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LGT Navigator: Getrübte Visibilität

9. Dezember 2021

Der kurzfristige Optimismus an den Börsen ist zur Wochenmitte wieder einer etwas realistischeren Risikoeinschätzung gewichen. So bleibt die weitere Pandemieentwicklung ein hoher Unsicherheitsfaktor und die Auswirkungen der Virusvariante Omikron sind wissenschaftlich noch wenig belegt. Die Visibilität an den Märkten bleibt daher beschränkt, nicht nur für Investoren, sondern auch für die Zentralbanken. In Asien sorgt zudem der chinesische Immobilienkonzern Evergrande weiterhin für Nervosität. Im Vorfeld der Ende Woche anstehenden US-Verbraucherpreisdaten wird auch wieder verstärkt die Inflationsentwicklung in den Fokus der Kapitalmärkte rücken.

Getrübte Visibilität

An den US-Börsen verlor die Erholungsrally am Mittwoch deutlich an Schwung und die Aktienindizes schlossen zum Vortag nur wenig verändert. Der Dow Jones Industrial drehte in den letzten Handelsminuten noch knapp ins Plus und beendete den Handel +0.1% bei 35'754.75 Punkten. Der S&P 500 legte um +0.31% auf 4'701.21 Zähler zu und an der Technologiebörse Nasdaq verbuchten die Indizes Tagesgewinne von rund +0.4%. Einen positiven Akzent lieferten BioNTech und Pfizer, die bekannt gaben, dass eine dreimalige Impfung mit ihrem Covid-19-Impfstoff die Omikron-Variante in einem Labortest neutralisieren konnte. Falls Bedarf bestehe, könne im März 2022 ein Impfstoff auf Omikron-Basis zur Verfügung stehen.

In Asien zeigte sich am Donnerstag kein einheitliches Bild. Ein Unsicherheitsfaktor bleibt hier Evergrande und die Sorge, dass im Sog weitere chinesische Immobilienunternehmen in Schwierigkeiten geraten könnten.

Bank of England dürfte angesichts der Omikron-Unsicherheiten länger zuwarten

Einer aktuellen Umfrage von Reuters zufolge wird die britische Notenbank bis Anfang nächsten Jahres zuwarten, bevor sie die Leitzinsen erstmals erhöht – später als bisher erwartet. Hintergrund sind die unsichere Pandemieentwicklung mit der neuen Omikron-Variante und die potenziellen wirtschaftlichen Auswirkungen. Die Bank of England wird am 16. Dezember über einen etwaigen Zinsschritt entscheiden.

Kanadas Zentralbank belässt Zinssatz unverändert

Die Bank of Canada beliess wie erwartet ihren Leitzins bei +0.25% und hielt an der Prognose fest, dass im Frühjahr nächsten Jahres die Voraussetzungen für eine erste Zinserhöhung gegeben sein sollten. Die Zentralbank verwies dabei auf die hohe Inflation, warnte aber gleichzeitig auch vor der erhöhten Unsicherheit durch die Virusvariante Omikron.

Phase «vorübergehend» hoher Inflation im Euroraum könnte länger dauern

EZB-Vizepräsident Luis de Guindos geht davon aus, dass es länger dauern könnte, bis die Inflation in der Eurozone wieder auf das Zielniveau zurückgeht. Dies stelle für die EZB eine Herausforderung dar und erschwere den geldpolitischen Entscheid am 16. Dezember. Der EZB-Vize bekräftigte zwar die «offizielle» Haltung der Notenbank, die davon ausgeht, dass der Teuerungsdruck nur vorübergehend ist und sich die Inflation wieder auf das Zielniveau von zwei Prozent einpendeln wird. Die Besorgnis scheint sich aber auch an der EZB-Spitze zu verstärken. Im November erreichte die Inflationsrate in der Eurozone mit +4.9% ein Rekordhoch. Laut de Guindos müsse die EZB nun insbesondere die Entwicklung der Löhne und der Lohnverhandlungen wachsam verfolgen.

Wirtschaftskalender 9. Dezember

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE Exporte (Oktober, M/M) -0.7%
08:00 DE Importe (Oktober, M/M) +0.1%
09:00 CH SECO-Konjunkturprognosen
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenversicherung (wöchentlich) 222'000

 

Unternehmenskalender 10. Dezember

Land Unternehmen Periode
DE Daimler Truck Erstnotiz
GB Anglo American Investor Update

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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