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LGT Navigator: US-Arbeitsmarktbericht richtungsweisend für Märkte und Fed

4. Oktober 2019

Nachdem die Angst vor einer weltweiten Konjunkturabschwächung in Folge der geopolitischen Unsicherheiten die Börsen schwer belastet, erwarten Anleger heute Nachmittag mit Spannung die monatliche US-Arbeitsstatistik. Insbesondere auch die Fed dürfte den mittelfristigen Beschäftigungstrend mit Argusaugen beobachten und ihre Geldpolitik darauf einstellen.

Analysten gehen im Konsens davon aus, dass im September 145 000 neue Stellen geschaffen wurden, womit das Jobwachstum an und für sich weiterhin solide bleibt. Jedoch dürfte die US-Notenbank (Fed) dennoch nicht von einer weiteren Lockerung der Leitzinsen noch vor Ende Jahr absehen, da die Risiken durch den ungelösten Handelskonflikt und konjunkturelle Schwächesignale zu schwer wiegen. Inzwischen bekräftigen Aussagen von US-Notenbankvertretern die Erwartung an eine weitere Zinslockerung im Dezember. Charles Evans, Präsident der Chicago Fed sowie Robert Kaplan von der Fed Dallas meinten, die Fed müsse in Bezug auf die Auswirkungen schwächerer Konjunkturdaten «aufgeschlossen» sein, eine Anpassung vorzunehmen. Gespannt warten die Finanzmärkte auch auf neuste Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell heute Abend. Die gestern veröffentlichte zweite Umfrage des Branchenverbandes ISM unterstrich zudem die Sorgen der Notenbank. So schwächte sich das Wachstum im amerikanischen Dienstleistungssektor im September unerwartet deutlich ab. Der entsprechende ISM Non-Manufacturing-Index fiel von 56.4 Punkten im August auf 52.6 Zähler zurück und scheint damit den bereits seit längerem negativen Vorlagen aus der Industrie zu folgen. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 55.3 gerechnet. Der ISM-Index zeichnete damit ein schwächeres Bild als der kurz zuvor von IHS Markit für den Sektor ermittelte Einkaufsmanagerindex, der sich von 50.7 auf 50.9 verbessert hatte, jedoch nur knapp über der 50er-Wachstumsmarke notiert.

Ausblick für die Eurozone verdüstert sich weiter

Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Privatwirtschaft im Euroraum schwächte sich im September auf den tiefsten Wert seit Juni 2013 ab und signalisiert nun praktisch eine Stagnation des Wirtschaftswachstums. Der von IHS Markit publizierte aggregierte PMI fiel von 51.9 Punkten im August auf noch 50.1 Zähler. Der Rückgang ist vor allem auf die anhaltende Schwäche im Industriesektor zurückzuführen, wo der PMI den niedrigsten Wert seit Oktober 2012 erreichte. Währenddessen blieb der Dienstleistungssektor noch im positiven, respektive Wachstumsbereich, jedoch fiel auch hier der PMI deutlich von 53.5 auf 51.6 Punkte zurück – den schlechtesten Wert seit Jahresbeginn. Besonders schwach präsentiert sich die deutsche Wirtschaft, wo der für die Privatwirtschaft zusammengefasste Einkaufsmanagerindex erstmals seit April 2013 wieder eine Kontraktion signalisierte. Die Entwicklung blieb aber laut IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson auch in anderen Euroländern schwach. Auch in Frankreich und Italien sei das Wachstum praktisch zum Erliegen gekommen und in Spanien fiel der aggregierte PMI auf den zweitniedrigsten Stand seit rund sechs Jahren. Das zunehmende Risiko einer Rezession dürfte den Druck auf die EZB aufrechterhalten, weitere Massnahmen zur Konjunkturstützung zu ergreifen.

Brexit – Brüssel hat viele Fragen an Johnson

Die EU-Kommission fordert vom Premierminister Boris Johnson eine Klarstellung des von der britischen Regierung eingereichten Vorschlags zu einem geregelten Austritt Grossbritanniens aus der EU. Man habe viele Fragen und es gebe problematische Punkte. Die EU sei aber bereit, konstruktiv mit den Briten zu kooperieren, um einen geordneten Brexit zu gewährleisten. Entscheidend dürfte nun der EU-Gipfel am 17. und 18. Oktober sein, bei dem der Brexit im Mittelpunkt stehen wird. Premierminister Johnson meinte unterdessen, dass seine Regierung grosse Flexibilität gezeigt habe. Nun sei es an der EU, Zugeständnisse zu machen, ansonsten bleibe Grossbritannien nichts anderes übrig, als am 31. Oktober ohne Abkommen auszuscheiden.

Britische PMIs bestätigen Rezessionsbefürchtungen

Wie bereits der Industriesektor, fiel auch der Einkaufsmanagerindex für den britischen Dienstleistungsbereich zum zweiten Mal im laufenden Jahr unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Im September ging das Barometer um 1.1 Punkte auf 49.5 Zähler zurück, womit nun alle drei von IHS Markit erhobenen Frühindikatoren im negativen Bereich, respektive unter 50 Punkten liegen. Angesichts der anhaltenden Brexit-Unsicherheit und der Abschwächung der Weltwirtschaft in Folge des Handelskonflikts scheint die Wahrscheinlichkeit einer Rezession auf der britischen Insel deutlich zugenommen zu haben. Dies dürfte auch die Geldpolitik der britischen Notenbank massgeblich beeinflussen. Jüngste Aussagen von Notenbankmitglied Michael Saunders deuten darauf hin, dass die Bank of England im Falle eines harten Brexits die Zinszügel erneut lockern würde.

Wirtschaftskalender 4. Oktober

MEZ Land Indikator Aktuell
14:30 US Arbeitslosenrate 3.7%
14:30 US Beschäftigungswachstum Gesamtwirtschaft 130'000
14:30 US Beschäftigungswachstum Privatwirtschaft 96'000
14:30 US Durchschnittliche Stundenlöhne (M/M) +0.4%
14:30 US Durchschnittliche Stundenlöhne (J/J) +3.2%
14:30 US Handelsbilanz -USD 54 Mrd.

Unternehmenskalender 8. Oktober

Land Unternehmen Periode
CH Aryzta J

 

 

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Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 
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Konsumentenpreise (J/J)
MEZLandIndikatorAktuell09:15ESMarkit PMI52.109:45ITMarkit PMI50.109:50FRMarkit PMI51.709:55DEMarkit PMI51.410:00EUMarkit PMI51.510:30GBMarkit/CIPS PMI49.710:30EUSentix: Investorenvertrauen-5.815:45USMarkit PMI51.616:00USISM PMI: Dienstleistungen55.1