Skip navigation Scroll to top
LGT
VALUES WORTH SHARING
Scroll to top

LGT Navigator: US-Arbeitsmarktbericht ebnet Weg für Fed-Zinserhöhung

7. Februar 2022

Der amerikanische Arbeitsmarkt hat sich zum Jahresbeginn trotz der Ausbreitung des Omikron-Virus überraschend stark entwickelt. Die solide Entwicklung des Arbeitsmarkts dürfte die US-Notenbank in ihrem Vorhaben bestärken, die Leitzinsen im März erstmals seit 2018 anzuheben.

US-Arbeitsmarktbericht ebnet Weg für Fed-Zinserhöhung

Die amerikanische Privatwirtschaft hat im Januar 467'000 neue Stellen geschaffen, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Analysten hatten gemäss Reuters lediglich mit einem Zuwachs von 150'000 gerechnet. Zudem sind im November und Dezember rund 700'000 mehr neue Jobs entstanden als bisher geschätzt. Die Anzahl der Arbeitsplätze nähert sich damit stetig dem Vorkrisenniveau. Dennoch fehlen im Vergleich zum Februar 2020 noch immer 2.9 Millionen Jobs. Die Arbeitslosenquote, die separat erhoben wird, ist dagegen unerwartet von 3.9% im Dezember auf 4% gestiegen. Die Entwicklung ist ein Indiz dafür, dass wieder mehr Menschen an den Arbeitsmarkt zurückkehren wollen. Während der Pandemie hatten zahlreiche Amerikaner die Suche nach einem Job aufgegeben. In diesem Fall werden sie auch nicht mehr als arbeitslos erfasst. Auch die Löhne sind stärker als erwartet gestiegen. So lag der durchschnittliche Stundenlohn +5.7% höher als im Vorjahresmonat. Dabei handelt es sich um das stärkste Wachstum seit Mitte 2020. Im Dezember betrug die Lohninflation +5.0%.

Die US-Notenbank hat bereits signalisiert, dass sie die Leitzinsen im März erstmals seit 2018 anheben will, um die hohe Teuerung zu bekämpfen. Die Tatsache, dass sich die Beschäftigungslage trotz der weiteren Pandemiewelle gut entwickelt, dürfte dieses Vorhaben stützen. Die steigende Lohninflation, die das Preiswachstum zusätzlich befeuern könnte, spricht ebenfalls für eine Straffung der Geldpolitik. Dass die Zinsen am 16. März erhöht werden, gilt an den Finanzmärkten als sicher. Die Frage ist nun, wie hoch der Zinsschritt ausfallen wird. Die Terminbörse CME misst einer Zinserhöhung von 25 Basispunkten eine Wahrscheinlichkeit von knapp 70% zu. Deutlich gestiegen ist die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt von 50 Basispunkten: Sie kletterte am Freitag nach Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts auf 30%, nachdem sie am Vortag noch bei rund 14% lag.

An der Wall Street standen am letzten Freitag einmal mehr die Technologiewerte im Vordergrund. Die Tech-Indizes legten um knapp eineinhalb Prozent zu. Sie konnten damit einen Teil ihrer Vortagesverluste wieder aufholen, unterstützt durch positiv aufgenommene Geschäftszahlen von Amazon. Der Dow Jones Industrial schloss hingegen fast unverändert zum Vortag und verbuchte auf Wochensicht einen Gewinn von einem Prozent. Der S&P 500 legte am Freitag um knapp ein halbes Prozent zu. Asiens Aktienmärkte eröffneten die neue Woche ohne klaren Trend. Chinesische Aktien legten am Montag nach dem chinesischen Neujahrsfest teilweise kräftig zu.

EZB: Experten revidieren Inflationserwartungen nach oben

Ökonomen haben ihre Inflationserwartungen für den Euroraum deutlich nach oben geschraubt. So erwarten die von der Europäischen Zentralbank (EZB) befragten Experten, dass die Jahresteuerung 2022 auf +3.0% steigen wird, teilte die EZB mit. Die Umfrage wurde im ersten Quartal durchgeführt, im vierten Quartal lagen die Erwartung noch bei +1.9%. Für 2023 prognostizieren die Volkswirte einen Rückgang der Inflation auf +1.8%. Die Wachstumserwartungen für die europäische Wirtschaft fallen dagegen leicht niedriger aus und liegen bei +4.2% für 2022 (bisher +4.5%). 2023 soll die Wirtschaftsleistung um +2.7% steigen.

Ölpreis setzt Höhenflug fort

Die Rohölpreise haben ihren Aufwärtstrend am Freitag fortgesetzt und verharrten auf über USD 90 pro Fass. Die amerikanische Sorte WTI notierte am Donnerstag erstmals seit Oktober 2014 wieder über dieser Marke. Auslöser für den jüngsten Preisauftrieb ist ein heftiger Wintersturm in den USA, der über weite Teile des Landesinneren sowie den Nordosten der Vereinigten Staaten fegte. Extreme Schneefälle und hohe Windgeschwindigkeiten sorgten für Unterbrüche in der Energieversorgung. Angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen zwischen Russland und der Ukraine sowie des knappen Ölangebots prognostizieren Analysten für das laufende Jahr Preise von teilweise über USD 100 pro Fass.

Europäischer Detailhandel verdient weniger

Der europäische Einzelhandel hat im Dezember deutlich weniger verdient als erwartet. Der Umsatz ist gegenüber dem Vormonat um -3.0% gesunken, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Analysten hatten lediglich einen Rückgang um -0.9% prognostiziert. Im Jahresvergleich resultierte ein Umsatzplus von +2.0%, allerdings lagen die Zahlen auch hier unter den Erwartungen von +5.0%. Anders als in vorhergehenden Monaten verdienten im Dezember auch Onlinehändler weniger. Sie zählen bislang zu den Profiteuern der Pandemie.

Deutsche Industrie zieht mehr Aufträge an Land

Die deutsche Industrie hat Ende 2021 von einer robusten Inlandsnachfrage profitiert. Die Bestellungen sind im Dezember gegenüber dem Vormonat um +2.8% gestiegen, teilte das deutsche Statistische Bundesamt mit. Analysten hatten mit einem geringeren Zuwachs von +0.3% gerechnet. Damit ist der Auftragseingang den zweiten Monat in Folge gestiegen. Besonders die Nachfrage aus dem Inland hat sich erfreulich entwickelt und ist um +11.7% gestiegen. Dagegen sind die Bestellungen aus dem Ausland gesunken (-3.0%).

  

Wirtschaftskalender 7. Februar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
07:45 CH Arbeitslosenquote (Januar) 2.4%
08:00 DE Industrieproduktion (M/M, Dezember) -0.2%
10:30 EZ Sentix Konjunkturindex (Februar) 14.9

 

Unternehmenskalender 7. Februar

Land Unternehmen Periode
USA Amgen Q4

  

Treffen Sie fundierte Anlageentscheide mit LGT

Globale Markt- und Wirtschaftsentwicklungen auf einen Blick

Abonnieren Sie die aktuellen Marktinformationen als Newsletter

Folgen Sie uns auch auf Facebook oder LinkedIn – oder besuchen Sie MAG/NET und entdecken Sie spannende Hintergrundartikel. Bei Fragen steht Ihnen ein Berater der Bank gerne zur Verfügung.

Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Tina Haldner, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

Risikohinweis (Disclaimer)
Diese Publikation dient ausschliesslich zu Ihrer Information und stellt kein Angebot, keine Offerte oder Aufforderung zur Offertstellung und kein öffentliches Inserat zum Kaufoder Verkauf von Anlage- oder anderen spezifischen Produkten dar. Der Inhalt dieser Publikation ist von unseren Mitarbeitern verfasst und beruht auf Informationsquellen, welche wir als zuverlässig erachten. Wir können aber keine Zusicherung oder Garantie für dessen Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität abgeben. Die Umstände und Grundlagen, die Gegenstand der in dieser Publikation enthaltenen Informationen sind, können sich jederzeit ändern. Einmal publizierte Informationen dürfen daher nicht so verstanden werden, dass sich die Verhältnisse seit der Publikation nicht geändert haben oder dass die Informationen seit ihrer Publikation immer noch aktuell sind. Die Informationen in dieser Publikation stellen weder Entscheidungshilfen für wirtschaftliche, rechtliche, steuerliche oder andere Beratungsfragen dar, noch dürfen alleine aufgrund dieser Angaben Anlage- oder sonstige Entscheide getroffen werden. Eine Beratung durch eine qualifizierte Fachperson wird empfohlen. Anleger sollten sich bewusst sein, dass der Wert von Anlagen sowohl steigen als auch fallen kann. Eine positive Performance in der Vergangenheit ist daher keine Garantie für eine positive Performance in der Zukunft. Ausserdem unterliegen Anlagen in Fremdwährungen Devisenschwankungen. Wir schliessen uneingeschränkt jede Haftung für Verluste bzw. Schäden irgendwelcher Art aus – sei es für direkte, indirekte oder Folgeschäden –, die sich aus der Verwendung dieser Publikation ergeben sollten. Diese Publikation ist nicht für Personen bestimmt, die einer Rechtsordnung unterstehen, die die Verteilung dieser Publikation verbieten oder von einer Bewilligung abhängig machen. Personen, in deren Besitz diese Publikation gelangt, müssen sich daher über etwaige Beschränkungen informieren und diese einhalten. Den mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen ist es, im Rahmen interner Richtlinien, freigestellt, den in diesem Bericht erwähnten Titel zu kaufen, zu halten und zu verkaufen.

Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.