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LGT Navigator: US-Arbeitsmarktentwicklung und Implikationen auf das Fed

8. Oktober 2021

Im Zentrum steht heute die monatliche Arbeitsmarktstatistik aus Washington. Sollte sich das Beschäftigungswachstum beschleunigen, könnte die US-Notenbank zu einer aktiveren Drosselung ihrer expansiven Geldpolitik gezwungen sein. Unterdessen hat sich die Stimmung an den Kapitalmärkten wieder entspannt. Hierzu beigetragen hat vor allem eine Einigung im Streit um die Schuldengrenze in den USA, die nun bis Dezember verlängert wird.

US-Arbeitsmarktentwicklung und Implikationen auf das Fed

An der Wall Street setzten die Aktienindizes ihren Erholungskurs am Donnerstag fort, wobei die Dynamik gegen Handelsende wieder etwas verloren ging. Positiv aufgenommen wurde die vorläufige Einigung in Washington zwischen Demokraten und Republikanern, die Schuldenobergrenze zunächst bis Dezember zu verlängern, und damit einen drohenden Zahlungsausfall der US-Regierung zu verhindern. Der Dow Jones Industrial ging mit einem satten Tagesgewinn von +0.98% bei 34'754.94 Punkten aus dem Rennen. Der S&P 500 legte um +0.83% auf 4'399.76 Zähler zu und auch an der Nasdaq stiegen die Indizes um knapp ein Prozent. Die Erholung hatte gestern bereits an Europas Börsen Schwung aufgenommen – der EuroStoxx 50 erzielte ein Tagesplus von +2.14% – und der positive Trend setzte sich heute in Asien mehrheitlich fort. Im Zentrum steht nun der US-Arbeitsmarktbericht, der eine gewichtige Rolle für die Geldpolitik der US-Notenbank spielt.

Drohender Zahlungsausfall der USA vorerst abgewendet

Der Senat in Washington stimmte gestern Abend einer Erhöhung der Schuldengrenze (von aktuell USD 28.5 Billionen) um USD 480 Milliarden bis Anfang Dezember zu. Die folgende Abstimmung im Repräsentantenhaus und auch die Unterzeichnung durch US-Präsident Joe Biden gilt nun als Formsache. Der Entscheid im Senat fiel aber mit 50 zu 48 Stimmen äusserst knapp aus, was den Schluss zulässt, dass das Problem lediglich aufgeschoben, aber nicht gelöst ist. US-Finanzministerin Janet Yellen hatte vor einer potenziellen Rezession und einer möglichen weltweiten Finanzkrise gewarnt, sollten die USA quasi ihre Schulden nicht mehr bedienen können. Das Ziel der Demokraten ist es ohnehin, die 1917 eingeführte und viele Male wieder ausgeweitete Schuldenobergrenze in der jetzigen Form ganz abzuschaffen.

Positive kurzfristige US-Arbeitsmarktdaten

Die wöchentlich registrierten Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Initial Jobless Claims) sind in der letzten Woche stärker als angenommen um 38'000 auf 326'000 Anträge zurückgegangen. Dies nachdem in den vorangegangenen Wochen jeweils eine Zunahme beobachtet worden war. Obwohl dies ein positives Signal für die kurzfristige Entwicklung am amerikanischen Arbeitsmarkt darstellt bewegen sich die wöchentlichen Anträge nach wie vor auf einem höheren Niveau als vor der Coronakrise.

Chefökonom der Bank of England warnt vor anhaltendem Inflationsdruck

Nach Einschätzung des neuen Chefökonomen der britischen Zentralbank, Huw Pill, besteht die Gefahr, dass der Inflationsdruck länger andauern  könnte als bisher erwartet. Die Teuerungsrate der Verbraucherpreise in Grossbritannien erreichte im September +3.2% und liegt damit weit über der von der Bank of England angepeilten Marke von 2%. Sollte sich der Inflationsdruck noch verstärken und der Ausblick sich in Richtung einer länger anhaltenden hohen Teuerung verschieben, wäre die Notenbank wohl gezwungen, die geldpolitischen Zügel bald zu straffen.

Globaler Reichtum steigt während Pandemie auf Rekordwert

Einer aktuellen Studie des Versicherungskonzerns Allianz zufolge erhöhte sich das globale Geldvermögen im Jahr 2020 um knapp +10% und erreichte erstmals die Marke von EUR 200 Billionen. Für das laufende Jahr geht die Allianz von einem neuerlichen Wachstum der Bruttogeldvermögen privater Haushalte von +7% aus. Gleichzeitig verschärfe aber die Coronakrise die Vermögensungleichheit weltweit. Aktuell befinde sich ein Anteil von rund 85% der globalen Vermögen im Besitz von lediglich 10% der Weltbevölkerung, heisst es im «Global Wealth Report» des Versicherers.

 

Wirtschaftskalender 8. Oktober

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE Exporte (August, M/M)  +0.5%
08:00 DE Importe (August, M/M) -3.8%
11:30 GB Bank of England Protokoll
14:30 USA Beschäftigungswachstum (September) +235'000
14:30 USA Arbeitslosenrate (September)  5.2%
14:30 USA Durchschnittliche Stundenlöhne (September, J/J) +4.3%

 

Unternehmenskalender 12. Oktober

Land Unternehmen Periode
CH Givaudan 9-Monate Umsatz
CH Lonza Investorentag
FR LVMH Q3 Umsatz

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.