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LGT Navigator: Starker US-Jobmarkt macht Hoffnungen auf moderatere Zinsschritte zunichte

5. Dezember 2022

Ein nach wie vor robustes Beschäftigungswachstum in den USA und steigende Löhne haben die von US-Notenbankchef Powell zuvor genährte Hoffnungen auf einen moderateren Zinserhöhungskurs zunichte gemacht. Die US-Notenbank könnte damit gezwungen sein, mit einem erneuten «Jumbo»-Zinsschritt einer wieder stärkeren Inflation zuvorzukommen. Während an der Wall Street die Aussicht auf weitere kräftige Zinserhöhungen in den USA die Kurse unter Druck brachte, setzte die Hoffnung auf Lockerungen der Corona-Politik Chinas an Asiens Börsen positive Akzente.  

Starker US-Jobmarkt macht Hoffnungen auf moderatere Zinsschritte zunichte

Vor dem Wochenende sorgte der überraschend starke Arbeitsmarktbericht aus den USA zunächst für Druck auf die Aktiennotierungen. Bis zum Handelsschluss rettete sich der Dow aber noch in den positiven Bereich. Der Dow Jones Industrial beendete die Woche bei 34'429.88 Punkten (+0.1%). Der S&P 500 schloss bei 4'071.70 Punkten gegenüber dem Vortag leicht tiefer (-0.12%). An der Nasdaq gaben die Indizes um rund -0.4% nach.

Die Aussicht auf weitere kräftige Zinserhöhungen in den USA liess die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen am Freitag bis auf 3.61% klettern. Zum Wochenstart gab die Benchmark-Rendite aber wieder auf 3.51% nach. Der US-Dollar profitierte kurzzeitig vom starken US-Arbeitsmarktbericht, musste dann aber seine Gewinne wieder abgeben und notiert nun gegenüber dem Euro bei rund 1.0570.

Hoffnung auf Lockerungen in China liefert Asiens Börsen Rückenwind

Die Aktien im asiatisch-pazifischen Raum legten zum Wochenbeginn teilweise kräftig zu. Hintergrund sind gewisse Lockerungen der strikten Pandemiepolitik Chinas. Peking hat die Vorschriften für Virustests in einigen Städten gelockert, was als Hinweis auf eine breitere Lockerung der strengen Beschränkungen gedeutet wurde. In Hongkong stieg der Hang Seng um rund +3.5%. Der Hang Seng Tech-Index sogar um rund +6.5%. Auf dem chinesischen Festland legte der Shanghai Composite um +1.5% zu. In Tokio notierte der Nikkei 225 ein moderates Plus von +0.15%. Der breiteste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien ausserhalb Japans stieg um 1.7%. Die Strategen von Morgan Stanley haben am Wochenende ihre Einschätzung für chinesische Aktien auf «Übergewichten» hochgestuft. Die Heraufstufung markiert das Ende der gleichgewichtigen Haltung von China-Aktien, die die US-Bank seit fast zwei Jahren beibehalten hatte.

Beschäftigungswachstum in den USA bleibt solide

Die Bemühungen der US-Notenbank, mit aggressiven Zinserhöhungen die Beschäftigung am Arbeitsmarkt zu verlangsamen, um damit die Inflation zu bekämpfen, scheinen bisher nicht den gewünschten Effekt zu haben. So war das Beschäftigungswachstum im November stärker als erwartet. Demzufolge entstanden im letzten Monat 263'000 neue Stellen, während Ökonomen im Schnitt einen Zuwachs von 200'000 «Non-Farm Payrolls» prognostiziert hatten. Obwohl der Vormonatswert etwas nach unten korrigiert wurde, verdeutlichen die für September ausgewiesene Zahl von +283'000 Jobs die konstante Stärke des amerikanischen Arbeitsmarktes. Die Arbeitslosenrate verharrte im November unverändert bei 3.7% auf tiefem Niveau. Gleichzeitig stiegen die Löhne im November kräftiger als angenommen. Im Schnitt erhöhten sich die Stundenlöhne gegenüber der Vergleichsperiode im Vorjahr um +5.1%. Ökonomen waren hier von einem klar geringeren Anstieg von +4.6% ausgegangen.

Teuerungsdruck auf Erzeugerebene im Euroraum lässt nach

Der Anstieg der Erzeugerpreise in den Euroländern hat sich im Oktober deutlich stärker als erwartet verlangsamt. Auf Jahressicht erhöhten sich die Produzentenpreise gemäss dem Statistikamt Eurostat um +30.8% (Konsens +31.7%). Hintergrund ist eine deutliche Abschwächung des Anstiegs der Energiepreise. Diese waren im Oktober knapp +66% höher als in der Vorjahresperiode, verglichen mit einem Anstieg im September von +108%.

 

Wirtschaftskalender 5. Dezember

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:45 FR Industrieproduktion (Oktober, M/M) -0.8%
09:15 ES Einkaufsmanagerindex Dienstleister (November) 49.7
09:45 IT Einkaufsmanaagerindex Privatwirtschaft (November) 45.8
09:50 FR Einkaufsmanaagerindex Privatwirtschaft (November) 48.8
09:55 DE Einkaufsmanaagerindex Privatwirtschaft (November) 46.4
10:00 EZ Einkaufsmanaagerindex Privatwirtschaft (November) 47.8
10:30 GB Einkaufsmanaagerindex Privatwirtschaft (November) 48.3
10:30 EZ Sentix Konjunkturindikator (Dezember) -30.9
11:00 EZ Einzelhandelsumsätze (Oktober, M/M) +0.4%
15:45 USA Einkaufsmanaagerindex Privatwirtschaft (November) 46.3
16:00 USA ISM Einkaufsmanaagerindex Dienstleister (November) 54.4

 

Unternehmenskalender 5. Dezember

Land Unternehmen Periode
DE Deutsche Börse - Überprüfung DAX-Zusammensetzung

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.