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LGT Navigator: Standortbestimmung in Jackson Hole

22. August 2022

Wie jedes Jahr blicken die Finanzmärkte mit Spannung nach Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming, wo ab Mittwoch das regelmässige Treffen der Zentralbankspitzen stattfindet. Am meisten Aufmerksamkeit wird die Rede von US-Notenbankchef Powell am Freitag erhalten, denn Anleger erhoffen sich Hinweise auf die weitere geldpolitische Gangart des Fed und die Einschätzungen hinsichtlich der Inflations- und Konjunkturentwicklung. Chinas Zentralbank reagierte heute mit einer weiteren Leitzinssenkung auf die jüngst verstärkt sichtbare Wirtschaftsschwäche.

Standortbestimmung in Jackson Hole

Am Freitag (15:00 Uhr MEZ) steht der Vorsitzende der Federal Reserve Jerome Powell im Rampenlicht. An der globalen Zentralbankkonferenz in Jackson Hole wird damit gerechnet, dass Powell Aufschluss über das zu erwartende Tempo der antizipierten Zinserhöhungen liefert. Im Vorfeld haben Spitzenvertreter des Fed mehrfach darauf hingewiesen, dass die US-Notenbank den Leitzins so lange anheben werde, bis die Inflation wieder auf das Ziel von zwei Prozent gesunken sei. Damit wurden bisherige Erwartungen enttäuscht, das Fed könnte aufgrund schwächerer Wirtschaftsdaten ihren Zinserhöhungskurs verlangsamen.

Im Vorfeld dominierten Zins- und Rezessionsängste sowie Gewinnmitnahmen das Geschehen an den internationalen Aktienmärkten. An der Wall Street schloss der Dow Jones Industrial am Freitag -0.86% tiefer als am Vortag bei 33'706.74 Punkten, womit auf Wochensicht ein moderater Verlust von -0.2% zu verbuchen war. Der breite S&P 500 gab um -1.29% nach und beendete den Handel vor dem Wochenende bei 4'228.48 Zählern. An der Nasdaq ging es fast um -2% nach unten. Inmitten der Rezessionssorgen hielten sich defensive, wenig konjunkturabhängige Branchen wie Telekommunikation, Pharma und Nahrungsmittel gut, während dagegen zyklische beziehungsweise konsumabhängige Sektoren wie Reisen, Auto und Einzelhandel schwächer tendierten.

Am Anleihenmarkt gerieten die Kurse von US-Staatsanleihen vor dem mit Höchstspannung erwarteten Notenbanktreffen in Jackson Hole zunehmend unter Druck und die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg im Gegenzug auf 2.97%.

Die Aktienmärkte im asiatisch-pazifischen Raum tendierten am Montag uneinheitlich. Die chinesischen Börsen stiegen, nachdem China seine Leitzinsen gesenkt hatte. Der Hang Seng Index in Hongkong stieg um etwa +0.2% und der Shanghai Composite um etwa +0.6%. In Tokio wurde der Nikkei 225 etwa -0.5 % niedriger gehandelt. 

Chinas Zentralbank senkt erneut Zinsen

Zum Wochenstart lockerte die chinesische Notenbank ein weiteres Mal zwei wichtige Referenzsätze für Kredite. Der einjährige Zinssatz, den Banken Unternehmen und Haushalten anbieten können, wurde von 3.7% auf 3.65% gesenkt und der fünfjährige Zinssatz, der als Referenz für Hypothekenkredite gilt, wurde von 4.45% auf 4.3% gesenkt. Beide Zinssätze notieren nun auf historischem Tiefstand. Damit versucht die People’s Bank of China Geschäftsbanken zu ermutigen, mehr Kredite zu günstigeren Zinssätzen zu vergeben, um die Konjunktur anzukurbeln. Bereits letzte Woche hatte die Zentralbank überraschend zwei Leitzinssätze gelockert, um die Liquidität für die Banken zu erhöhen.

Druck auf den Euro hält an

Der Euro bleibt unter Druck und näherte sich gegenüber dem US-Dollar der Parität an. Letztmals war dies der Fall Mitte Juli. Hintergrund ist eine wahrscheinliche weitere Ausweitung der Zinsdifferenz, denn die US-Notenbank dürfte ihren Kampf gegen die Inflation mit weiteren – eventuell nochmals kräftigen – Zinserhöhungen fortsetzen. Die Europäische Zentralbank wirkt hingegen zögerlich, sieht sich aber auch aufgrund der drohenden Energiekrise infolge des Konflikts mit Russland einer heiklen Herausforderung gegenüber. Belastet wird die europäische Einheitswährung auch durch politische Unsicherheiten innerhalb der EU. So droht in Italien – der drittgrössten Volkswirtschaft der Eurozone – am 25. September ein Rechtsrutsch, sollte es der rechtsextremen Fratelli d'Italia unter Führung von Parteichefin Giorgia Meloni gelingen die Macht in Rom an sich zu reissen.

In Deutschland steigen die Erzeugerpreise weiter im Rekordtempo

Auf Herstellerebene haben sich die Preise in Deutschland im Juli auf Jahressicht um +37.2% erhöht, womit der stärkste Anstieg seit Beginn der Datenreihe 1949 notiert wurde. Auch im Monatsvergleich bleibt der Preisauftrieb heftig mit +5.3%. Hintergrund bleiben die stark gestiegenen Energiepreise, die gegenüber der Vorjahresperiode um rund +100% zugelegt haben. Erdgas hat sich für deutsche Unternehmen gar um mehr als +160% verteuert. Die Preisentwicklung auf Erzeugerebene überträgt sich in der Regel mit Verzögerung auf die Verbraucherpreise.

  

Wirtschaftskalender 22. August 

MEZ Land Indikator Letzte Periode
14:30 USA Fed Chicago Nationaler Aktivitätsindikator (Juli) -0.19

 

Unternehmenskalender 22. August

Land Unternehmen Periode
USA Zoom Video Communications Q2

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.