Skip navigation Scroll to top
Scroll to top

LGT Navigator: US-Arbeitsmarkt im Fokus und warnende Worte der Fed

7. Mai 2021

Im Vorfeld der heute anstehenden US-Arbeitsmarktdaten konnten die Indizes an der Wall Street zulegen. Der Dow erreichte gar ein neues Rekordhoch. Die amerikanische Zentralbank warnte unterdessen in einem Bericht zur Finanzstabilität vor einer steigenden Risikobereitschaft in einer Vielzahl von Anlagemärkten. Die Bank of England behielt wie erwartet das Zinsniveau unverändert tief, leitete aber dennoch ein minimales Bremsmanöver ein.

US-Arbeitsmarkt im Fokus und warnende Worte der Fed

Nachdem zunächst noch die Pharmawerte im Mittelpunkt standen, die wegen des Vorstosses der Amerikaner den Patentschutz für Covid-19-Vakzine auszusetzen stark und unter Druck geraten waren, hellte sich die Stimmung an der New Yorker Börse sichtlich auf und der Dow Jones Industrial erreichte gar ein erneutes Rekordhoch. Der Leitindex schloss knapp ein Prozent fester bei 34 548.53 Punkten (+0.93%). Solide Gewinne verzeichnete auch der S&P 500, der +0.82% höher bei 4201.62 Zählern aus dem Handel ging. Die Indizes an der Technologiebörse Nasdaq legten ebenfalls um rund +0.8% zu. In Asien schlossen sich die meisten Börsenindizes den positiven Vorgaben aus Übersee an und tendierten höher, wenn auch mit weniger Schwung.

Aufhorchen lässt der gestern veröffentlichte halbjährliche Bericht der US-Notenbank zur Stabilität des US-Finanzsystems. Eine steigende Risikobereitschaft in einer Vielzahl von Anlagemärkten dehne die Bewertungen aus und schaffe Schwachstellen im amerikanischen Finanzsystem. In diesem Umfeld könnten die Preise anfällig für «signifikante Rückgänge» sein, sollte die Risikobereitschaft sinken, warnt die Federal Reserve

Mit Höchstspannung werden nun der Arbeitsmarktbericht aus Washington (14:30 Uhr MEZ) erwartet. Vorzeichen, wie etwa der ADP-Beschäftigungsbericht und die wöchentlich gemeldeten Erstanträge auf Arbeitslosenversicherung deuteten eine weitere Erholung an. Analysten rechnen im Schnitt mit einer Zunahme der Beschäftigung (ohne Berücksichtigung des Agrarsektors) von nahezu einer Million Arbeitsplätze. Dies könnte wiederum die Erwartung einer kräftigen Konjunkturerholung stärken und damit auch die Inflationssorgen, resp. die Aussicht auf steigende Zinsen.

Anhaltend kräftige Erholung am US-Arbeitsmarkt erwartet

Die Daten zu den Erstanträgen auf Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung deuteten wie bereits zuvor der Bericht von ADP zur Beschäftigung in der Privatwirtschaft auf eine weitere Erholung am amerikanischen Arbeitsmarkt hin. Mit Spannung wird heute die monatliche Statistik aus Washington erwartet. Die wöchentlich gemeldeten erstmalig gestellten Anträge auf Arbeitslosenunterstützung gingen in der Woche zum 1. Mai stärker als erwartet zurück. Im Vergleich zur Vorwoche fiel die Zahl der Anträge um 92 000 auf 498 000. Allerdings wurde der Vorwochenwert von 553 000 auf 590 000 kräftig nach oben korrigiert. Der aussagekräftigere gleitende Vierwochendurchschnitt verringerte sich gegenüber der Vorwoche um 61 000 auf 560 000 Anträge.

Bank of England tritt sanft auf die Bremse

Die britische Notenbank bestätigte zwar ihre expansive Geldpolitik, tritt jedoch mit einer Reduktion ihrer Anleihenkäufe doch sanft auf die Bremse. Der Leitzins bleibt mit +0.1% weiterhin auf Rekordtief, während das Anleihekaufprogram angepasst wurde. Die wöchentlichen Käufe werden demnach um eine Milliarde auf GBP 3.4 Mrd. reduziert. Nach der Ankündigung der Bank of England legte das Pfund Sterling zu, während britische Staatsanleihen unter Druck gerieten.

Für eine Zinswende in nicht allzu ferner Zukunft sprechen beispielsweise einige Frühindikatoren. So verbesserte sich der Einkaufsmanagerindex für den britischen Dienstleistungssektor gemäss IHS Markit im April um 4.7 auf 61.0 Punkte. Damit erreichte der PMI den höchsten Stand seit Oktober 2013. Unternehmen und Konsumenten hätten ihre Ausgaben angesichts gelockerter Corona-Beschränkungen deutlich gesteigert, kommentierte IHS Markit.

EZB-Chefökonom geht nicht von länger anhaltender höherer Inflation aus

Philip Lane, seines Zeichens Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), rechnet nicht mit einer längeren Phase höherer Inflation. In einem Interview äusserte sich der Ökonom dahingehend, dass in den nächsten 18 bis 24 Monaten nicht mit einem Überschiessen der Inflation zu rechnen sei.  

EZB-Lagarde fordert «grüne Kapitalmarktunion»

EZB-Präsidentin Christine Lagarde befürwortet eine Schaffung einer «grünen Kapitalmarktunion». Europa müsse seine Kapitalmärkte integrieren, und der Markt für grüne und anderweitig nachhaltige Anleihen könne dabei eine Vorreiterrolle spielen, so Lagarde. Neben Bankkrediten sei der Kapitalmarkt geeignet, um die bis 2030 notwendigen Milliardeninvestitionen zur Erreichung der Klima- und Energieziele der EU zu sichern. Europa sei heute mit rund 60% aller im Jahr 2020 weltweit ausgegebenen, vorrangig unbesicherten grünen Anleihen führend in der Emission grüner Anleihen. Fehlende grenzüberschreitende Infrastrukturen und nationale Beschränkungen könnten laut Lagarde aber diese Führungsposition gefährden, weshalb eine «grüne Kapitalmarktunion» sinnvoll sei.

 

Wirtschaftskalender 7. Mai

MEZ Land Indikator Letzte Periode
07:45 CH Arbeitslosenrate (April) +3.3%
08:00 DE Exporte (März, M/M) +0.9%
08:00 DE Importe (März, M/M) +3.6%
08:00 DE Industrieproduktion (März, M/M) -1.6%
08:45 FR Industrieproduktion (März, M/M) -4.7%
10:00 IT Einzelhandelsumsätze (März, J/J) -5.7%
14:30 USA Arbeitslosenrate (April) 6.0%
14:30 USA Beschäftigung ex-Agrar (Arpil) +916'000

Unternehmenskalender 7. Mai

Land Unternehmen Periode
DE Siemens Q1
DE Adidas Q1
DE BMW Q1 Umsatz
AUT Raiffeisen International Q1
FR Crédit Agricole Q1

 

Treffen Sie fundierte Anlageentscheide mit LGT

Globale Markt- und Wirtschaftsentwicklungen auf einen Blick

Abonnieren Sie die aktuellen Marktinformationen als Newsletter

Folgen Sie uns auch auf Facebook oder LinkedIn – oder besuchen Sie MAG/NET und entdecken Sie spannende Hintergrundartikel. Bei Fragen steht Ihnen ein Berater der Bank gerne zur Verfügung.

Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

Risikohinweis (Disclaimer)
Diese Publikation dient ausschliesslich zu Ihrer Information und stellt kein Angebot, keine Offerte oder Aufforderung zur Offertstellung und kein öffentliches Inserat zum Kaufoder Verkauf von Anlage- oder anderen spezifischen Produkten dar. Der Inhalt dieser Publikation ist von unseren Mitarbeitern verfasst und beruht auf Informationsquellen, welche wir als zuverlässig erachten. Wir können aber keine Zusicherung oder Garantie für dessen Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität abgeben. Die Umstände und Grundlagen, die Gegenstand der in dieser Publikation enthaltenen Informationen sind, können sich jederzeit ändern. Einmal publizierte Informationen dürfen daher nicht so verstanden werden, dass sich die Verhältnisse seit der Publikation nicht geändert haben oder dass die Informationen seit ihrer Publikation immer noch aktuell sind. Die Informationen in dieser Publikation stellen weder Entscheidungshilfen für wirtschaftliche, rechtliche, steuerliche oder andere Beratungsfragen dar, noch dürfen alleine aufgrund dieser Angaben Anlage- oder sonstige Entscheide getroffen werden. Eine Beratung durch eine qualifizierte Fachperson wird empfohlen. Anleger sollten sich bewusst sein, dass der Wert von Anlagen sowohl steigen als auch fallen kann. Eine positive Performance in der Vergangenheit ist daher keine Garantie für eine positive Performance in der Zukunft. Ausserdem unterliegen Anlagen in Fremdwährungen Devisenschwankungen. Wir schliessen uneingeschränkt jede Haftung für Verluste bzw. Schäden irgendwelcher Art aus – sei es für direkte, indirekte oder Folgeschäden –, die sich aus der Verwendung dieser Publikation ergeben sollten. Diese Publikation ist nicht für Personen bestimmt, die einer Rechtsordnung unterstehen, die die Verteilung dieser Publikation verbieten oder von einer Bewilligung abhängig machen. Personen, in deren Besitz diese Publikation gelangt, müssen sich daher über etwaige Beschränkungen informieren und diese einhalten. Den mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen ist es, im Rahmen interner Richtlinien, freigestellt, den in diesem Bericht erwähnten Titel zu kaufen, zu halten und zu verkaufen.

Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.