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LGT Navigator: Fed und EZB bleiben hinsichtlich der Inflationserwartungen entspannt

9. April 2021

Die US-Notenbank verfüge über die Instrumente, um jeglichen Inflationsdruck einzudämmen, der im Zuge der Erholung der Wirtschaft von der Coronakrise aufkommen könnte, beschwichtigte Jerome Powell, Chef der Fed, gestern die stärker aufkommenden Sorgen eines starken und schnellen Anstiegs der Inflation. Auch die EZB geht von einem nur temporär stärkeren Inflationsdruck aus. Die beiden wichtigsten Zentralbanken signalisieren damit, dass mit einem Kurswechsel derzeit nicht zu rechnen ist. An den Aktienmärkten dürften diese «Versicherung» gut ankommen.

Fed und EZB bleiben hinsichtlich der Inflationserwartungen entspannt

Die Aussicht auf eine weiterhin lockere Geldpolitik der Federal Reserve (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB) hielt die New Yorker Börse am Donnerstag auf Kurs und stützte insbesondere die konjunktursensiblen Technologiewerte. Der Nasdaq Composite und der Nasdaq 100 legten um jeweils rund 1% zu. Der breit gefasste S&P 500 erreichte während des Tages ein weiteres Mal ein Rekordhoch und schloss +0.42% höher bei 4'097.17 Punkten. Der Dow Jones Industrial verzeichnete einen moderaten Tagesgewinn von +0.17% und ging bei 33'503.57 Punkten in der Nähe der jüngst erzielten Rekordwerte aus dem Handel. Positiv wirken weiterhin die anhaltend lockere Geldpolitik, die Aussicht auf das massive Infrastrukturprogramm der US-Regierung sowie die Hoffnung auf eine schnelle Wiederbelebung der Wirtschaft und eine Eindämmung der Pandemie durch fortschreitende Impfungen. Dass der Weg steinig bleibt, zeigten die gestern veröffentlichten Daten zur kurzfristigen Entwicklung des US-Arbeitsmarktes. So stieg die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche auf 744’000. Analysten hatten hingegen im Schnitt mit einem Rückgang auf 680’000 Anträge gerechnet.

Die asiatischen Börsen entwickelten sich am Freitag uneinheitlich und Chinas Börsen litten unter Inflationssorgen, nachdem die chinesischen Erzeugerpreise im März um +4.4% gegenüber dem Vorjahr zugelegt hatten. Dies könnte zu einem schnelleren Tapering der chinesischen Zentralbank führen.

Gestiegene Inflationserwartungen laut EZB überwiegend temporärer Natur

EZB-Präsidentin Christine Lagarde äusserte die Ansicht, dass der zu Jahresbeginn beobachtete Inflationsanstieg auf Sonderfaktoren beruht und überwiegend temporär und statistischer Natur sei. Zwar sei kurzfristig mit einem leichten Anstieg der unterliegenden Inflation zu rechnen, dies sei jedoch auf die aktuell angebotsseitigen Einschränkungen und die Erholung der Binnennachfrage zurückzuführen. Ein geringer Lohndruck und die zeitweise starke Aufwertung des Euros dürften aber dafür sorgen, dass der Preisdruck insgesamt schwach bleiben werde. In ihren aktuellen Prognosen geht die EZB davon aus, dass die Inflation im Euroraum im laufenden Jahr +1.5% betragen, dann aber 2022 auf +1.2% zurückgehen wird. 2023 erwartet die Notenbank eine Teuerungsrate von +1.4%.

Auch EZB-Chefvolkswirt Philip Lane betonte, dass die EZB zwar in den nächsten Monaten mit einem erhöhten Teuerungsdruck rechnet, dieser allerdings nur temporär sein werde. Dieser zeitlich begrenzte Inflationsdruck sei auf eine Vielzahl temporärer Faktoren wie beispielsweise vorübergehende Mehrwertsteueranpassungen oder Schwankungen des Ölpreises zurückführen, die allesamt keinen Einfluss auf die mittelfristige Inflationsdynamik haben dürften. Auch längerfristig dürfte die Inflation in der Eurozone deutlich unter dem von der Notenbank mittelfristig angestrebten Ziel von knapp zwei Prozent liegen, so Lane im Handelsblatt.

Erzeugerpreise in der Eurozone bestätigen hingegen kurzfristig gestiegenen Inflationsdruck

In den Euroländern sind die Preise auf Erzeugerebene im Februar kräftig gestiegen. Auf Jahressicht erhöhten sich die Produzentenpreise um +1.5%, womit die höchste Teuerungsrate seit Mai 2019 registriert wurde. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Erzeugerpreise im Februar um 0.5%. Höhere Erzeugerpreise beeinflussen normalerweise zeitverzögert die Verbraucherpreise.

 

Wirtschaftskalender 9. April

MEZ Land Indikator Letzte Periode
07:45 CH Arbeitslosenrate (März) 3.6%
08:00 DE Exporte (Februar, M/M) +1.4%
08:00 DE Importe (Februar, M/M) -4.7%
08:00 DE Industrieproduktion (Februar, M/M) -2.5%
14:30 USA Erzeugerpreise (März, M/M) +0.5%
14:30 USA Erzeugerpreise (März, J/J) +2.8%
14:30 USA Kern-Erzeugerpreise (März, J/J) +2.5%

 

Unternehmenskalender 9. April

Land Unternehmen Periode
CH Ems Chemie  Q1 Umsatz

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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