Skip navigation Scroll to top
Scroll to top

LGT Navigator: Richtungsentscheidende US-Inflationsdaten

10. August 2022

Mit Spannung werden heute Nachmittag die neusten Daten zur Entwicklung der Verbraucherpreise in den USA erwartet. Mit über neun Prozent erreichte die US-Inflationsrate im Juni den höchsten Stand seit über 40 Jahren. Die Frage wird sein, ob die bisherigen Zinsschritte des Fed bereits eine dämpfende Wirkung erzeugt haben oder sich der Inflationsdruck aufgrund von Faktoren ausserhalb des Einflussbereichs der Geldpolitik weiter verschärft hat. Die Inflationsdaten aus den USA werden auf jeden Fall richtungsweisend für das Fed wie auch die Kapitalmärkte sein.

Richtungsentscheidende US-Inflationsdaten

An den Börsen bleibt die Stimmung durchzogen und von Vorsicht geprägt. In New York schloss der Dow Jones Industrial bei 32'774.41 Punkten -0.18% tiefer und der marktbreite S&P 500 ging bei 4'122.47 Zählern (-0.42%) aus dem Tagesgeschäft. Am stärksten war der Druck bei den wachstumsorientierten Technologiewerten, da diese bei weiteren kräftigen Zinserhöhungen unter den erhöhten Finanzierungskosten leiden. Die Indizes an der Nasdaq verloren rund -1.2%. Negativ zu Buche schlugen auch der Ausblick des Chipherstellers Micron, der aufgrund einer rückläufigen Nachfrage von einem schwächeren Umsatz im vierten Geschäftsquartal ausgeht.

Die Aktien im asiatisch-pazifischen Raum gaben zur Wochenmitte ebenfalls nach. Auch hier stand die Inflationsentwicklung im Fokus, nachdem in China die Verbraucherpreise im Juli mit einer Jahresteuerungsrate von +2.7% so stark gestiegen sind wie seit Juli 2020 nicht mehr. In Hongkong gab der Hang-Seng-Index um rund -2% nach und der Hang-Seng-Tech-Index sogar um rund -3%. In Tokio verliert der Nikkei 225 rund -0.7% und in Shanghai der Composite-Index etwa -0.5%.

Am Anleihenmarkt notiert die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen vor der Veröffentlichung der neuen US-Inflationsdaten bei 2.79%.

Hat die Inflationsrate in den USA den vorläufigen Höhepunkt erreicht?

Im Mittelpunkt stehen heute um 14:30 Uhr (MEZ) die Verbraucherpreisdaten aus den USA. Analysten gehen im Schnitt davon aus, dass sich die Teuerungsrate vom Rekordwert im Juni von +9.1% auf +8.7% im Juli abgeschwächt hat. Auf eine gewisse Entspannung deutet u.a. der Rückgang der Benzinpreise in den USA hin. Gemäss dem Automobilclub AAA ist der Preis für Normalbenzin im vergangenen Monat um 67 Cent pro Gallone gesunken, liegt aber wohlgemerkt immer noch 87 Cent höher als vor einem Jahr. Gleichzeitig sind auch die Rohstoffpreise insgesamt deutlich gesunken.

Milliardensubventionen für US-Halbleiterproduktion und -forschung

Der amerikanische Präsident Joe Biden unterzeichnete eine Gesetzesvorlage über ein USD 52.7 Mrd. schweres Investitionspaket für die US-Halbleiterbranche. Damit solle einerseits der anhaltenden Knappheit an Chips beispielsweise für den Automobilsektor entgegengewirkt werden und andererseits die Wettbewerbsfähigkeit der Vereinigten Staaten gegenüber China gestärkt werden, hiess es aus dem Weissen Haus. Der Gesetzentwurf sieht auch eine Steuergutschrift von 25% für Investitionen in Chipfabriken vor. Zudem sollen über zehn Jahre USD 200 Mrd. in die wissenschaftliche Forschung in den USA fliessen.

OECD-Frühindikatoren signalisieren breite Wachstumsabschwächung

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris geht in ihren neusten Prognosen wegen der hohen Inflation und dem Einbruch des Konsumentenvertrauens von einer Abschwächung des Wachstums in den meisten grossen Volkswirtschaften aus. Insbesondere in den USA, Grossbritannien, Deutschland, Frankreich, oder Italien sei mit einem schwächeren Wirtschaftswachstum zu rechnen. Für Japan deuteten die Frühindikatoren hingegen auf ein stabiles Wachstum in der Nähe des langfristigen Trends hin, während sich bei den Schwellenländern ein uneinheitliches Bild zeigte.

Bank of England dürfte Zinsen weiter anheben müssen

Grossbritanniens Zentralbank wird ihren Leitzins wahrscheinlich weiter straffen müssen, um den Inflationsdruck zu bekämpfen, meinte der stellvertretende Notenbankchef Dave Ramsden in einem Interview mit Reuters. Die Bank of England geht davon aus, dass die Inflation von derzeit über 9% noch im Laufe dieses Jahres einen Höchststand von 13% erreichen wird. Die Zentralbank hatte bereits letzte Woche mit der stärksten Zinserhöhung seit 1995 den Kampf gegen die Inflation intensiviert. Seit Dezember letzten Jahres war dies bereits der sechste Zinsschritt. Die Notenbank sei sich bewusst, dass die Zinserhöhungen zu einem bereits sehr schwierigen Umfeld beiträgt, jedoch müsse energisch gehandelt werden, um sicherzustellen, dass sich die Inflation nicht festsetzt, so Ramsden.

  

Wirtschaftskalender 10. August 

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE Verbraucherpreise (Juli, J/J) +8.2%
10:00 IT Verbraucherpreise (Juli, J/J) +8.4%
14:30 USA Verbraucherpreise (Juli, M/M) +1.3%
14:30 USA Verbraucherpreise (Juli, J/J) +9.1%
14:30 USA Kern-Verbraucherpreise (Juli, J/J) +5.9%

 

Unternehmenskalender 10. August

Land Unternehmen Periode
DE E.ON Q2
DE Metro Q3
DE TUI Q3
AUT Wienerberger Q2
NL Ahold Delhaize Q2
DK Vestas Q2
GB Aviva H1
GB Prudential H1
USA Walt Disney  Q3

  

Treffen Sie fundierte Anlageentscheide mit LGT

Globale Markt- und Wirtschaftsentwicklungen auf einen Blick

Abonnieren Sie die aktuellen Marktinformationen als Newsletter

Folgen Sie uns auch auf Facebook oder LinkedIn – oder besuchen Sie MAG/NET und entdecken Sie spannende Hintergrundartikel. Bei Fragen steht Ihnen ein Berater der Bank gerne zur Verfügung.

 

Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 

Risikohinweis (Disclaimer)
Bei dieser Publikation handelt es sich um eine Werbeunterlage/Marketingmitteilung. Diese Publikation dient ausschliesslich zu Ihrer Information und stellt kein Angebot, keine Offerte oder Aufforderung zur Offertenstellung und kein öffentliches Inserat und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Anlage- oder anderen spezifischen Produkten dar. Diese Publikation ist nur für den Empfänger bestimmt und darf weder in elektronischer noch in anderer Form an Dritte weitergeleitet, vervielfältigt oder veröffentlicht werden. Der Inhalt dieser Publikation ist von Mitarbeitenden der LGT verfasst und beruht auf Informationsquellen, welche wir als zuverlässig erachten. Wir können aber keine Zusicherung oder Garantie für dessen Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität abgeben. Die Umstände und Grundlagen, die Gegenstand der in dieser Publikation enthaltenen Informationen sind, können sich jederzeit ändern. Einmal publizierte Informationen sind daher nicht so zu interpretieren, dass sich seit ihrer Publikation die Verhältnisse nicht geändert haben oder die Informationen immer noch aktuell seien. Die Informationen in dieser Publikation stellen weder Entscheidungshilfen für wirtschaftliche, rechtliche, steuerliche oder andere Beratungsfragen dar, noch dürfen alleine aufgrund dieser Angaben Anlage- oder sonstige Entscheidungen getroffen werden. Eine Beratung durch eine qualifizierte Fachperson wird empfohlen. Anleger sollten sich bewusst sein, dass der Wert von Anlagen sowohl steigen als auch fallen kann. Eine positive Performance in der Vergangenheit ist daher kein zuverlässiger Indikator für eine positive Performance in der Zukunft. Das Risiko von Kurs- und Fremdwährungsverlusten aufgrund einer für den Anleger ungünstige Wechselkursentwicklung kann nicht ausgeschlossen werden. Es besteht die Gefahr, dass die Anleger nicht den vollen Betrag zurückerhalten, den sie ursprünglich investiert haben. Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Im Falle von Simulationen wird darauf hingewiesen, dass sich die Zahlenangaben auf eine simulierte frühere Wertentwicklung beziehen und dass die frühere Wertentwicklung kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse ist.

Die bei der Ausgabe und Rücknahme der Anteile erhobenen Kommissionen und Kosten werden dem Anleger individuell belastet und finden deshalb keine Berücksichtigung in der dargestellten Wertentwicklung. Wir schliessen uneingeschränkt jede Haftung für Verluste bzw. Schäden jedweder Art aus – sei es für direkte, indirekte oder Folgeschäden –, die sich aus der Verwendung dieser Publikation ergeben sollten. Diese Publikation ist nicht für Personen bestimmt, die einer Rechtsordnung unterstehen, die die Verteilung dieser Publikation verbietet oder von einer Bewilligung abhängig macht. Personen, in deren Besitz diese Publikation gelangt sowie potentielle Investoren haben sich selbst im Heimat-, Wohnsitz- oder Sitzland bezüglich der gesetzlichen Anforderungen sowie allfälligen steuerlichen Konsequenzen, Fremdwährungsrestriktionen oder Fremdwährungskontrollen und anderen Aspekten, welche vor dem Entscheid über die Zeichnung, den Erwerb, den Besitz, den Austausch, die Rückgabe oder eine andere Handlung in Bezug auf solche Anlagen relevant sind, umfassend zu informieren, sich angemessen beraten zu lassen sowie etwaige Beschränkungen einzuhalten. Den mit der Erstellung dieser Publikation betrauten Personen ist es, im Rahmen interner Richtlinien, freigestellt, den in dieser Publikation erwähnten Titel zu kaufen, zu halten und zu verkaufen. Zu allfälligen genannten Finanzinstrumenten stellen wir Ihnen gerne jederzeit und kostenlos weitere Unterlagen zur Verfügung, wie beispielsweise ein Basisinformationsblatt nach Art. 58 ff. des Finanzdienstleistungsgesetzes (BIB), einen Prospekt gemäss Art. 35 ff des Finanzdienstleistungsgesetzes oder ein gleichwertiges ausländisches Produktinformationsblatt, z.B. ein Basisinformationsblatt nach der Verordnung EU 1286/2014 für verpackte Anlageprodukte für Kleinanleger und Versicherungsanlageprodukte (PRIIPS KID).

Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.