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LGT Navigator: Positive Impulse von einem «altbekannten Problemthema»

24. Mai 2022

Eine unerwartete Entspannung des Handelsstreits zwischen den USA und China sorgten in New York zum Wochenauftakt für kurzfristige Erholung. Eine Deeskalation des Handelskrieges wäre sicherlich ein positives und willkommenes Signal für die Weltwirtschaft. Für gute Stimmung sorgten an der Wall Street auch positive Signale aus dem US-Bankensektor sowie ein wieder stärkeres Kaufinteresse der Aktienanleger und M&A-Spekulationen im Technologiesektor.

Positive Impulse von einem «altbekannten Problemthema»

Der Dow Jones Industrial schloss am Montag knapp +2% höher bei 31'880.24 Punkten und machte damit einen Grossteil der Verluste in der Vorwoche wieder wett. Der S&P 500 legte um +1.86% auf 3'973.75 Punkte zu und an der Technologiebörse Nasdaq verbuchten die Indizes einen Tagesgewinn von rund +1.7%. Grund für Optimismus lieferte die Nachricht, dass die USA vor dem Hintergrund der hohen Inflation, steigenden Zinsen und einer drohenden Rezession eine Deeskalation des Handelskrieges mit China anstreben. Demzufolge will die US-Regierung einige unter Präsident Donald Trump eingeführten Strafzölle auf Importe aus China wieder abschaffen.

Die US-Grossbank JPMorgan Chase zeigte sich optimistisch und stellte angesichts steigender Zinsen starke Zinserträge in Aussicht. Die Aktie legte um gut +6% zu. In der Folge konnten auch andere Finanzwerte profitieren. So verzeichneten die Aktien von Citigroup oder Goldman Sachs ebenfalls Gewinne von rund +6%, respektive gut +3%. Im Tech-Bereich sorgten Übernahmespekulationen um Broadcom für Aufmerksamkeit. Der US-Chipkonzern soll laut Bloomberg Interesse am Kauf von VMware, einem Softwareanbieter für Cloudcomputing und Virtualisierung von Rechenzentren, bekunden.

Hatten die meisten Aktienmärkte zum Wochenauftakt bereits freundlich tendiert, gaben die meisten asiatischen Indizes heute auf breiter Front nach. In Tokio notiert der 225 umfassende Nikkei-Index rund -0.8% tiefer als am Montag und in Hongkong verliert der Hang Seng rund -1.6%. In Shanghai handelt der Composite-Index etwa -1.2% tiefer als zum Wochenstart.

Heute Abend dürfte nun ein Auftritt des US-Notenbankchefs Jerome Powell im Fokus stehen. Am Anleihenmarkt kletterte unterdessen die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen wieder auf 2.87%.

EZB-Präsidentin Lagarde ebnet weiter den Weg für ersten Zinsschritt

Aktuellen Aussagen der europäischen Notenbankvorsitzenden Christine Lagarde zufolge steuert die Europäische Zentralbank (EZB) auf eine erste Zinsanhebung zu. Die Beendigung der Netto-Wertpapierkäufe «sehr früh im dritten Quartal» werde eine erste Zinsanhebung im Juli ermöglichen, meinte Lagarde. Nachdem die Inflation im Euroraum zuletzt auf ein Rekordhoch von +7.4% gestiegen ist, hat sich der Druck auf die EZB erhöht, die Zinswende einzuleiten, und damit der amerikanischen und der britischen Notenbank zu folgen. Das Tempo und das Ausmass der geldpolitischen Anpassungen könnten jedoch nicht im Voraus bestimmt werden, kommentierte die EZB-Chefin.

Der Euro legte aufgrund der Aussagen Lagards zu und kletterte gegenüber dem US-Dollar bis auf 1.0670.

Deutsche Unternehmen werden laut Ifo wieder optimistischer

Den neusten Umfrageergebnissen des Münchener Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo hat sich die Stimmung unter den rund 9'000 befragten Firmen im Mai ein weiteres Mal verbesserte. Das viel beachtete Ifo-Geschäftsklimabarometer kletterte dabei von 91.9 Punkten im April auf 93.0 Zähler. Im Konsens hatten Analysten mit einer Eintrübung auf 91.4 Punkte prognostiziert. Nach Einschätzung von Ifo-Präsident Clemens Fuest seien derzeit in der deutschen Wirtschaft keine Anzeichen für eine Rezession sichtbar. Im Ausblick auf die nächsten sechs Monate habe sich die Stimmung aber kaum verändert und die Mehrheit der Unternehmen bleibe weiter skeptisch.

USA setzen Gegenpol in der Pazifikregion

Anlässlich seines Besuchs in Tokio kündigte US-Präsident Joe Biden eine neue Initiative zur wirtschaftlichen Kooperation in der Indo-Pazifik-Region an. Mit dem Rahmenabkommen «Indo-Pacific Economic Framework» (IPEF) wollen die Vereinigten Staaten zusammen mit Japan, Australien, Brunei, Indien, Indonesien, Südkorea, Malaysia, Neuseeland, den Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam versuchen, für nachhaltiges Wachstum, Frieden und Wohlstand zu sorgen – und vor allem einen Gegenpol zum zunehmenden Einfluss Chinas in der Region zu schaffen. Dabei sei aber kein Freihandelsabkommen oder die Senkung von Zöllen vorgesehen. US-Präsident Biden versucht damit auch die Politik seines Vorgängers Donald Trumps zu korrigieren. Trump war in seiner Amtszeit aus dem Freihandelsabkommen «Transpazifische Partnerschaft» (TPP) ausgetreten und China bemüht sich diesem Abkommen beizutreten.

Wirtschaftskalender 24. Mai 

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:45 FR Konjunkturumfrage (Mai) 108.0
09:15 FR Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (Mai) 57.6
09:30 DE Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (Mai) 54.3
10:00 EUR Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (Mai) 55.8
10:30 GB Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (Mai) 58.2
14:30 US Chicago Fed Nationaler Aktivitätsindex (April) 0.44
15:45 US Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (Mai) 56.0
16:00 US Verkäufe neuer Häuser (April, M/M) -8.6%
18:20 US Fed-Vorsitzender Powell spricht
20:00 EZ EZB-Präsidentin Lagarde spricht

Unternehmenskalender 24. Mai

Land Unternehmen Periode
DE Siemens Energy Kapitalmarkttag
US Best Buy Q1

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.