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LGT Navigator: US-Notenbank lässt sich nicht beirren

13. Oktober 2022

Die amerikanische Notenbank hält an ihrer straffen Geldpolitik fest. Neue Daten zur Inflationsentwicklung in den USA werden heute Anhaltspunkte liefern, ob der Kampf gegen die Inflation Erfolge zeigt. Am britischen Anleihenmarkt nehmen die Turbulenzen kurz vor Beendigung des Notkaufprogramms erneut zu.

International Monetary Fund

An der Wall Street setzte sich die Talfahrt am Mittwoch fort, nachdem die US-Notenbank einmal mehr ihren restriktiven geldpolitischen Kurs bekräftigt hat. So geht aus dem Protokoll zur letzten Sitzung (Minutes) hervor, dass das Fed-Gremium die Leitzinsen weiter anheben will, um die Inflation einzudämmen. An den Märkten gilt es als so gut wie sicher, dass die Währungshüter die Zinsen im November um weitere 75 Basispunkte erhöhen werden. Damit steigt aber auch das Risiko, die Konjunktur abzuwürgen. 

Der S&P 500 gab am Mittwoch -0.3% nach. Der Dow Jones und der Nasdaq Composite büssten jeweils -0.1% ein. An den asiatischen Börsen geht es am Donnerstag abwärts. In Tokio notiert der Nikkei -0.5% schwächer. Der Hang Seng verliert in Hongkong mehr als -1% und der Shanghai Composite verliert -0.1%.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen heute die US-Inflationsdaten für den September. Analysten erwarten, dass sich die Konsumentenpreise gegenüber dem Vorjahr um +8.1% verteuert haben, nach einem Anstieg von +8.3% im August.

Turbulenzen am britischen Bondmarkt flammen erneut auf

In Grossbritannien hat sich der Ausverkauf britischer Staatsanleihen (Gilts) am Mittwoch fortgesetzt. Die Bank of England (BoE) hat im Tagesverlauf erneut bekräftigt, dass sie das Programm zur Stützung des heimischen Bondmarkts wie geplant am Freitag beenden wird. Die Renditen dreissigjähriger Gilts kletterten daraufhin erstmals seit Ende September wieder auf über 5% – damals hatten der scharfe Renditeanstieg und die Entwertung des britischen Pfunds die britische Notenbank veranlasst, am Anleihenmarkt zu intervenieren und das Notkaufprogramm zu lancieren. Damit soll insbesondere die Liquidität von Pensionskassen gesichert werden, die teilweise Mühe bekunden, die heftigen Verwerfungen am Bondmarkt zu meistern: Noch zu Jahresbeginn rentierten dreissigjährige Gilts mit rund 1.1%. 

Auslöser für die Marktturbulenzen war die überraschende Ankündigung der Regierung in London, die Steuern zu senken, was die Verschuldung anheizen dürfte. Ende Oktober will der britische Finanzminister Kwasi Kwarteng nun aufzeigen, wie die Staatsschulden mittelfristig reduziert werden können. Premierministerin Liz Truss hat aber bereits angekündigt, dass die Regierung die Ausgaben nicht reduzieren werde.

US-Produzentenpreise steigen kräftig

In den USA hat sich das Wachstum der Produzentenpreise im September abgeschwächt, verharrt aber auf hohem Niveau. So sind die Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um +8.5% geklettert, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Im August betrug das Wachstum noch +8.7%. Unter Ausklammerung der volatilen Energie- und Lebensmittelpreise verteuerten sich die Preise um +7.2% und stiegen damit genauso schnell wie im Vormonat. Die Herstellerpreise beeinflussen auch die Konsumentenpreise, wenn die Produzenten etwa die steigenden Kosten an die Verbraucher weitergeben. 

Opec senkt Nachfrageprognose

Die weltweite Nachfrage nach Öl dürfte dieses und nächstes Jahr kleiner ausfallen als erwartet. Zu diesem Schluss kommt die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) in ihrem jüngsten Marktbericht. Demnach belasten die hohe Inflation, die steigenden Zinsen sowie die Probleme in den Lieferketten die weltweite Konjunkturentwicklung. Die Opec senkt daher ihre Nachfrageprognose für das vierte Quartal um knapp 800'000 Barrel auf 101.6 Mio. Barrel pro Tag. Für 2023 prognostiziert das Ölkartell einen durchschnittlichen Tagesbedarf von 102 Mio. Barrel. Das sind etwa 700'000 Barrel weniger als bislang erwartet. Die Opec und die mit ihr verbündeten Länder (Opec+) haben bereits vergangene Woche beschlossen, die vereinbarte Fördermenge ab November zu kürzen. 

 

Wirtschaftskalender 13. Oktober

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE Verbraucherpreisindex (September, J/J) +10.0%
08:30 CH Erzeugerpreisindex (September, M/M) -0.1%
14:30 USA Verbraucherpreisindex (September, J/J) +8.3%

 

Unternehmenskalender 13. Oktober

Land Unternehmen Periode
CH VAT Q3 (Geschäftsentwicklung)
USA Blackrock Q3
USA Delta Air Lines Q3
USA Walgreens Boots Alliance Q3

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.