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LGT Navigator: Fed vor weiterem kräftigen Zinsschritt

2. November 2022

Die amerikanische Notenbank (Fed) wird heute Abend ein weiteres Mal ihren Leitzins um wahrscheinlich 75 Basispunkte erhöhen. Mit Spannung werden aber vor allem Hinweise auf das Tempo und den Umfang weiterer Zinserhöhungen erwartet. Grund für eine eventuelle Drosselung der bisher aggressiven geldpolitischen Straffung könnte das spürbar zunehmende Rezessionsrisiko sein. So fiel der aufgrund seiner starken Korrelation zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum in den USA viel beachtete ISM-Einkaufsmanagerindex für den Industriesektor im Oktober auf den tiefsten Stand seit Mai 2020.

Fed vor weiterem kräftigen Zinsschritt

An der Wall Street hielten sich die Anleger vor dem heutigen Zinsentscheid des Fed (19:00 Uhr MEZ) sowie der darauffolgenden Pressekonferenz von US-Notenbankchef Jerome Powell (19:30 Uhr MEZ) zurück. Der Dow Jones Industrial ging bei 32'653.20 Punkten -0.24% tiefer als am Vortag aus dem Handel und der S&P 500 verlor -0.41% – Schlussstand 3'856.10 Punkte. An der Nasdaq gaben die Indizes um rund -1% nach, belastet durch Abgaben bei Schwergewichten wie Amazon oder Apple.

Am Anleihemarkt kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen wieder über die Marke von 4% – aktuell 4.05%.

Die Aktien im asiatisch-pazifischen Raum legten zur Wochenmitte überwiegend zu. Der Hang Seng-Index in Hongkong legte zunächst um rund +2.4% zu, jedoch musste der Handel wegen eines tropischen Wirbelsturms unterbrochen werden. Auf dem chinesischen Festland gewann der Shanghai Composite-Index rund +1.6% und an der Börse von Shenzhen ging es am Mittwoch rund +1.8% nach oben. In Tokio blieb der Nikkei 225 bei 27’663.39 Zählern praktisch unverändert zum Vortagesschluss. Der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien ausserhalb Japans stieg um knapp +1%.

US-Industriebarometer fällt auf tiefsten Stand seit Mai 2020

Mit 50.2 Punkten notiert der Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM) für den amerikanischen Industriesektor noch knapp über der 50er Wachstumsschwelle. Analysten waren im Schnitt aber von einem stärkeren Rückgang auf 50.0 Zähler ausgegangen. Bestätigt wird die Abschwächung in der US-Industrie auch durch den Einkaufsmanagerindex von S&P Global, der im Oktober von 52.0 auf 50.4 Punkte zurückfiel.

EZB-Präsidentin Lagarde bekräftigt Ausblick auf weitere Zinserhöhungen

Auch nach der dritten Zinserhöhung in Folge machte Europas Notenbankchefin Christine Lagarde klar, dass mit einer weiteren Straffung der Geldpolitik gerechnet werden muss. Das Ziel, mittelfristig eine Inflationsrate von zwei Prozent zu erreichen sei klar. «Aber wir sind noch nicht am Ziel.» Die EZB beobachte, dass sich die gestiegenen Energiekosten auf immer mehr Bereiche der Wirtschaft auswirken. Je länger die Inflation auf hohem Niveau bleibe, desto grösser sei die Gefahr, dass sie auf die gesamte Wirtschaft übergreife, meinte Lagarde in einem Interview.

Trübere Stimmung der Schweizer Industrie und Konsumenten

Der Einkaufsmanagerindex für die Industrieunternehmen in der Schweiz ist im Oktober von 57.1 auf 54.9 Punkte gesunken, bleibt damit aber, im Gegensatz zu den Werten in der Eurozone, über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Belastet werde die Industrie durch die hohen Energiepreise, ein schwieriges internationales Umfeld sowie Störungen der Lieferketten. Gleichzeitig hat sich die Stimmung der Schweizer Konsumenten gegenüber dem letzten Quartal weiter eingetrübt, stellt das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) fest. Während die Lage am Arbeitsmarkt noch positiv eingeschätzt werde, sei die Beurteilung der finanziellen Lage bei den Privathaushalten aufgrund der steigenden Inflation auf einen neuen historischen Tiefststand gesunken. Das entsprechende Verbrauchervertrauensbarometer gab von minus 41.7 auf minus 46.6 Punkte nach und erreichte damit den tiefsten Stand seit Beginn der Umfrage 1972.

 

Wirtschaftskalender 2. November

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE Exporte (September, M/M) +1.6%
08:00 DE Importe (September, M/M) +3.4%
09:15 ES Einkaufsmanagerindex Industrie (Oktober) 49.0
09:45 IT Einkaufsmanagerindex Industrie (Oktober) 48.3
09:50 FR Einkaufsmanagerindex Industrie (Oktober) 47.4
09:55 DE Einkaufsmanagerindex Industrie (Oktober) 45.7
10:00 EZ Einkaufsmanagerindex Industrie (Oktober) 46.6
13:15 USA ADP Beschäftigung Privatwirtschaft (Oktober) 208'000
19:00 USA FOMC Zinsentscheid 3.25%
19:00 DE Bundesbankpräsident Nagel spricht
19:30 USA Fed Governor Powell Press Conference

 

Unternehmenskalender 2. November

Land Unternehmen Periode
CH Barry Callebaut Jahreszahlen
CH Transocean Q3
AUT ams-Osram Q3
FR AXA Q3
IT Ferrari Q3
DK Vestas Q3
DK Novo Nordisk Q3
GB GlaxoSmithKline Q3
GB Next Q3
GB Aston Martin Q3
USA Ebay Q3
USA Qualcomm Q3

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.