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LGT Navigator: Positive Konjunkturdaten bestärken Zinssorgen

6. Dezember 2022

An den Aktienmärkten verfestigten besser als erwartete Wirtschaftsindikatoren aus den USA und Europa die Annahme, dass die Zentralbanken im Kampf gegen den nach wie vor starken Inflationsdruck kaum Spielraum für eine moderatere Geldpolitik haben. Die Frage bleibt, ob die US-Notenbank das Tempo ihrer Zinserhöhungen bereits an der nächsten Sitzung in der nächsten Woche drosseln wird oder eben nicht. Australiens Notenbank hob unterdessen ihren Leitzins um weitere 25 Basispunkte auf 3.1% an. 

Positive Konjunkturdaten bestärken Zinssorgen

Der Dow Jones Industrial verlor zu Wochenbeginn -1.4% und ging bei 33'947.10 Punkten aus dem Handel. Der breite S&P 500 gab um -1.79% auf 3'998.84 Punkte nach. An der Technologiebörse Nasdaq 100 fielen die Indizes um rund -1.75%. Der überraschend starke ISM-Einkaufsmanagerindex für den US-Dienstleistungssektor und auch besser als prognostizierte Stimmungsindikatoren aus der Eurozone verstärkten die Zinsängste auf dem Börsenparket. Mit den Spekulationen über das Ausmass weiterer Zinserhöhungen in den USA stieg die Rendite zehn Jahre laufender US-Staatsanleihen von 3.5% auf 3.6% an. Der US-Dollar profitierte und drückte den Euro wieder unter die Marke von 1.05.

An den Börsen Asiens tendierten die Aktienindizes am Dienstag uneinheitlich. In Hongkong gab der Hang Seng-Index um knapp -1% nach und der viel beachtete Hang Seng Tech-Index fiel um rund -1.9%. In Shanghai blieb der Composite-Index hingegen praktisch unverändert und in Shenzhen legte der Component-Index um rund +0.6% zu. In Tokio notiert der Nikkei 225 am Dienstag leicht höher, etwa +0.25%.

Stimmung im US-Dienstleistungssektor besser als erwartet

Der ISM-Einkaufsmanagerindex für den amerikanischen Dienstleistungssektor fiel im November mit 56.5 Punkten deutlich stärker aus als angenommen. Im Oktober registrierte der Indikator mit 54.4 Punkten noch den tiefsten Wert seit Mai 2020. Analysten hatten einen weiteren Rückgang auf 53.5 Zähler prognostiziert.

Von Sentix befragte Investoren sehen verbesserte Perspektiven für Europas Wirtschaft

Zum Jahresende hat sich der Ausblick für die Eurozone gemäss den neusten Umfrageergebnissen der deutschen Finanzmarktanalysefirma Sentix zum zweiten Mal in Folge aufgehellt. Das Konjunkturbarometer kletterte dabei im Dezember um knapp zehn Punkte auf minus 21.0 Zähler und erreichte damit den besten Wert seit Juni. Investoren setzen auf eine konjunkturelle Wende, kommentierte Sentix.

Unternehmensstimmung im Euroraum stabilisiert sich

Im November zeigten sich die von S&P Global regelmässig befragten Einkaufsmanager erstmals seit rund sechs Monaten wieder optimistischer. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft verbesserte sich auf 47.8 Punkte, bleibt damit aber weiterhin unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Im Oktober hatte der PMI (Composite) mit 47.2 Punkten den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren erreicht.

Der Einkaufsmanagerindex für die britische Privatwirtschaft ist im November ebenfalls nicht weiter gefallen und blieb S&P Global zufolge bei 48.2 Punkten unverändert gegenüber dem Vormonat und weiterhin unter der 50er-Wachstums-Kontraktionslinie sowie auf dem niedrigsten Stand seit knapp zwei Jahren. S&P Global-Chefökonom Chris Williamson kommentierte, dass die neue Regierung unter Premier Rishi Sunak zwar zu einer Beruhigung geführt habe, jedoch das gesamtwirtschaftliche Bild unverändert bleibe und das Rezessionsrisiko zunehme.

Ausblick für Schweizer Wirtschaft trübt sich weiter ein

Nach Einschätzung des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse werden sich die Konjunkturaussichten für die Schweiz im kommenden Jahr weiter verschlechtern. Eine Rezession sei aber nicht zu befürchten. Der Prognose zufolge dürfte das Schweizer Bruttoinlandprodukt 2023 um +0.6% wachsen, gestützt vor allem durch den Privatkonsum und Ausrüstungsinvestitionen. Belastende Faktoren seien die hohen Energiepreise und die Preissteigerungen bei Vorleistungen sowie der Mangel an Fachkräften und anhaltende Lieferengpässe.

 

Wirtschaftskalender 6. Dezember

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE Auftragseingang Industrie (Oktober, M/M) -4.0%
14:30 USA Handelsbilanz (Oktober) USD -7.33 Mrd.

 

Unternehmenskalender 6. Dezember

Land Unternehmen Periode
CH Glencore (Investorentag)

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.