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LGT Navigator: Nach dem Zinsentscheid der EZB ist vor dem Zinsentscheid der Fed

16. September 2019

Nachdem der scheidende EZB-Chef Mario Draghi vergangene Woche nochmals alle Register der monetären Konjunkturunterstützung aus dem Hut gezogen hat, ist nun US-Notenbankchef Jerome Powell gefordert. Die Fed dürfte am Mittwoch eine weitere Zinssenkung bekannt geben, damit aber nicht alle Erwartungen erfüllen.

Inzwischen werden die Risse innerhalb des EZB-Ratsgremiums offensichtlicher. Einem Bericht von Bloomberg zufolge sollen sich die Notenbankchefs Deutschlands, Frankreichs, Österreichs, der Niederlande und Estlands sowie die Direktoren aus Deutschland, Sabine Lautenschläger, und aus Frankreich, Benoit Coeure, gegen die Wiederaufnahme der Anleihekäufe ausgesprochen haben. Der niederländische Notenbankchef Klaas Knot meinte unverblümt, dass das beschlossene Massnahmenpaket der EZB in keinem Verhältnis zu den aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen stehe. Und es gebe ernsthafte Gründe, an der Wirksamkeit zu zweifeln. Der deutsche Bundesbank-Präsident Jens Weidmann meinte, die EZB sei seiner Meinung zu weit gegangen und habe über das Ziel hinausgeschossen. Die geldpolitische Lockerung der EZB dürfte auch andere Zentralbanken unter Druck setzen, ebenfalls die Leitzinsen zu senken. So stehen in der laufenden Woche neben der Federal Reserve (am Mittwoch) auch die Zinsentscheide der Schweizerischen Nationalbank (SNB), der Bank of England sowie der Bank of Japan (am Donnerstag) im Fokus der Kapitalmärkte.

Stärker als erwartete US-Konjunkturdaten

Die zum Ende der vergangenen Woche veröffentlichten Wirtschaftsindikatoren aus den USA übertrafen durchwegs die Erwartungen. Die Umsätze im Einzelhandel stiegen im August um +0.4% zum Vormonat und damit doppelt so kräftig wie von Analysten im Schnitt prognostiziert. Zudem zeigten sich die Retail Sales im Juli mit einem Anstieg um +0.8% noch etwas stärker als zunächst mit +0.7% geschätzt. Gleichzeitig hat sich auch die Stimmung der amerikanischen Konsumenten aufgehellt. So stieg das Verbrauchervertrauensbarometer der Universität Michigan von 89,8 Punkten im August auf 91,0 Punkte im September. Der Index für die Erwartungen belief sich auf 82,4 (Vormonat: 79,9), der für die Einschätzung der aktuellen Lage wurde mit 106,9 (105,3) angegeben.

Handelskonflikt – Wieder mehr Zuckerbrot als Peitsche

Nach mehrmaliger Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China signalisiert US-Präsident Donald Trump jüngst verstärkt Kompromissbereitschaft. Er könnte sich auch ein vorläufiges Abkommen mit China vorstellen, meinte Trump am Freitag. Zwar präferiere das Weisse Haus eine weitgreifende Vereinbarung, jedoch könnte auch ein einstweiliger Vertrag in Erwägung gezogen werden. Auch Peking hatte in letzter Zeit Bereitschaft zur Entspannung signalisiert. Anfangs Oktober wollen sich erneut hochrangige Delegationen in Washington zu Gesprächen treffen.

Johnsons Gang nach Canossa?

Fast wie einst der Bittgang des englischen König Heinrich IV (nach seiner Exkommunizierung) zum Papst auf die Burg Canossa dürfte sich der für heute geplante «Arbeitsbesuch» bei EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in Luxemburg für den britischen Premierministers Boris Johnson anfühlen. Dabei dürfte es wohl oder übel um einen nochmaligen Aufschub für den Ausstieg des Königreichs aus der Europäischen Union gehen. Noch vor knapp zwei Wochen hatte Johnson gesagt, dass er «lieber tot im Graben liegen würde» als um eine Verschiebung des Brexit-Datums in Brüssel zu ersuchen. Letzten Donnerstag hatte der EU-Parlamentspräsident, David Sassoli, klargestellt, dass die britische Regierung bislang keinen neuen Vorschlag gemacht oder eine Alternative für die Modalitäten des Austritts genannt habe. Zudem betont Sassoli, dass es ohne den von Johnson bisher strikt abgelehnten sogenannten «Backstop» keine Vereinbarung über den Brexit geben könne.

Wirtschaftskalender 16. September

MEZ Land Indikator Aktuell
04:00 CN Einzelhandelsumsätze (J/J) +7.6%
10:00 IT Verbraucherpreise (J/J) +0.5%
14:30 US NY Fed Empire State-Index +4.8

Unternehmenskalender 24. September

Land Unternehmen Periode
US Nike Q1

 

 

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Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 
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Konsumentenpreise (J/J)
MEZLandIndikatorAktuell09:15ESMarkit PMI52.109:45ITMarkit PMI50.109:50FRMarkit PMI51.709:55DEMarkit PMI51.410:00EUMarkit PMI51.510:30GBMarkit/CIPS PMI49.710:30EUSentix: Investorenvertrauen-5.815:45USMarkit PMI51.616:00USISM PMI: Dienstleistungen55.1