juni-Prognose +7.0%). Für 2022 rechnet das Fed aber mit einem stärkeren Wachstum von +3.8% (bisher +3.3%). In Bezug auf die Inflation wird nun für 2021 eine Jahresteuerungsrate von +4.2% erwartet, verglichen mit +3.4% in der Prognose. Für 2022 rechnet das Fed mit einer Inflation von +2.2% (bisher +2.1%).

An den Finanzmärkten wurde die Ankündigung der US-Notenbank in etwa so erwartet. Der US-Dollar legte daraufhin zu, während sich die Verluste bei US-Staatsanleihen in Grenzen hielten. An der Wall Street stieg der Dow Jones Industrial um +1% auf 34'258.32 Punkte und der marktbreite S&P 500 legte um +0.94% auf 4'395.64 Zähler zu. An der Technologiebörse Nasdaq ging es ebenfalls um rund ein Prozent nach oben. Inzwischen hat sich auch die Sorge um den kriselnden chinesischen Immobilienkonzern «Evergrande» gelegt.

Im Zentrum stehen heute nochmals zwei geldpolitische Ankündigungen. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird um 09:30 Uhr ihre quartalsweise Lagebeurteilung kommunizieren und um 13:00 Uhr teilt die Bank of England ihren Zinsentscheid mit. Die SNB dürfte ihre Negativzinspolitik bestätigen. Einerseits wird sie der EZB nicht vorgreifen und andererseits hat sich der Schweizer Franken seit dem letzten Zinsentscheid gegenüber dem Euro nochmals aufgewertet. Die Bank of England könnte hingegen angesichts des stärkeren Inflationsdrucks und einer möglicherweise optimistischeren Einschätzung der Pandemielage dank einer deutlich höheren Impfquote zumindest laut über eine straffere Geldpolitik nachdenken.

Evergrande verschafft sich zumindest kurzfristig etwas Luft

Der in Not geratene chinesische Immobilienkonzern Evergrande hat eigenen Angaben zufolge mit inländischen Gläubigern eine Vereinbarung erzielt. Dabei geht es um eine Zinszahlung (laut Bloomberg) über umgerechnet EUR 30 Mio. für eine heute Donnerstag fällige Anleihe. Evergrande lieferte aber keine Informationen bezüglich einer weiteren Anleihe, für die ebenfalls heute Zinsen von rund EUR 72 Mio. fällig werden. Nächste Woche am 29. September werden dann weitere Zinszahlungen über rund EUR 40 Mio. fällig. Insgesamt hat Evergrande Schulden von USD 300 Mrd. oder umgerechnet etwa EUR 257 Mrd. angehäuft. Der Vorstandschef von Evergrande Xu Jiayin zeigte sich überzeugt, dass der Konzern seinen «dunkelsten Moment» überwinden könne. Um die Kapitalmärkte und die Anleger zu beruhigen, stellte Chinas Zentralbank dem Bankensystem 90 Milliarden Yuan zur Verfügung.

Japans Notenbankchef Haruhiko Kuroda äusserte sich gestern ebenfalls zum Fall «Evergrande». Kuroda ist der Ansicht, dass die Finanzprobleme des chinesischen Immobilienkonzerns derzeit nicht als systemisches Risiko für die Weltwirtschaft angesehen werden müssen.

Ifo korrigiert seine Wachstumsprognose für Deutschland

Das Münchener Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo senkte seine Wachstumsprognose für 2021, mit dem Verweis auf die globalen Lieferengpässe in der Industrie. Das Ifo geht nun von einem BIP-Wachstum in Deutschland von noch +2.5% aus. Bisher waren +3.3% veranschlagt. Im nächsten Jahr soll die deutsche Wirtschaft dann aber wieder kräftig um +5.1% wachsen (bisher +4.3%). Im Folgejahr 2023 rechnen die Ökonomen mit noch +1.5%. Gemäss Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser verschiebt sich die ursprünglich für den Sommer erwartete Erholung von der Coronakrise. Insbesondere die schnelle Zunahme der weltweiten Nachfrage nach langlebigen Konsumgütern, elektronischen Artikeln und speziellen medizinischen Produkten stelle die globalen Lieferketten als Folge stark veränderter Warenströme vor enorme logistische Herausforderungen.

 

Wirtschaftskalender 23. September

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:45 FR Wirtschaftsstimmung  110.0
09:00 SP BIP Q2 (Q/Q) +2.8%
09:15 FR IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (September) 55.9
09:30 CH SNB-Zinsentscheid -0.75%
09:30 DE IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (September) 60.0
10:00 EZ IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (September) 59.0
10:00 EZ EZB-Monatsbericht
10:30 GB IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (September) 54.8
13:00 GB Bank of England Zinsentscheid +0.1%
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenversicherung (wöchentlich) 332'000
14:30 USA Fed Chicago Nationaler Aktivitätsindex (August) +0.53
15:45 USA IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (September) 55.4
16:00 USA Frühindikator +0.9%

 

Unternehmenskalender 23. September

Land Unternehmen Periode
USA Nike Q1
USA Costco Q4

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.