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LGT Navigator: Konjunktursorgen lassen Anleger nicht mehr los

24. Juni 2022

Schlechter als erwartete Unternehmensumfragewerte verstärkten die ohnehin bereits grossen Rezessionsängste an den Finanzmärkten. Die Stimmung an den Kapitalmärkten bleibt angespannt und die Aussichten für die Weltwirtschaft scheinen aufgrund des weiterhin starken Inflationsdrucks, der entsprechenden Reaktion der Zentralbanken, anhaltender Probleme in den globalen Lieferketten und geopolitischer Unsicherheiten höchst fragil. Zumindest kurzfristig scheinen sich die Anleger aber etwas vom Pessimismus befreien zu können, was für höhere Kurse an den Aktienmärkten und eine sinkende Rendite bei US-Staatsanleihen führt. 

Konjunktursorgen lassen Anleger nicht mehr los

An der Wall Street bleibt die Nervosität angesichts der Rezessionsängste vor dem Hintergrund der hohen Inflation und der steigenden Leitzinsen hoch. Trotzdem konnten die Indizes am Donnerstag den Pessimismus etwas abschütteln und schlossen mit soliden Tagesgewinnen. Der Dow Jones Industrial schloss bei 30'677.36 Punkten +0.64% höher als am Vortag und der S&P 500 legte um +0.95% auf 3'795.73 Punkte zu. An der Nasdaq verbuchten die Indizes noch stärkere Gewinne von rund +1.5%. Neuste US-Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten hatten keinen grossen Einfluss auf das Marktgeschehen. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA gingen etwas weniger stark zurück als erwartet. Die Einkaufsmanagerumfragen fielen hingegen im Juni schlechter aus als angenommen.

In Asien beendeten die Aktienindizes die Woche zumeist mit anschaulichen Tagesgewinnen. In Tokio notiert der 225 Werte umfassende Nikkei-Index rund +1.1% im Plus und in Hongkong handelt der Hang Seng knapp +1.5% höher.

Am Anleihenmarkt gab die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries weiter auf 3.10% nach.

Einkaufsmanagerindizes signalisieren Konjunkturabschwächung

Die neusten Ergebnisse der regelmässigen Einkaufsmanagerumfragen deuten darauf hin, dass sich die Dynamik der amerikanischen Wirtschaft im Juni deutlich verlangsamt hat. Der PMI für die US-Privatwirtschaft fiel dabei von 53.6 auf 51.2 Punkte zurück. Auch für die Euroländer signalisieren die Umfragewerte eine Eintrübung der Unternehmensstimmung und eine Verlangsamung der Wirtschaftsaktivität. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) von S&P Global für die Eurozone schwächte sich im Juni von 54.8 im Vormonat auf 51.9 Punkte ab und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Anfang 2021. Analysten waren im Schnitt von einer nur leichten Eintrübung auf 54.0 Zähler ausgegangen. Chris Williamson, Chefökonom bei S&P Global, meinte, die Inflation und ein sinkendes Vertrauen der Unternehmen und Konsumenten würde den pandemiebedingten Nachfragestau überkompensieren. Der Ausblick der befragten Firmen sei nun so pessimistisch wie seit Oktober 2020 nicht mehr, kommentierte Williamson. In Grossbritannien blieb der Einkaufsmanagerindex im Juni unverändert bei 53.1 Punkten und damit auf dem tiefsten Stand seit 15 Monaten. Insbesondere in der britischen Industrie haben sich die Stimmung und der Ausblick wieder verschlechtert.

Fed-Mitglied plädiert für erneuten grossen Zinsschritt

Fed-Gouverneurin Michelle Bowman sprach sich für eine weitere kräftige Zinserhöhung um 75 Basispunkte aus. Auf Basis der aktuellen Inflationsentwicklung gehe sie davon aus, dass ein erneuter grosser Zinsschritt an der nächsten Sitzung am 27. Juli angebracht sei. Bereits im Juni hatte das Fed mit einer Zinserhöhung um 75 Basispunkte – dem grössten Zinsschritt seit 1994 – überrascht. US-Notenbankchef Jerome Powell hielt sich in seinen letzten Äusserungen die Option weiterer grosser Schritte offen und verwies auf die Stärke der US-Wirtschaft. Trotzdem betonte er aber auch das zunehmende Rezessionsrisiko.

Norwegens Zentralbank macht kräftigen Zinsschritt

Die norwegische Notenbank hob ihren Schlüsselzins stärker als von Analysten antizipiert um 50 Basispunkte auf +1.25% an. Die Norges Bank zog damit bereits zum vierten Mal die geldpolitische Schraube an und stellte für die nächste Sitzung im August eine weitere Zinserhöhung in Aussicht. In Norwegen ist die Inflationsrate im Mai auf +5.7% gestiegen. «Die Aussichten auf eine länger anhaltende Phase hoher Inflation legen eine schnellere Anhebung des Leitzinses nahe als bisher angenommen», sagte Notenbankchefin Ida Wolden Bache.

Leistungsbilanz der USA mit Rekorddefizit

Die Vereinigten Staaten registrierten im ersten Quartal dieses Jahres ein rekordhohes Leistungsbilanzdefizit. Im Vergleich zum Schlussquartal 2021 erhöhte sich der Fehlbetrag um USD 66.6 Mrd. auf USD 291.4 Mrd. (Konsens USD 275 Mrd.). Ausschlaggebend war vor allem ein höheres Handelsbilanzdefizit.

Wirtschaftskalender 24. Juni 

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 GB Einzelhandelsumsätze (Mai, M/M) +1.4%
09:00 ES BIP Q1 (Q/Q, Revision) +0.3%
10:00 DE Ifo Geschäftsklima (Juni)  93.0
10:00 IT Geschäftsklima (Juni) 109.3
10:00 IT Verbrauchervertrauen (Juni) 102.7
13:00 GB Bank of England Quartalsbericht
16:00 USA Konsumentenstimmung (Juni)
16:00 USA Verkäufe von Neubauten (Mai, M/M) -16.6%

Unternehmenskalender 27. Juni

Land Unternehmen Periode
USA Nike Q4

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.