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LGT Navigator: Konjunkturoptimismus erhöht erneut Aktienrotation

28. Mai 2021

Die Finanzmärkte schwanken weiterhin zwischen einerseits Optimismus hinsichtlich einer erwarteten dynamischen Konjunkturerholung nach der Corona-Pandemie und andererseits der Sorge vor einem nachhaltig verstärkten Inflationsdruck und entsprechender Reaktion der Zentralbanken. Jüngste Aussagen von Seiten des Fed oder auch des deutschen Bundesbankchefs und EZB-Ratsmitglieds Weidmann scheinen darauf hinzudeuten, dass sich auch die Notenbankspitzen um den Inflationsausblick sorgen und eine Reduktion des geldpolitischen Stimulus zumindest zur Debatte stehen dürfte. Gestern publizierte positive Konjunkturdaten tragen zu dieser Annahme bei und sorgten für eine wieder verstärkte Rotation im Aktienuniversum.

Konjunkturoptimismus erhöht erneut Aktienrotation

In New York verbesserte sich der Dow Jones Industrial am Donnerstag um +0.41% auf 34’464.64 Punkte und der S&P 500 legte um +0.12% auf 4'200.88 Zähler zu. Dabei waren zyklische Aktien stärker gesucht als Technologiewerte, was an der Nasdaq zu Tagesverlusten führte. Der Nasdaq 100 gab in der Folge um -0.33% auf 13'657.85 Punkte nach. Gleichzeitig stabilisierte sich die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bei 1.61%. Gestützt wurden die Zykliker im Dow und im S&P 500 durch einen durch positive US-Konjunkturdaten bestärkten Optimismus hinsichtlich einer weiteren Erholung der weltgrössten Volkswirtschaft. Unterstützt wird die von Zuversicht geprägte Haltung auch durch das erwartete Haushaltsbudget von US-Präsident Joe Biden. Dieses soll rund USD 6 Billionen betragen und auf Investitionen in die Infrastruktur, Bildung und die Gesundheitsversorgung fokussieren.

Auch in Asien setzte sich der positive Grundton heute fort. In Tokio notiert der 225 Werte umfassende Nikkei-Index ein solides Plus von rund +2%. In Hongkong legt der Hang Seng um etwa +0.75% zu, während der Shanghai Composite-Index einen etwas moderaten Gewinn von rund +0.3% ausweist. Der Blick auf die Futures-Märkte lässt auf einen positiven Auftakt an Europas Börsen schliessen.

US-Wirtschaft gewinnt zu Jahresbeginn an Dynamik

Das amerikanische Bruttoinlandsprodukt expandierte im ersten Quartal des laufenden Jahres mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von +6.4%, womit das Handelsministerium in Washington eine erste Schätzung bestätigte und die Erwartungen der Ökonomen in etwa traf. Das Wirtschaftswachstum in den USA hat sich damit gegenüber dem Schlussquartal 2020 beschleunigt. Im Q4 wurde eine annualisierte Wachstumsrate von +4.3% ausgewiesen.

Erholung am US-Arbeitsmarkt setzt sich fort

Die wöchentlich gemeldeten Zahlen zu den erstmals gestellten Anträgen auf Arbeitslosenhilfe gingen in der Woche zum 22. Mai um 38'000 auf 406'000 Anträge zurück. Damit wiesen die «Initial Jobless Claims» den vierten Rückgang in Folge auf und erreichten den tiefsten Stand seit Beginn der Coronakrise.

EZB sollte ihre Geldpolitik den Inflationsaussichten anpassen

Nach Einschätzung von Bundesbankchef und EZB-Ratsmitglied Jens Weidmann muss die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik den Inflationsaussichten anpassen, wenn es der Preisausblick gebietet. Dabei dürfe die EZB auch keine Rücksicht auf die Finanzierungsbedürfnisse der Staaten nehmen. Weidmann warnte zudem davor, in Folge der Corona-Pandemie die Haushaltsregeln der EU in Frage zu stellen. Die Coronakrise dürfe nicht als Vorwand dienen, um die Fiskalregeln endgültig über Bord zu werfen. Eine zu rasche Straffung der Geldpolitik sei aber angesichts der anhaltenden Unsicherheit über den Verlauf der Pandemie und ihre wirtschaftlichen Auswirkungen nicht angezeigt, so Weidmann.

Konsumklima in Deutschland erholt sich

Einer aktuellen Umfrage des Nürnberger Instituts GfK zufolge haben sich die Konjunktur- und die Einkommenserwartungen deutscher Konsumenten aufgehellt. Der für Juni projizierte Indikator verbesserte sich von -8.6 auf -7.0 Punkte. Laut GfK sorgten die entspanntere Pandemielage und die Fortschritte der Impfkampagne für «konjunkturelle Aufbruchstimmung» und dürfte in der zweiten Jahreshälfte ein stärkeres Konsumklima zur Folge haben.

Bessere Stimmung italienischer Unternehmen und Verbraucher

Die vom Römer Statistikamt Istat monatlich erstellten Indikatoren zur Unternehmens- und Konsumentenstimmung haben sich im Mai deutlich verbessert. Das Geschäftsklimabarometer kletterte von 97.9 auf 106.7 Punkte und erreichte gar den höchsten Wert seit rund drei Jahren. Auch das Verbrauchervertrauensbarometer hellte sich spürbar auf, von 102.3 auf 110.6 Zähler, womit dieser Indikator wieder das Niveau vor Ausbruch der Pandemie erreichte.

Wirtschaftskalender 28. Mai

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE Importpreise (Mai, J/J) +6.9%
08:45 FR BIP Q1 (Q/Q) +0.4%
08:45 FR Verbraucherpreise (Mai, J/J) +1.6%
09:00 CH KOF-Konjunkturbarometer (Mai) 134.0
11:00 EZ Wirtschaftsstimmung (Mai) 110.3
11:00 EZ Geschäftsklima (Mai) 1.13
11:00 EZ Verbrauchervertrauen (Mai) -5.1
14:30 USA Konsumausgaben (April, M/M) +4.2%
14:30 USA Persönliche Einkommen (April, M/M) +21.1%
15:45 USA Chicago Einkaufsmanagerindex (Mai) 72.1
16:00 USA Konsumentenstimmung Universität Michigan (Mai) 82.8

 

Unternehmenskalender 1. Juni

Land Unternehmen Periode
USA Dell Q1
USA Zoom Video Q1

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.