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LGT Navigator: Konjunktursorgen und Geopolitik haben Börsen im Griff

30. September 2022

An den Aktienmärkten versandete die zur Wochenmitte beobachtete Erholung bereits wieder. Durchzogene Wirtschaftsdaten aus den USA und Europa sowie die nun zweistellige Inflationsrate in Deutschland verstärkten die Sorgen der Anleger. Zur Nervosität tragen auch die geopolitischen Spannungen hinsichtlich Russlands geplanter Annexion von Teilen der Ost- und Südukraine sowie der jüngste Raketentest Nordkoreas bei.   

Konjunktursorgen und Geopolitik haben Börsen im Griff

In New York erwies sich die Erholung am Mittwoch lediglich als Strohfeuer und der Mix aus Konjunktur-, Inflations- und Zinssorgen sowie geopolitischen Spannungen brachte die Aktienindizes erneut kräftig unter Druck. Der Dow Jones Industrial gab um -1.54% auf 29'225.61 Punkte nach und der S&P 500 schloss -2.11% tiefer bei 3'640.47 Punkten. Noch stärker unter Druck kamen die Indizes an der Nasdaq mit Tagesverlusten von nahezu -3%. Belastet hatten sie auch Aussagen verschiedener Vertreter der US-Notenbank, welche die Notwendigkeit weiterer Zinserhöhungen bekräftigten. Unter den Einzelwerten stachen beispielsweise Apple mit einem Kurseinbruch von rund -5% heraus, oder auch die Tesla-Aktien, die knapp -7% einbüssten. Hintergrund waren in beiden Fällen negative Einschätzungen von Banken und Brokerhäusern.

Am Anleihemarkt blieb die Rendite für die richtungweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihen mit 3.8% nur unweit des jüngst erreichten Hochs von knapp 4%.

Im asiatisch-pazifischen Raum kamen die Aktienmärkte zum Wochenschluss ebenfalls kräftig unter Druck. In Tokio notiert der 225 Werte umfassende Nikkei ein Minus von -2%. In Hongkong blieb der Hang Seng-Index zwar praktisch unverändert, aber der Hang-Seng-Tech-Index fiel um -1.3%. In Shanghai gab der Composite-Index um rund -0.2% nach und in Shenzhen verliert der Component-Index etwa -0.6%. Der MSCI-Index für den asiatisch-pazifischen Raum ausserhalb Japans verlor rund -0.3%. Im Zentrum standen neue Konjunkturdaten aus China. Dabei wiesen Einkaufsmanagerumfragen auf eine stärker als erwartete Eintrübung im Dienstleistungs- wie auch im Industriebereich hin.

US-Wirtschaft im ersten Halbjahr geschrumpft

Revidierten Daten des Handelsministeriums in Washington zufolge ist das Bruttoinlandsprodukt der USA im zweiten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um -0.6% zurückgegangen. Damit wurde eine frühere Schätzung bestätigt. Hintergrund seien vor allem geringere Lagerbestände und Unternehmensinvestitionen sowie rückläufige öffentliche Ausgaben. Da die amerikanische Wirtschaft bereits im ersten Quartal um annualisiert -1.6% geschrumpft war, befinden sich die USA nach Lehrbuch in einer Rezession.

Wirtschaftsstimmung im Euroraum stärker eingetrübt als erwartet

Der Economic Sentiment Indicator (ESI) der Europäischen Kommission fiel im September gegenüber dem Vormonat um 3.6 auf 93.7 Punkte. Nach dem vierten Rückgang in Folge notiert das Stimmungsbarometer nun auf dem niedrigsten Stand seit November 2020. Analysten waren im Schnitt von 95.0 ausgegangen. Energiekrise, Inflation und steigende Zinsen dämpfen die Wirtschaftsstimmung, kommentierte die Brüsseler Exekutive.

Inflation in Deutschland zweistellig – höchster Stand seit rund 70 Jahren

Getrieben von steigenden Energie- und Lebensmittelpreisen kletterte die Inflationsrate in Deutschland im September auf +10%. Dies entspricht einem massiven Sprung von der im August ausgewiesenen Teuerungsrate von +7.9%. Letztmals wurde anfangs der 1950er Jahre eine zweistellige Inflationsrate registriert. Energie kostete im September rund +44% mehr als vor einem Jahr und die Nahrungsmittel verteuerten sich auf Jahressicht um fast 19%. Im Vergleich zum Vormonat erhöhten sich die Lebenshaltungskosten um +1.9%.

Die Bundesregierung kündigte gestern an, mit einem EUR 200 Milliarden schweren «Abwehrschirm» den stark gestiegenen Energiepreisen entgegenzutreten.

 

Wirtschaftskalender 30. September

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 GB BIP Q2 (Revision, Q/Q) -0.1%
08:00 DE Importpreise (August, J/J) +28.9%
08:00 DE Einzelhandelsumsätze (September, M/M) +1.9%
08:45 FR Verbraucherpreise (September, J/J) +6.6%
09:00 CH KOF Konjunkturbarometer (September) 86.5
09:00 AUT Verbraucherpreise (September, J/J) +9.2%
09:55 DE Arbeitslosenrate (September) 5.5%
11:00 EZ Verbraucherpreise (September, M/M) +0.6%
11:00 EZ Verbraucherpreise (September, J/J) +9.1%
11:00 EZ Kern-Verbraucherpreise (September, J/J) +5.5%
11:00 EZ Arbeitslosenrate (August) 6.6%
11:00 IT Verbraucherpreise (September, J/J) +9.1%
14:30 US Privatkonsum (August, M/M) +0.1%
14:30 US Einkommen (August, M/M) +0.2%
14:30 US PCE Kern-(Inflations)Index (August, M/M) +4.6%
15:45 US Chicago Einkaufsmanagerindex (September) 52.2
16:00 US Konsumentenstimmung (September) 59.5

 

Unternehmenskalender 4. Oktober

Land Unternehmen Periode
CH Sika Kapitalmarkttag
USA Hasbro Investorentag

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.