Skip navigation Scroll to top
Scroll to top

LGT Navigator: Inflationsdruck in Europa nimmt spürbar zu, aber Wall Street bleibt unbeeindruckt

16. September 2021

Die verhaltene Tendenz an den weltweiten Aktienbörsen setzte sich zur Wochenmitte in Europa und Asien fort, während an der Wall Street positive Konjunkturdaten für Optimismus sorgten. In Europa standen hingegen die neusten Inflationsdaten aus der Eurozone und Grossbritannien sowie eine aktuelle Studie des Ifo zur Inflationsentwicklung in Deutschland im Mittelpunkt. Sie verstärkten angesichts der Unsicherheit hinsichtlich des Inflationsausblicks die Zurückhaltung der Anleger.  

Inflationsdruck in Europa nimmt spürbar zu, aber Wall Street bleibt unbeeindruckt

An der New Yorker Börse zeigten sich die Investoren optimistischer als an den europäischen und asiatischen Aktienmärkten. Nachdem der Dow Jones Industrial am Dienstag noch auf den niedrigsten Stand seit fast zwei Monaten gefallen war, legte der Index bis zum Erklingen der Schlussglocke um +0.68% auf 34'814.39 Punkte zu. Noch kräftiger war die Rally beim S&P 500, der um +0.84% auf 4'480.70 Zähler stieg. An der Technologiebörse Nasdaq ging es um rund +0.8% nach oben. Positiv aufgenommen wurde insbesondere die Umfrage des New Yorker Fed zur Stimmung im lokalen Industriesektor. Der darauf basierende Empire State-Index legte stärker als erwartet um 16 auf plus 34.3 Punkte zu. Analysten waren von einem Rückgang auf plus 17.9 Punkte ausgegangen.

Der Schweizer Laufschuhhersteller On Holding hatte einen guten Start an der New Yorker Börse. Die Aktien stiegen vom Ausgabepreis von 24 USD stark an und schlossen bei 35 USD, womit sie einen Börsenwert von mehr als 10 Mrd. USD erreichten, deutlich mehr als erwartet.

In Asien beherrschten hingegen die bekannten Risikofaktoren wie Lieferkettenengpässe und Ausbreitung der Coronavirus Delta-Variante die Stimmung. So gaben die meisten Aktienindizes in Fernost heute Morgen ihre anfänglichen Gewinne wieder ab und tendieren zum Handelsschluss grösstenteils im Minus.

Ifo-Institut rechnet mit stärkster Inflation in Deutschland seit fast 30 Jahren

Das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo geht in einer aktuellen Studie davon aus, dass die Verbraucherpreise in Deutschland im nächsten Jahr so stark ansteigen werden wie seit 1993 nicht mehr. Im Schnitt wird 2022 mit einer Inflationsrate zwischen 2% und 2.5% gerechnet. Im Corona-Jahr 2020 betrug die Teuerungsrate gerade mal +0.5% und in den letzten 30 Jahren lag die durchschnittliche jährliche Preissteigerung immer unter 3%. Hintergrund sind die Basiseffekte der Coronakrise und der temporären Mehrwertsteuersenkung sowie die steigenden Preise für Rohstoffe und Vorprodukte wegen der anhaltenden Materialengpässen.

Auch in Frankreich und Italien hat sich der Inflationsdruck verstärkt

In der zweitgrössten Volkswirtschaft der Eurozone hat sich die Teuerungsrate der Verbraucherpreise im August deutlich erhöht und erreichte mit +2.4% den höchsten Stand seit Oktober 2018. Dasselbe Bild auch in Italien, wo die Inflationsrate im letzten Monat kräftig anzog. Im Jahresvergleich erhöhten sich die Lebenshaltungskosten um +2.5%. Im Juli hatte die Teuerung noch lediglich +1.0% betragen.

Teuerungsrate in Grossbritannien erreicht höchsten Stand seit fast zehn Jahren

Auch auf der britischen Insel zog die Inflation im August nochmals kräftig an. Im Jahresvergleich stiegen die Verbraucherpreise um +3.2% – der höchste Wert seit März 2012. Im Vormonat hatte die Inflationsrate noch +2.0% betragen. Der Anstieg um 120 Basispunkte war auch der grösste seit Beginn der Datenreihe im Jahr 1997. Auch im Monatsvergleich erhöhten sich die Konsumentenpreise kräftig um +0.7%. Für Preisauftrieb sorgte laut dem britischen Statistikamt ONS zum einen ein statistischer Basiseffekt aufgrund höherer Preise im Freizeit- und Kulturbereich sowie bei Lebensmitteln und Getränken.

 

Wirtschaftskalender 16. September

MEZ Land Indikator Letzte Periode
09:00 CH SECO-Konjunkturprognosen
11:00 EZ Handelsbilanz (Juli) EUR +18.1 Mrd.
14:00 EZ EZB-Präsidentin Lagarde Rede
14.30 USA Einzelhandelsumsätze (August, M/M) -1.1%
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenversicherung (wöchentlich) 310'000
14:30 USA Philly Fed-Industrieindex (September) +33.7

 

Unternehmenskalender 21. September

Land Unternehmen Periode
GB Kingfisher H1
USA FedEx Q1
USA Adobe Q3

  

Treffen Sie fundierte Anlageentscheide mit LGT

Globale Markt- und Wirtschaftsentwicklungen auf einen Blick

Abonnieren Sie die aktuellen Marktinformationen als Newsletter

Folgen Sie uns auch auf Facebook oder LinkedIn – oder besuchen Sie MAG/NET und entdecken Sie spannende Hintergrundartikel. Bei Fragen steht Ihnen ein Berater der Bank gerne zur Verfügung.

Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

Risikohinweis (Disclaimer)
Diese Publikation dient ausschliesslich zu Ihrer Information und stellt kein Angebot, keine Offerte oder Aufforderung zur Offertstellung und kein öffentliches Inserat zum Kaufoder Verkauf von Anlage- oder anderen spezifischen Produkten dar. Der Inhalt dieser Publikation ist von unseren Mitarbeitern verfasst und beruht auf Informationsquellen, welche wir als zuverlässig erachten. Wir können aber keine Zusicherung oder Garantie für dessen Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität abgeben. Die Umstände und Grundlagen, die Gegenstand der in dieser Publikation enthaltenen Informationen sind, können sich jederzeit ändern. Einmal publizierte Informationen dürfen daher nicht so verstanden werden, dass sich die Verhältnisse seit der Publikation nicht geändert haben oder dass die Informationen seit ihrer Publikation immer noch aktuell sind. Die Informationen in dieser Publikation stellen weder Entscheidungshilfen für wirtschaftliche, rechtliche, steuerliche oder andere Beratungsfragen dar, noch dürfen alleine aufgrund dieser Angaben Anlage- oder sonstige Entscheide getroffen werden. Eine Beratung durch eine qualifizierte Fachperson wird empfohlen. Anleger sollten sich bewusst sein, dass der Wert von Anlagen sowohl steigen als auch fallen kann. Eine positive Performance in der Vergangenheit ist daher keine Garantie für eine positive Performance in der Zukunft. Ausserdem unterliegen Anlagen in Fremdwährungen Devisenschwankungen. Wir schliessen uneingeschränkt jede Haftung für Verluste bzw. Schäden irgendwelcher Art aus – sei es für direkte, indirekte oder Folgeschäden –, die sich aus der Verwendung dieser Publikation ergeben sollten. Diese Publikation ist nicht für Personen bestimmt, die einer Rechtsordnung unterstehen, die die Verteilung dieser Publikation verbieten oder von einer Bewilligung abhängig machen. Personen, in deren Besitz diese Publikation gelangt, müssen sich daher über etwaige Beschränkungen informieren und diese einhalten. Den mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen ist es, im Rahmen interner Richtlinien, freigestellt, den in diesem Bericht erwähnten Titel zu kaufen, zu halten und zu verkaufen.

Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.