Skip navigation Scroll to top
Scroll to top

LGT Navigator: Höchst angespannte geopolitische Lage

23. Februar 2022

Die nochmalige Verschärfung der Ukraine-Krise durch die Anerkennung der beiden selbst ernannten «Volksrepubliken» in der Ostukraine durch den Kreml und die Entsendung russischer Truppen belastet die Börsenstimmung weiterhin schwer. Ein massiver Kurseinbruch fand zwar nicht statt, jedoch bleibt die geopolitische Lage höchst angespannt. Positiv zu vermerken ist eine spürbare Aufhellung des Geschäftsklimas in Deutschland, wie die neuste Ifo-Unternehmensumfrage zeigte.

Höchst angespannte geopolitische Lage

An den US-Aktienmärkten kamen die Indizes nach dem feiertagsbedingten langen Wochenende am Dienstag unter Druck. Der Dow Jones Industrial schloss knapp -1.5% tiefer bei 33'596.61 Punkten und der marktbreite S&P 500 ging mit einem Tagesverlust von -1% bei 4'304.76 Zählern aus dem Handel. Die europäischen Aktienmärkte hat die Verschärfung der Ukraine-Krise am Dienstag zwar belastet, jedoch blieb der befürchtete massive Kurseinbruch aus. Nach anfänglich stärkeren Abgaben stabilisierten sich die Märkte im Laufe des Tages. Der Euro-Leitindex EuroStoxx 50 drehte am Mittag ins Plus und ging praktisch unverändert gegenüber dem Vortag bei 3'987.84 Punkten aus dem Rennen. In Asien setzte sich die negative Stimmung am Mittwoch nur teilweise fort. Während in Tokio die Indizes rund -1.5% einbüssten, legten chinesische Aktienwerte zu und auch in Hongkong notiert der Hang Seng-Index etwa +0.7% höher.

Der Westen antwortet mit weitreichenden Sanktionen

Die USA und Europa antworten auf den letzten Eskalationsschritt Russlands mit weitreichenden Sanktionen und die USA verlegen zusätzliche Soldaten und Ausrüstung nach Osteuropa. In Washington bezeichnete US-Präsident Joe Biden die jüngste Eskalation als Beginn einer Invasion und kündigte umgehend Sanktionen gegen Unterstützer Putins und deren Familien sowie russische Banken an. Zudem soll der Handel mit russischen Staatsanleihen unterbunden werden. Zusätzlich sollen bei einer weiteren Eskalation der Ausschluss Russlands aus dem internationalen Bezahlungssystem Swift oder Exportkontrollen erwogen werden. Die Europäische Union kündigte ihrerseits Sanktionen gegen Russland, die bereits heute in Kraft treten sollen. Die EU setzt dabei Abgeordnete des russischen Parlaments auf die Sanktionsliste sowie weitere Personen und Organisationen im Umfeld der russischen Regierung. Zudem soll der Zugang des russischen Staates zu den EU-Finanzmärkten beschnitten und der Handel der EU mit den von Moskau anerkannten Regionen beschränkt werden. Auch Grossbritannien und Kanada beschlossen Strafmassnahmen gegen Russland. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte seinerseits eine Teilmobilmachung von Reservisten an.

Diplomatische Spitzentreffen abgesagt

Die US-Regierung sagte ein für diesen Donnerstag in Genf geplantes Treffen zwischen US-Aussenminister Antony Blinken und seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow ab. Zudem schloss das Weisse Haus ein Zustandekommen des in Aussicht gestellten Spitzentreffens von US-Präsident Biden mit Russlands Präsidenten Putin vorerst aus.

Deutschland legt Nord Stream 2 auf Eis

Die Bundesregierung in Berlin hat vorerst das Genehmigungsverfahren für die Pipeline Nord Stream 2 gestoppt. Bundeskanzler Olaf Scholz habe das Wirtschaftsministerium angewiesen, den bestehenden Bericht zur Analyse der Versorgungssicherheit bei der Bundesnetzagentur zurückzuziehen. Damit wäre eine Zertifizierung der Pipeline nicht möglich und Nord Stream 2 könnte nicht in Betrieb gehen. Trotz der weiter verschärften Krise will Russland an seinen Gaslieferungen ins Ausland festhalten. «Russland beabsichtigt, die ununterbrochenen Lieferungen dieses Rohstoffs, einschließlich des Flüssiggases, an die Weltmärkte fortzusetzen», hiess es aus dem Kreml.

Deutsche Unternehmen laut Ifo-Umfrage deutlich zuversichtlicher

Die Stimmung deutscher Firmen hat sich im Februar spürbar verbessert. Dies signalisiert das viel beachtete Geschäftsklimabarometer des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo. Der Indikator kletterte von 96.0 Punkten zu Jahresbeginn auf 98.9 Zähler im Februar. Die deutsche Wirtschaft setze auf ein Ende der Coronakrise, jedoch bleibe die Ukraine-Krise ein Risikofaktor, kommentierte das Ifo.

Italiens Inflationsrate steigt weiter

In Italien sind die Lebenshaltungskosten im Januar so stark gestiegen wie seit Einführung des Euros im Jahr 1999 nicht mehr. Die Verbraucherpreise erhöhten sich auf Jahressicht um +5.1% verglichen mit einer Teuerungsrate von +4.2% im Dezember. Preistreiber bleiben vor allem die Energiekosten.

  

Wirtschaftskalender 23. Februar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE GfK Konsumklima (März) -6.7
08:45 FR Konjunkturindex (Februar) +112.0
09:00 AUT Verbraucherpreise (Januar, J/J) +4.6%
10:00 CH ZEW Konjunkturerwartungen (Februar) +9.5
10:30 GB Bank of England Inflationsbericht
11:00 EZ Verbraucherpreise (Januar, M/M) +0.4%
11:00 EZ Verbraucherpreise (Januar, J/J) +5.0%
11:00 EZ Kern-Verbraucherpreise (Januar, J/J) +2.3%

 

Unternehmenskalender 23. Februar

Land Unternehmen Periode
DE Münchener Rück Jahreszahlen
DE Henkel Jahreszahlen
DE Puma Jahreszahlen
FR Danone Jahreszahlen
NL Stellantis Q4
IT Pirelli Q4
ESP Iberdrola Jahreszahlen
GB Barclays Jahreszahlen
GB Rio Tinto Jahreszahlen
GB Aston Martin Jahreszahlen
AUT Wienerberger Jahreszahlen
USA Ebay Q4

  

Treffen Sie fundierte Anlageentscheide mit LGT

Globale Markt- und Wirtschaftsentwicklungen auf einen Blick

Abonnieren Sie die aktuellen Marktinformationen als Newsletter

Folgen Sie uns auch auf Facebook oder LinkedIn – oder besuchen Sie MAG/NET und entdecken Sie spannende Hintergrundartikel. Bei Fragen steht Ihnen ein Berater der Bank gerne zur Verfügung.

Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

Risikohinweis (Disclaimer)
Diese Publikation dient ausschliesslich zu Ihrer Information und stellt kein Angebot, keine Offerte oder Aufforderung zur Offertstellung und kein öffentliches Inserat zum Kaufoder Verkauf von Anlage- oder anderen spezifischen Produkten dar. Der Inhalt dieser Publikation ist von unseren Mitarbeitern verfasst und beruht auf Informationsquellen, welche wir als zuverlässig erachten. Wir können aber keine Zusicherung oder Garantie für dessen Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität abgeben. Die Umstände und Grundlagen, die Gegenstand der in dieser Publikation enthaltenen Informationen sind, können sich jederzeit ändern. Einmal publizierte Informationen dürfen daher nicht so verstanden werden, dass sich die Verhältnisse seit der Publikation nicht geändert haben oder dass die Informationen seit ihrer Publikation immer noch aktuell sind. Die Informationen in dieser Publikation stellen weder Entscheidungshilfen für wirtschaftliche, rechtliche, steuerliche oder andere Beratungsfragen dar, noch dürfen alleine aufgrund dieser Angaben Anlage- oder sonstige Entscheide getroffen werden. Eine Beratung durch eine qualifizierte Fachperson wird empfohlen. Anleger sollten sich bewusst sein, dass der Wert von Anlagen sowohl steigen als auch fallen kann. Eine positive Performance in der Vergangenheit ist daher keine Garantie für eine positive Performance in der Zukunft. Ausserdem unterliegen Anlagen in Fremdwährungen Devisenschwankungen. Wir schliessen uneingeschränkt jede Haftung für Verluste bzw. Schäden irgendwelcher Art aus – sei es für direkte, indirekte oder Folgeschäden –, die sich aus der Verwendung dieser Publikation ergeben sollten. Diese Publikation ist nicht für Personen bestimmt, die einer Rechtsordnung unterstehen, die die Verteilung dieser Publikation verbieten oder von einer Bewilligung abhängig machen. Personen, in deren Besitz diese Publikation gelangt, müssen sich daher über etwaige Beschränkungen informieren und diese einhalten. Den mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen ist es, im Rahmen interner Richtlinien, freigestellt, den in diesem Bericht erwähnten Titel zu kaufen, zu halten und zu verkaufen.

Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.