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LGT Navigator: Inflationssorgen drücken zunehmend auf die Börsenstimmung

18. Februar 2021

Die zunehmende Befürchtung, dass die massiven Konjunkturpakete und die ultra-lockere Geldpolitik der Zentralbanken zu einem plötzlichen Anstieg der Inflation führen könnte, bremst derzeit die Rekordjagd an den Aktienbörsen. Die US-Notenbank zeigte sich in ihrem Protokoll etwas optimistischer hinsichtlich der Wirtschaftsentwicklung in den USA. Währenddessen deuten die neusten Daten der US-Retailbranche auf ein robuster als angenommenes Konsumklima hin. Positiv aufgenommen werden dürfte die Nachricht, dass der Covid-19-Impfstoff von Pfizer/BioNTech neuesten Studien zufolge auch gegen die Südafrika-Mutation Schutz bietet.

Inflationssorgen drücken auf die Börsenstimmung

Der Dow Jones Industrial kletterte nach einem schwachen Handelsstart auf ein neuerliches Rekordhoch von 31'643 Punkten und schloss mit einem Tagesgewinn von +0.29% bei 31'613.02 Zählern. Der S&P 500 blieb bei 3'931.33 Punkten (0.03%) praktisch unverändert. An der Technologiebörse Nasdaq sorgte die Umschichtung durch Investorenlegende Warren Buffett von Apple-Aktien in Standardwerte für Gesprächsstoff. Der Nasdaq 100 schloss -0.54% tiefer bei 13'699.71 Punkten. Zentrales Thema bleiben derzeit aber vor allem die zunehmenden Inflationssorgen, die zu einem unerwartet heftigen Anstieg der Zinsen führen könnten. Zuletzt waren die Renditen von US-Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit rund einem Jahr gestiegen.

Stärkster Anstieg der US-Erzeugerpreise seit Dezember 2009

Die Preise auf Erzeugerebene in den USA sind zu Jahresbeginn deutlich stärker gestiegen als von Ökonomen erwartet und heizten damit die immer stärker aufkommende Angst vor einem stärker werdenden Inflationsanstieg und in der Folge steigenden Zinsen an. Im Januar erhöhten sich die US-Erzeugerpreise gegenüber dem Vormonat kräftig um +1.3% –  der stärkste Anstieg seit Dezember 2009. Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg von lediglich +0.4% gerechnet. Auf Jahressicht stiegen die Erzeugerpreise um +1.7% und in der Kernrate, also ohne Energiepreise, um +2.0%. Generell liefern die Erzeugerpreise einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Inflation.

Konsum in den USA zu Jahresbeginn robuster als erwartet

Die Umsätze der amerikanischen Einzelhandelsbranche haben im Januar viel stärker zugenommen als vermutet. Auf Monatssicht legten die Retail Sales um +5.3% kräftig zu, während am Markt eine deutlich moderatere Zunahme um +1.2% antizipiert worden war. Dies nachdem die Umsätze im Dezember noch um revidiert -1.0% zurückgegangen waren. Analysten verwiesen auf die Direkthilfen aus den Konjunkturpaketen, die Konsumenten trotz der anhaltend angespannten Pandemielage zum Konsumieren anregen sollen.

Fed zeigt sich im Konjunkturausblick leicht optimistischer

Im gestern Abend veröffentlichten Protokoll (Minutes) der letzten geldpolitischen Sitzung der US-Notenbank (Fed) vom 27. Januar äussert sich die Fed zuversichtlicher hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Konjunkturprogramme der Regierung und die Covid-19-Impfungen gäben der Wirtschaft einen bedeutsamen Schub, hielt die Fed fest. Es werde aber noch einige Zeit brauchen bis «substanzielle Fortschritte» erkennbar seien. Deshalb müsse die Fed an ihrer expansiven Ausrichtung mittelfristig festhalten, d.h. die Zinsen auf Rekordtief belassen und die Wertpapierkäufe sowie die Kreditprogramme fortführen. Die Gefahr einer Überhitzung der Konjunktur durch die Konjunkturpakete wird aber auch an der Fed-Spitze diskutiert.

Leicht höhere Inflationsrate in Grossbritannien

Die britischen Verbraucherpreise sind zu Beginn des Jahres etwas stärker gestiegen. Im Januar erhöhte sich die Teuerungsrate auf Jahressicht auf +0.7% von +0.6% im Dezember. Gemäss dem Statistikamt ONS waren im Januar höhere Kosten für Nahrungsmittel, Haushaltswaren und Möbel ausschlaggebend für die etwas stärkere Inflation.

Draghi soll Italien aus der Coronakrise führen

Italiens neuer Ministerpräsident Mario Draghi hat die Politik zum Zusammenhalt im Kampf gegen die Corona-Pandemie aufgerufen. «Einheit keine Option, sondern eine Pflicht», so Draghi anlässlich seiner Antrittsrede vor dem Senat in Rom. Als das wichtigste Ziel seiner parteienübergreifenden Regierung nannte der ehemalige EZB-Chef eine schnelle Covid-19-Impfkampagne sowie Reformen in Wirtschaft und Verwaltung. Richtung Brüssel gerichtet, betonte Draghi, dass der Einsatz der Corona-Hilfen von rund EUR 210 Mrd. unter Beachtung der EU-Vorgaben erfolgen werde und digitale Innovationen und den ökologischen Umbau sowie die soziale Gleichheit stärken soll.

 

 

Wirtschaftskalender 18. Februar 

MEZ Land Indikator Letzte Periode
13:30 EZ EZB-Protokoll
14:30 USA Neubaubeginne (Januar, M/M) +4.2%
14:30 USA Baubweilligungen (Januar, M/M) +5.8%
14:30 USA Erstanträge auf Arbeitslosenversicherung (wöchentlich) 793'000
14:30 USA Philly Fed-Industrieindex (Februar) +26.5
16:00 EZ Konsumentenstimmung (Februar) -15.5

 

Unternehmenskalender 18. Februar

Land5 Unternehmen Periode
CH Credit Suisse Q4
CH Nestlé Q4
DE Daimler Q4
FR EDF Q4
FR Carrefour Q4
SP Repsol Q4
GB Barclays Q4
USA Walmart Q4
USA Marriot International Q4
CAN Barrick Gold Q4

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.